Auf P2 Relax folgt MAN TGE 3.140

  • Bislang sind/waren wir ja mit dem P2 Relax von Pössl viel und hochzufrieden unterwegs. Kurz, bevor Pössl das Modell eingestellt hat, wollten wir noch einmal upgraden, haben dabei aber die Rechnung ohne Fiat und Pössl gemacht. Kurz: Unsere Bestellung wurde storniert. Also, was tun?


    Die Lösung ist ein Individualausbau bei der Reisemobil-Manufaktur in Sohland/Spree
    Der Weg dahin führte über einige fruchtlose Versuche bei Individuallausbauern, die aber entweder nur Kleiserienprodukte für Bullis anboten, oder zwar als Individualausbauer für Kastenwagen firmierten, aber auch dann nur Kleinseriengrundrisse anboten, die man nur geringfügig viariieren konnte.


    Schließlich landeten wir in Sohland, 700km von unserem Wohnort weg :augengross: Wir konnten aber dort mit unseren Wünschen landen und das Nachfolgeprojekt kam in Gang.


    Im Laufe der Beschäftigung entfernten wir uns etwas von einer reinen Kopie des P2 Die Diskussion dazu habe ich ja hier schon losgetreten.


    Inzwischen hat sich das Projekt sehr weiterentwickelt:


    Wir haben im September 2022 einen Ausbauauftrag erteilt. Im März 2023 wurde ein MAN TGE 3.140 in Silber mit Drehkonsolen als leerer Kastenwagen nach Sohland geliefert. Den konnten wir im Mai in Augenschein nehmen und eine Bemusterung der Materialien und Ausbauplanung vornehmen. parallel hatte sich das Projekt "gasfrei" entwickelt, das von den Sohländern vorbehaltslos unterstützt wurde.


    Nun wird es also ein MAN TGE in silber mit 140 Ps, Automatik und fast allen Assistenzsystemen ausgebaut mit 2x200 Ah Bulltron, 2x200 Wp Solar, Fraron 3000 A Wechselrichter, Votronic Triple 40/60/430, 2 Induktionsplatten, Alphadynamic Trittstufe und einem auf TGE angepassten an den Grundriss des P2 Relax angelehnten Innenausbau.



    (Bild mit freundlicher Genehmigung von René Knobloch, Die Reisemobil Manufaktur Steffen Schirner, Sohland/Spree)


    Gerade haben wir den detaillierten Ausbauplan abgesegnet und freuen uns, dass im September der Ausbau losgehen kann. Wir können damit rechnen, dass die Fertigstellung wie vor einem Jahr zugesichert nach 13 -14 Monaten im Oktober/November erfolgen wird ... wir sind schon ganz aufgeregt:cool:


    P.S.: Die Reisemobil Manufaktur stellt auf dem Caravan Salon in Halle 15/E52 aus. (Ich habe außer der geschilderten Kundenbeziehung keine Geschäftsbeziehungen zu der Firma)

  • Einige sind wohl schon so gespannt, wie wir, was aus unserem Projekt geworden ist. Kurz: Es ist noch nicht fertig. Deshalb eine kleine Zwischennachricht:
    Mit dem Ausbau konnte zeitgerecht im September begonnen werden und wir haben (etwas unvorsichtig) unseren P2 Relax verkauft. Leider zieht sich der Ausbau aber etwas. Die Manufaktur leidet unter Personalmangel und nun ist auch noch der Mitarbeiter, der hauptsächlich mit unserem Projekt beschäftigt ist, krank geworden. Deshalb lassen sich die avisierten 3 Monate Bauzeit nicht einhalten. Neue Hoffnung ist jetzt Februar. Gut ist, dass offen kommuniziert wird und wir zeitnah über den Stand des Ausbaus informiert werden. Das Warten zerrt natürlich trotzdem an den Nerven. Wir wären jetzt gern woanders, als im kalten Norden - hat uns aber auch keiner geraten, unseren P2 Relax schon zu verkaufen ;)
    (Angehängtes Foto mit freundlicher Genehmigung Die Reisemobil Manufaktur )

