Problem mit Professional Werkstatt; Spur falsch, Reifen runter, falsches Öl

  • Hallo miteinander,



    meine Werkstatt hat Arbeiten durchgeführt, die ich für nicht fachmännisch halte. Ich möchte dazu eure technische Einschätzung erfahren. Außerdem bin ich dabei, mich schriftlich an die Geschäftsführung des Autohauses zu wenden, da mit dem Werkstattleiter leider nicht vernünftig zu sprechen ist. Darauf möchte ich mich gut und sachlich vorbereiten. Ich habe letztlich nur gewissen technischen Verstand und etwas Erfahrung mit dem Ducato, worauf sich meine Bewertung stützt.


    Fahrzeug: Ducato X250, BJ 07/2013, 2.3l Multijet 148PS Euro5


    Zu drei Punkten erbitte ich eure Einschätzung, wobei zur Diskussion bzgl. Nachbesserung für mich nur die Punkte 1 und 2 stehen. Punkt 3 dient zur Vervollständigung meines Bildes zweifelhafter technischer Ausführung der Werkstatt.


    1. Spur falsch eingestellt, Reifen abgefahren

    In 10/24 wurde auf Anraten der Werkstatt nach 88tKm an der Vorderachse am Fahrwerk erneuert: Querlenker, Gelenk, Stabistange, Axial-Spurstange, Spurstangenkopf (je li+re). Ca. 5000 km später bemerkte ich, dass meine Reifen, die erst etwa 13tKM hatten, an der Vorderachse erstaunlich wenig Profil haben. Während ich außen noch 4-5mm/9mm maß, kam der Schreck mit Blick auf die sonst nicht sichtbare Innenseite, wo sie ca. 2-3 von 9mm hatten (zum Vergleich: der Satz Reifen desselben Typs hatte nah 50tKm beim Ausmustern noch 4mm). Absolut identisches Ablaufbild links und rechts. Beim Werkstattbesuch wurden vom Werkstattleiter alle möglichen Gründe ins Feld geführt: kaputtes Domlager rechts, kaputter Stoßdämpfer links, die seit 2018 verbauten und zu starken Lesjöfors *198 Federn (keiner dieser genannten Mängel konnte in der Folge von einer anderen Professional-Werkstatt festgestellt werden). Auf mehrfache Nachfrage, ob er ausschließen kann, dass der Ablauf durch nach seiner Reparatur falsch eingestellte Spur/Sturz kommt, sagte er nein, könne er nicht. Schon deshalb nicht, weil sie beim langen Radstand keine Achsvermessung durchführen könnten.

    Nun ging ich also zur von ihm empfohlenen anderen Professional-Werkstatt zur Achsvermessung. Ergebnis: Spur links -0°32‘, rechts – 0°56‘, Sturz links – 0°40‘ rechts -0°08‘. Urteil dieser Werkstatt: Der Reifenablauf kommt eindeutig von der verstellten Spur.

    So ging ich wieder mit dem Werkstattleiter ins Gespräch, das ich bezüglich dessen Kommunikationsstil als äußerst unangenehm empfand. Es sei Zitat „Hanebüchen“, hier einen Zusammenhang herzustellen und es grenze an eine Unverschämtheit, dies 9 Monate später zu reklamieren. Er wisse ja nicht, was ich in diesen 9 Monaten gemacht habe und ob ich gegen einen Bordstein gefahren bin. Noch ehe ich über eine Frage der gütlichen Einigung mit ihm sprechen konnte, sagte er: „Also wenn Sie meinen, Sie kriegen da zwei neue Reifen von mir, haben Sie sich geschnitten.“

    Übrigens ist mein Diesel-Verbrauch seit korrektem Einstellen der Spur um 0.8-1l zurückgegangen. Ich kann es zeitlich nicht ganz fest machen, aber ich hatte mich vor Monaten schon gewundert, warum mein Verbrauch immer über 10l liegt, jetzt wieder bei 9Komma.

    Zu welchem Zeitpunkt ich die verstellte Spur seiner Meinung nach hätte bemerken müssen, weiß ich nicht. Die enorm abgelaufene Innenseite ist ja von außen nicht sichtbar.

    Die Krönung: Er erklärte mir, dass in der Rechnung von damals unter dem Punkt „ACHSVERMESSUNG M. EINSTELLEN DURCHFÜHREN“ nichts berechnet wurde, also hätte ich ja sehen können, dass dies nicht gemacht wurde.