  • So,nun ist sie hier, die Nachfolgerin der Casita Plata, die Casita Léon. Am 25. März konnten wir sie abholen und sind jetzt schon über 2.000km unterwegs gewesen. Nachdem das Kastenwagenforum seine Existenz gesichert hat, ist es nun mal an der Zeit, das Projekt und was daraus geworden ist, etwas ausführlicher darzustellen:


    So ein Individualausbau ist doch schon eine ganz andere Nummer, als das Kaufen (Bestellen) eines Serien-Kastenwagens. Das fing damit an, dass wir einen Ausbauer finden mussten, der sich unseren Vorstellungen annehmen wollte. Das hat mit der Reisemobilmanufaktur in Sohland geklappt und vorweg gesagt, wir haben uns dort hervorragend betreut gefühlt, es wurde immer offen kommuniziert, auch als es zu Verzögerungen kam, weil ein Mitarbeiter langfristig krank wurde. Von der ersten Kontaktaufnahme bis zur Übergabe sind eineinhalb Jahre ins Land gegangen, nicht so viel, wenn man es mit Bestellungen von Großserien Kastenwagen vergleicht. Wir haben die Zeit allerdings nicht nur mit Warten verbrigen können, sondern wurden immer wieder gefordert, mussten Entscheidungen treffen und nach Baufortschritt auch Abschlagszahlungen leisten.


    Der Ablauf:

    Zunächst haben wir nach intensiver Vorbereitung unsererseits einen Termin wahrgnommen, bei dem ein konkreter Auftrag verhandelt wurde. Dazu gehörte die Beschreibung und Konfiguration des Basisfahrzeugs, ein MAN TGE 3.140, den wir vorab auch schon auf der MAN Seite konfiguriert hatten. Im Gespräch wurden noch die Feinheiten geklärt.

    Dann ging es darum unsere Vorstellungen vom Grundriss und den Details des Ausbaus zu klären. Das Ganze endete dann mit einem unterschriebenen Auftrag.

    Dann hieß es erstmal warten auf das Basisfahrzeug. Das kam dann schneller als erwartet schon nach 4 Monaten, so dass wir einen nächsten Termin zur Erstellung des Ausbauplanes wahrnehmen konnten. Da ging es richtig zur Sache. Alle technischen und gestalterischen Details wurden besprochen. Ich hatte mich inzwischen ein wenig in SketchUp, einer freien Planungssoftware eingearbeitet und eine Vorstellung von den Tücken unseres Vorhaben bekommen. Ein TGE ist nämlich einige entscheidende cm kleiner, als ein Ducato :huh: zusätzlich wollten wir natürlich noch mehr, als der P2 Relax geboten hatte 8) . Am Ende ist eine Mischung aus einem P2 Relax und einem Dexter 600 in der High-End-Variante dabei herausgekommen. Seht selbst:


    Hereinspaziert mit automatischer Trittstufe, die unter dem Wagenboden verschwindet:


    Der "Gaskasten":


    Wohnzimmer Küche und Schlafzimmer ;) :

  • Gude, sehr geiles Fahrzeug.

    Ich habe mal vor einigen Jahren einen gebrauchten Ausbau dieser Firma gesehen. Der Möbelbau war schon perfekt. Viel Spaß und allzeit gute Fahrt mit diesem schönen Fahrzeug.

    Hessischer Gruß Waggi

  • Kurzer Erfahrungsbericht nach 18 Nutzungstagen und 2800 km:

    Wir sind immer noch mit der Ausstattung und Ausrüstung beschäftigt und sind aber mit dem, was wir bekommen haben hochzufrieden. Der Möbelbau ist wirklich klasse und die Bereitschaft der Reisemobilmanufaktur, sich auf Neues und ungeöhnliches einzulassen beeindruckt uns immer noch, auch, wenn es natürlich Dinge gibt, die Nachgebessert werden müssen. Da wir schon selbst genug Erfahrungen gesammelt haben und von den Erfahrungen Anderer profitiert haben, sind wir nach der eingehenden Übergabe noch ein paar Tage in der Gegend geblieben, weil wir ja, wie schon geschrieben, 700km Anreise nach Sohland/Spree hatten. Neben allem, was toll funktionierte und so, oder besser war, wie wir vereinbart hatten, zeigte sich auch ein Problem, das an der Umsetzung eines Ausbaus für den Ducato in einen TGE lag und schwer auf den Zentimeter vorhersehbar war: Die Geometrie des Klapptisches.


    Im P2 war das ja ein komplexes Gestell, das mit Sachverstand bedient werden wollte. Wir haben uns in der Planung für eine andere Variante entschieden, nämlich die, die im Karmann Dexter 600 genutzt wird, mit einem einfachen Klappmechanismus. Die Schwieigkeit war nun, den Tisch so zu gestalten, dass er von beiden gedrehten Cockpitsitzen zum Essen gut nutzbar war. Dabei musste berücklsichtigt werden, dass das Cockpit des TGE zum Drehen der Sitze weniger Raum bietet, als der Ducato. In der Summe zeigte sich, dass die Sitzposition vom Beifahrersitz gut war, der Fahrersitz sich aber nicht so weit drehen ließ, dass man gerade am Tisch sitzen konnte :( .


    Das gab uns die Gelegenheit, den After Sales Service der Reisemobil Manufaktur zu testen. Ein Anruf und Frau Mehnert stellte direkt den Kontakt zu einem Ausbau-Mitarbeiter her, mit dem das Problem besprochen werden konnte. Das ließ sich am Telefon natürlich nicht genug klären um gleich eine Lösung zu haben. Deshalb wurde ein Termin in Sohland für den nächsten Vormittag vereinbart. Der Chefkonstukteur René Knobloch und ein Ausbaumitarbeiter begutachteten das Problem und wir konnten gemeinsam eine Lösung finden. Der verschiebbare Sockel für den Tisch musste angepasst werden. Gesagt, getan, wir durften uns im Ort und der umliegenden Natur vergnügen und am frühen Nachmittag kam die Nachricht, dass wir unsere Casita Léon wieder abholen konnten. Reife Leistung am Mittwoch vor Ostern! Vielen Dank dafür.


    Das Fahren im MAN TGE mit Automatik, Abstandstempomat und gut funktionierender Apple Carplay Integration für zwei Iphones (nachdem wir alles konfiguriert hatten) begeistert uns seitdem. Ich liebe Kreisverkehre! (Hab' ich mit dem Ducato als Schalter immer gehasst ;) )

  • Hallo VEO (oder wie auch immer dein Name ist),


    Gute Wahl getroffen - die Sohländer machen einen guten Job. Unser Sprinter wurde vor 2 Jahren dort ausgebaut. Bis heute alles top!


    Bei Garantie- oder Gewährleistung kann es etwas zäh werden. Zumindest bei einem Bekannten von mir war dem so.


    VG

    Thomas

  • Vorsicht! Long Post


    Update nach einem Jahr


    Nach 12 Monaten, ca. 160 Übernachtungen und 25.000 km auf der Uhr haben wir jetzt in Portugal den ersten Geburtstag der „Casita León“ gefeiert. Zeit für ein Fazit:


    Der „Löwe“ MAN TGE 3.140 hat sich von Anfang an gut benommen und alle Wege gemeistert. Er fährt sich entspannter als der Ducato besonders die 8 Gang Automatik macht es zum Vergnügen, die vielen Kreisverkehre in Spanien und Portugal zu umrunden. Auf der Autobahn ist der adaptive Tempomat ein echtes Vergnügen und funktioniert perfekt. Lediglich, wenn man auf einen langsameren LKW auffährt und nicht gleich auf die Überholspur wechseln kann, weil ein Schnellerer von hinten kommt, dann braucht die Automatik manchmal etwas zu lange um zum Überholen wieder Fahrt aufzunehmen. Einfach Gas geben behebt das Problem aber. Der Löwe ist kein Rennwagen, fühlt sich aber etwas spritziger an, als der Ducato mit 130PS. Lediglich in den Bergen zwischen Antequera und Guadix auf der A92 kam der Löwe an seine Grenzen und wollte am Berg nicht mehr als 110km laufen. Für uns kein Problem. Die LKW waren noch viel langsamer ;)


    Jetzt nach 1 Jahr und 25.000 km meldet sich die Serviceanzeige und will Ölwechsel und Inspektion. Bis zum Heimatparkplatz haben wir noch 3.000km vor uns. Mal schauen, wie wir das Problem lösen.