    2. Falsches Motoröl

    Frage an euch: Wurde die Empfehlung des Motoröls für den 2.3l 148PS Euro5 Motor jemals geändert? Ich habe früher immer selbst gewechselt und mich informiert: ich habe nie von etwas anderem gelesen als „Selenia WR Pure Energy 5W-30“. Eingefüllt wurde ein Petronas 5W-40. Dieses entspricht der Empfehlung für den Euro4-Motor. Ich sprach ihn auch darauf an. Er sagte, die Empfehlungen würden sich ja ständig ändern. Er gebe zur Wartung die Fahrgestellnummer ein und kriege dann das richtige Öl angezeigt. Auf dem ausgehändigten Ausdruck „Fiat Professional Checklist der programmierten Wartung“ steht oben meine Fahrwerksnummer und unter Verbrauchsmaterialien „Selenia WR diesel P.E. SAE 5W-30“.

    Sofern ich richtig liege, dass dies das falsche Öl ist: Ist es vermessen, hier einen erneuten Wechsel zu verlangen? Und wie lange würdet ihr mit dem 5W-40 Öl fahren? Vom Motorlauf her ist mir nichts aufgefallen.


    3. Überhöhter Reifendruck

    Ich fahre die in diesem Forum toll dokumentierte Rad-Reifen-Kombination 235/75 R15. Modell Kleber-Citilander. In meinem Auftrag an die Werkstatt steht immer „max. Reifendruck 3.4 bar!“. Es ist ein SUV-Reifen mit TI109. Die maximale zulässige Traglast (1850kg Vorderachse, 2000kg Hinterachse) erreicht der Reifen mit 2.6 und 2.8bar. Der Maximaldruck von 3.4bar ist zudem auf dem Reifen aufgedruckt. Der Werkstattleiter befüllte die Reifen im kalten Zustand mit 4.5bar an einem heißen Sommertag (eigentlich gehörten 5bar rein, aber er habe ihn jetzt etwas niedriger gelassen). Er erklärte mir, dass es vollkommener Quatsch sei, mit so niedrigem Reifendruck zu fahren. Die Angabe vom Hersteller würde keinen Sinn ergeben. Der Reifen würde dann walken. Es sei schließlich ein Transporter. Abgesehen davon gehöre der Reifen gar nicht auf die Felge. Auf mein Entgegenhalten der Reifenhersteller-Freigabe und der TÜV Eintragung hatte er zu sagen, dass der Reifenhersteller ja auch Reifen verkaufen möchte und der TÜV trage alles mögliche ein.

    In meinen Augen hat der Werkstattleiter in diesem Punkt sowohl die technischen Daten und Sicherheitsmarge ignoriert als auch den expliziten Kundenwunsch, nicht mit mehr als 3.4bar zu befüllen.



    So, das ganze ist nun sehr lang geworden. Wie gesagt möchte ich von euch hören, wie ihr die Einzelpunkte technisch bewertet und wie ihr die Lage insgesamt bewertet. Wie würdet ihr vorgehen? Ich persönlich erwarte mir bisher eine Nachbesserung in der Form zweier guter gebrauchter Reifen (ist bei der Reifendimension eben schwierig) oder zumindest eine kostenlose Montage von mir gekaufter Reifen sowie einen Motoröl-Wechsel.

    Sollte ich nach euren Einschätzungen auf dem Weg bleiben, mit der Werkstatt zu verhandeln und sollte diese mich abschmettern: Welche Möglichkeiten seht ihr noch? Fiat Professional Kundenservice?


    Soweit erstmal – danke fürs Lesen und danke im Voraus für Antworten.

    Sven

  • Hi,

    zu 1+3) Was mich zunächst wundert: Dass nach läppischen 88 tausend Km, das ganze Zeug an der Vorderachse gewechselt werden musste. (Oder nur sollte, weils Geld bringt. Aber das kann ich nicht beurteilen.)

    Zum Reifenverschleiß: Ja es gibt in gewissen Fällen einseitigen Abrieb. Sehr heftigen sogar. Hatte ich selbst an meinem kleinen Toyota Yaris Hybrid. Alles nachgemessen, alles innerhalb der Toleranzen. Wir fahren damit nur Kurzstrecke mit vielen Straßenabzweigen und kurzen Kurven. Dies bedeutet, dass die Wagenlast sehr auf die Außenseite der Reifen drückt, entsprechend der Verschleiß hierdurch hätte größer werden können. Hinzu kamen aber auch noch überaus weiche Reifen. Vielleicht auch nicht immer korrekt aufgeblasene. Ich habe 0,5 mm mehr Vorspur eingestellt und nach anderen Reifen scheint es nun besser. (Scheint! Noch sieht man nichts.)