    Wir haben wieder keinen Allradantrieb und Conti 4Seasons statt Loder und Co, obwohl wir gern Ziele abseits geteerter Straßen ansteuern. Haben wir das bereut? Nein! Offroad/Schotter sind wir nur für die letzte Meile unterwegs und da hatten wir keine Probleme bislang. Nur einmal haben wir uns an einem griechischen Kiesstrand festgefahren, unsere PVC Anfahrhilfen und der Klappspaten haben uns ohne fremde Hilfe wieder herausgeholfen. Lediglich der hintere Böschungswinkel ist beim TGE mit serienmäßiger Anhängerkupplung deutlich geringer als beim Ducato. Das wäre beim Auffahren auf einen privaten Stellplatz in Albanien fast mal zum Problem geworden, aber nur fast. Die Anhängerkupplung würden wir wohl nicht wieder nehmen, weil sie die eingetragene Fahrzeuglänge von 5.96m auf 6,20m bringt. Eine nachträglich angebaute AHK mit Typgenehmigung hätte das Problem nicht.


    Wie sind wir mit dem Ausbau zufrieden? Zur Erinnerung: Wir hatten einen Individualausbauer gesucht und mit der Reisemobil-Manufaktur Schirner in Sohland/Spree einen Ausbauer gefunden, der bereit war, wirklich individuell zu bauen und unsere Vorstellung von der Umsetzung des Ausbaukonzeptes des P2-Relax auf Ducato Basis auf die MAN TGE Basis zu verwirklichen. Das Projekt war kein einfaches, weil der TGE entscheidende cm schmaler und die für den Wohnausbau verfügbare Länge 25cm kürzer ist. Zudem wollten wir das Fahrzeug gasfrei, d.h. mit Induktionskochfeldern haben. Herausgekommen ist ein Ausbau, der wirklich unsere Wünsche erfüllt, soweit das Basisfahrzeug das zulässt.


    Im Einzelnen: Der Möbelbau ist hervorragend. Man merkt an vielen Kleinigkeiten, dass die Reisemobil-Manufaktur auch Teil der Möbeltischlerei Steffen Schirner ist. Unsere Aufgabe war aber auch nicht ohne: Wir mussten unzählige Details vor Beginn des Ausbaus festlegen. Das ist schon etwas anderes, als das fertige Fahrzeug auf einer Messe oder beim Händler zu besichtigen und zu entscheiden, ob es gefällt oder nicht. Aber auch die technische Ausstattung konnten/mussten wir entscheiden. Zum Glück gibt es ja die Foren im Internet und wir hatten genug Kenntnisse und Erfahrungen um Entscheidungen zu treffen. Am Ende war aber auch die Beratung von und die Diskussion mit René Knobloch von der Reisemobil-Manufaktur äußerst hilfreich.


    In diesem ersten Jahr


    haben wir gut geschlafen in unseren Längsbetten (1,94x1,50m) auf 10cm Schaumstoffmatratzen auf Froli Star Mobil Tellerfedern.


    haben wir uns an die mit 15cm deutlich flacheren Schränke im „Schlafzimmer“ gewöhnt. Dafür haben wir keine „Rolle“ mehr, also mehr Stauraum unter den Kleiderschränken vom P2-Relax


    genießen wir das Mehr an Stauraum durch zwei weitere Schiebladen statt der Schranktür unter dem Fußende des fahrerseitigen Bettes.


    haben wir die Größe des Bades nahezu erhalten können. Mit Trelino Evo Trenntoilette und von uns nachgerüstetem Duschvorhang funktioniert das Bad für uns perfekt.


    Im Bereich der Pantry haben wir das Kunststück fertig gebracht, auf einer Länge von nur mehr 80cm (gegenüber 95cm im P2-Relax) alles unterzubringen, was wir benötigen. Der Kühlschrank ist dabei von 65L auf 95L gewachsen. Wir sind immer noch begeistert von dem Platzgewinn. Im P2 Relax hatten wir eine 30L Engel Kompressorbox um den Preis des doppelten Stromverbrauchs ergänzt. Der Vitrifrigo C95L mit externem Kompressor hat uns auf unseren langen Reisen immer gut versorgt.


    sind das Highlight unsere zwei Induktionsplatten von Sterling Power. Noch während der Bauphase hatte Sterling Power noch die kleine Platte auf den Markt gebracht, so dass die Reisemobil Manufaktur das Kunststück fertigbringen konnte, die große (IH1) und die kleine Platte (IH1L) über dem Kühlschrank einzubauen und es blieb noch Platz für ein vernünftig großes Spülbecken. All unser vorhandenes Geschirr konnten wir in den Schiebladen unterbringen. Auch ein Backofen ist mit auf der Reise. Der passt genau in die Trittstufe, die gegenüber dem P2 Relax die Seite gewechselt hat. Eine Schieblade unter dem Fußende des Bettes auf der Beifahrerseite ist jetzt noch für Vorräte und eine große für Töpfe, Pfannen und weiteres. Töpfe und Pfannen mussten wir natürlich neu anschaffen. Wir haben uns wieder für die Töpfe von BO-Camp und Pfannen von Balleria entschieden, weil wir mit denen auch im P2-Relax sehr zufrieden waren (nur leider nicht induktionstauglich).


    haben wir den Umstieg auf Truma Combi 4 D Dieselheizung nicht bereut, obwohl sie etwas lauter ist, als die Truma Combi Gas. sie riecht auch etwas in der Nähe des Auspuffs beim Starten, aber macht sonst ihren Job. Das inet-x mit APP ist schon nett, weil man damit die Heizung vom Bett aus starten kann. Einmal mussten wir den Truma Service wegen Fehler H563E bemühen. Seit dem Austausch der Platine läuft sie jetzt klaglos.


    ist die sauber von der Reisemobil-Manufaktur verbaute Elektrik ziemlich perfekt. Die 400Wp Solar sind für den Sommer wohl weitgehend ausreichend, stellen aber das Maximum dar, was auf das Dach des TGE passt. Im ersten Sommer konnten wir leider kaum Sonnenstrom einfangen, weil der Ladeboosterteil von der Votronic VBCS Triple 40/60/420 die 2x210Ah Bulltron LiPO4 an jedem Fahrtag komplett voll lud. Für die Herbstreise nach Griechenland habe ich deshalb dem D+ Kabel einen Schalter verpasst, so dass der Booster nur noch bei Bedarf aktiv wird. Dabei zeigte sich leider dass der Votronic Shunt zumindest den Ladestrom des Solarladeteils zu optimistisch misst, was zu einer Diskrepanz mit der Anzeige der Bulltron APP führte. Eigentlich kein großartiges Problem, wenn nicht die Gefahr bestünde, dass die Batterien wegen Unterspannung abschalten könnten, bevor der VBCS Triple die Bordelektronic trennt. Die Klärung mit Votronic ist noch im Gange und gestaltet sich gerade etwas zäh.

  • Fortsetzung:


    Hat es Mängel gegeben in diesem ersten Jahr?


    Ja, hat es. geringfügige und wesentliche. Ein wesentlicher Mangel zeigte sich gleich nach der Übernahme: Der Fahrersitz ließ sich nicht so drehen, dass man an dem aufgeklappten Klapptisch sitzen konnte. Der verfügbare Raum war zu eng. Da die Klapptischkonstruktion in Kooperation zwischen uns und René Knobloch entwickelt war, konnte man das nicht unbesehen als Mangel ansehen den der Ausbauer allein zu vertreten hatte. Schließlich handelte es sich um ein Einzelstück nach unseren Angaben. Gleichwohl konnten wir noch am Tag nach der Übernahme das Problem besprechen und es wurde am gleichen Tag Abhilfe geschaffen. Eine weitere Verbesserung habe ich dann zuhause noch mit der Japansäge vorgenommen. Das wurde dann noch vor dem CSD in Düsseldorf, für den wir das Fahrzeug als Ausstellungsfahrzeug zur Verfügung gestellt hatten, richtig schick gemacht.