    Fahren beide Reifen vorne gleichmäßig außen ab, dann ist das zu 99% zu wenig Vorspur. Die übrigens bei Fronttrieblern gar nicht so groß ist, da die Reifen ja nach innen ziehen wenn beschleunigt wird. Die Tendenz nach außen ergibt sich nur im Roll- und Schiebebetrieb. Das alles ist reine Einstellsache!

    Der Spruch vom Randstein ist dummes Zeug. Wäre hierdurch etwas verbogen. Würde man es in der Regel am Spurhebel bemerken können: Der Abstand zwischen Kugelkopf und Reifen/Felge hätte sich signifikant verändert. Spurstange: ist nicht mehr gerade. Kugelköpfe sitzen nicht mehr mittig, etc.

    In der Regel würde sich der betroffene Radspurhebel verbiegen. Sitzt er hinter der Achse dann wird der Abstand zum Rad kleiner, vorne entsprechend größer. Folge: Dieses Rad läuft dann nach außen weg. Effekt: der Wagen fährt von sich aus nicht mehr geradeaus. (Er schlenkert meist), du musst dauernd gegenlenken. Außerdem fährt sich dann der Reifen des betroffenen Rades innen ab. Das andere Rad kann, muss aber nicht betroffen sein.

    Sollte der Lenkhebel betroffen sein, dann fährt dein Auto vielleicht noch geradeaus, aber dein Lenkrad steht nicht mehr wie es sollte.

    Reifendruck: Zu hoher Druck vermindert die Haftung, weil der sogenannte Latsch, die Aufstandsfläche des Reifens kleiner wird, je höher der Druck. Wäre der Reifen aus Stahl, wärs dann nur ein Strich. Der Reifen verschleißt von der Mitte her nach außen.

    Reifendruck: Zu wenig: Reifenreibung erhöht sich, Spritverbrauch steigt, aber auch der Rollkomfort für die Insassen. Es wird angenehmer. Der Reifen verschleißt bei zuu wenig Druck vorwiegend Innen- und Außenseite. Fällt der Druck noch weiter, dann fängt der Reifen an zu walken. In der Regel hört man das und bemerkt es an der schwerfälligen Lenkung (bei Vorderachsdruckverlust). Man sieht es und der Reifen wird auch sehr warm beim Fahren. Walken bleibt einem geübten Fahrer in der Regel nicht verborgen. Auch wenn er beim Fahren nicht weiß, was es ist, so merkt er doch, dass etwas nicht stimmt.

    Da bei zu niedrigem Druck der Latsch keinen gleichmäßigen Aufstands/Flächendruck mehr hat. -- Die Fläche wölbt sich wie eine Blase ins Reifeninnere, dann ist auch die Reibungsfläche zur Straße geringer. Ergo zu hoher als auch zu niedriger Reifendruck führen zu weniger Haftung auf der Straße. Bei Kurvenfahrten und bei Bremsungen gibt es ein ansteigendes Risiko des ungewollten Dahingleitens.


    Ich bin schon zu lange raus aus dem Geschäft. Meinerzeit wurde Vorspur noch in mm gemessen. Das kann man notfalls mit einem Zentimetermaßband und ein paar Dachlatten selbst. Heute optisch gemessen geht das bis auf zwei Stellen hinterm Komma -- nehme ich an. Doch seies drum. Ein alter Reifen ist wie ein Geschichtsbuch der seither mit ihm gefahrenen Strecke.

  • Zu 2)

    Ich kann aus meiner persönlichen Erfahrung nur eines sagen: Macht Euch geschmeidig was die Ölwechsellei angeht. Ja, die richtige Sorte sollte es sein. Dafür gibts offenbar und mittlerweile 27,3 verschiedene Gründe. Doch die Häufigkeit ?.....

    Seit den letzten 50 Jahren mache ich nur noch Ölwechsel in der Garantiezeit. Danach: NACHFÜLLEN

    Die modernen Schmiermittel, damit meine ich die ab 1970, von davor habe ich keine Erfahrung, sind so gut, dass Ölwechsel nur unter ganz bestimmten Umständen nötig sind. Wie z.B. minderwertiges Öl das verharzen kann. Was moderne synthetische Öle eher nicht betrifft. (Kondens)Wasser im Öl, was dann aber auch noch andere Probleme bedeutet. Das Öl wird weiß. Nach einer langen heißen Fahrt kann es aber verschwunden sein. Weil verdampft. Dann wars nur Kondenswasser. Ansonsten wirds wohl die Zylinderkopfdichtung sein.