    Damit verbunden war auch die Behebung eines weiteren wesentlichen Mangels, den man aber auch nicht dem Ausbauer allein anlasten kann. Auf der ersten Reise haben wir uns an einem Bremshügel in einer verkehrsberuhigten Zone den Abfluss des Grauwassertanks abgefahren. Den habe ich provisorisch wieder befestigt. Dabei zeigte sich aber, dass der hinter der Hinterachse verbaute Grauwassertank weniger Bodenfreiheit hatte, als die Hinterachse. Das machte uns echte Bauchschmerzen, weil wir bislang keine Scheu vor schlechten Wegstrecken hatten und das auch nicht ändern wollten. Was tun? Den Tank hatten wir so geordert, wie er verbaut war. Deshalb war es natürlich kein Baumangel. Was tun? Eine Recherche führte mich zu einem speziellen Tank für den TGE, der nicht nur flacher, sondern mit 100L auch noch größer war. Der Versuch, eine Werkstatt zu finden, die bereit war, den Tank umzubauen schlug fehl. Noch einmal 700km nach Sohland verursachten uns Kopfschmerzen. Da fügte es sich, dass René Knobloch uns anfragte, ob wir bereit wären, das Fahrzeug für die Ausstellung zur Verfügung zu stellen und wir konnten vereinbaren, dass statt einer Vergütung der Tankumbau für uns kostenlos gemacht wurde. Dabei wurde uns als Zugabe auch noch ein elektrisches Ablassventil eingebaut. Perfekt! Vielen Dank nach Sohland!


    Daneben zeigten sich nur kleine Mängel, wie sie oft auftreten. Einer war eine hakelige Verdunklung der Miniheki und ein hakeliges Plissee auf der Verdunklung auf der Fahrerseite. Die habe ich selbst behoben. Schwer zu sagen, ob man es als Mangel bezeichnen kann, aber von Anfang an hat uns das Geräusch der Wasserpumpe gestört. Die war wesentlich lauter, als die Tauchpumpe im P2-Relax. Nun gelten ja die Druckpumpen als zuverlässiger und wir hatten sie ja auch geordert, also kein Mangel. Weil uns das Geräusch aber störte, haben wir sie gegen eine andere getauscht. Deren Geräusch ist zwar angenehmer, aber nicht wesentlich leiser. Das wird noch weiter ein Projekt bleiben. Behoben ist das Problem, dass im Bad-Waschbecken das Wasser nur unwillig und langsam ablief. Die Recherche führte zu SHR Hydraulik, die einen Sekundär Luftring als Lösung anboten. Wir waren skeptisch, konnten uns das Funktionsprinzip aber vorstellen. Gedacht, bestellt und es hat funktioniert. Der Ablauf gluckert jetzt fröhlich vor sich hin.


    Hat sich das Abenteuer Individualausbau eines sehr speziellen Grundrisses gelohnt?

    Für uns ja! Wir möchten keinen anderen Kastenwagen als unsere Casita León. Der Individualausbau hat uns zwar gut 20.000 € mehr gekostet, als ein letztes Angebot unseres Pössl-Händlers für einen Pössl P2-Relax mit Light-Fahrwerk und ohne Assistenzsysteme - und natürlich nicht gasfrei. Für das Mehr an Geld haben wir aber auch eine ganz andere Klasse von Fahrzeug bekommen.


    Zwei zum Schluss: Wir haben jetzt eine automatische Trittstufe, von Alphadynamik, die sich vollständig unter den Wagenboden zurückzieht und selbsttätig ausfährt, wenn die Schiebetür geöffnet wird. und wir dachten eigentlich, dass wir eine elektronischen Rückspiegel brauchen, weil die Rückspiegel des Ducato den nachfolgenden Verkehr immer zu klein anzeigten, so dass Überholer oft schon näher waren, als sie im Rückspiegel schienen. Seit dem TGE gibt es das Problem nicht mehr. Die Rückspiegel des TGE sind klasse.

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