    Man sollte überlegen warum man Ölwechsel macht. Und dabei berücksichtigen, dass es keinen Sinn ergibt, irgendwann ein zusammengerostetes, total verschliessenes Auto auf den Schrott zu fahren, dessen Motor fast noch wie neu ist.


    Nachtrag: Am sinnvollsten ist es noch den Ölfilter alle 35 - 50 tausend km zu wechseln. Da es keine Anzeige für verstopfte Ölfilter gibt. Und keine Angst, wenn verstopft, dann filtert er nur nicht mehr. Dem Motor schadet das nicht. Das Öl fließt dann eben drumrum. Ergo, je verschmutzter ein Ölfilter ist, desto kleine seine Poren, desto besser filtert er. Nur mal so nebenbei erwähnt.

  • zu 1+3) Was mich zunächst wundert: Dass nach läppischen 88 tausend Km, das ganze Zeug an der Vorderachse gewechselt werden musste. (Oder nur sollte, weils Geld bringt. Aber das kann ich nicht beurteilen.)

    Ich kann dir sagen, dass ich genau das gleiche Baujahr (und Motor, hier aber egal) habe und beim letzten TÜV genau der gleiche Scheiss bemängelt wurde. Es beruhigt mich ein wenig, auch wenn es nicht schön ist, dass mein Auto kein Einzelfall bei der Laufleistung ist. Dazu kamen dann noch die Buchsen der hinteren Federung (siehe Faden über die GFK Federn).

    Zum Grundproblem kann ich aber nichts beitragen, bei mir wurde nach dem Umbau alles vermessen und mir das Protokoll ausgehändigt.

    Ich finde es spannend, dass er meint, dass du erst nach 9 Monaten kommst. Was denkt er, dass man die unterschiedlichen Reifenbildern innen/aussen nach einer Woche sieht? Es geht noch rotzfrecher, nach meinem Motorschaden am T5 und Wechsel für 10K fuhr ich nach Hause und merkte am nächsten Tag, dass die Stossstange nicht richtig eingerastet war. Ich gleich wieder hin, auf dem Hof der Mechaniker: Ja, das passiert, da brechnen beim Ausbau gerne Nasen ab. Ich rein zu meinem Ansprechpartner, die gleiche rotzfreche Antwort: Er wüsste ja nicht, ob ich inzwischen irgendwo gegen gefahren wäre. Ich war nie wieder in dieser VW-Werkstatt, aber das nur am Rande.

    Kay

    PS Ja, ich würde das auf jeden Fall nach oben eskalieren, das ist keine ordnungsgemäße Arbeit gewesen.

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  • Querlenker, Gelenk, Stabistange, Axial-Spurstange, Spurstangenkopf (je li+re) erneuert und danach
    keine Achsvermessung gemacht weil bei langem Radstand nicht möglich? Der Werkstatt gehört die Innungsmitgliedschaft entzogen. Solltest du bei der Kfz-Innung melden.


    Öl: das richtige Öl kann man beim Hersteller anfragen. Wenn es das falsche ist: Kfz-Innung.


    Reifendruck: dito. Den Maximaldruck legt der Reifenhersteller fest, nicht ein Werkstattleiter.

  • Querlenker, Gelenk, Stabistange, Axial-Spurstange, Spurstangenkopf (je li+re) erneuert und danach
    keine Achsvermessung gemacht weil bei langem Radstand nicht möglich? Der Werkstatt gehört die Innungsmitgliedschaft entzogen. Solltest du bei der Kfz-Innung melden.


    Öl: das richtige Öl kann man beim Hersteller anfragen. Wenn es das falsche ist: Kfz-Innung.


    Reifendruck: dito. Den Maximaldruck legt der Reifenhersteller fest, nicht ein Werkstattleiter.

    Kurz und knapp zusammengefasst, aber genau richtig :thumbup: :thumbup:


    Eventuell mal bei der zuständigen Schiedsstelle anfragen und sich beraten lassen.


    Auf jeden Fall würde ich gegen die Werkstatt weiter vorgehen.


    Gruß und viel Erfolg, Christian

    LMC Innovan 600 First Edition, BJ. 21, Fiat Ducato 140PS, 9-Gang aut., Borbet mit 255/55-18 Yokohama Geolander G015

  • Nabend zusammen,


    Vielen Dank für Eure Antworten.

    Warum nach 88tKm so viel am Fahrwerk erneuert werden müsste/sollte: er sagte damals, dass alles total ausgeschlagen sei und dringend gemacht werden müsste. Konnte ich nicht bewerten und hatte damals keinen Grund, nicht zu vertrauen. Heute schon. Wieder 6tKm später sagte er ja: Stoßdämpfer vorne links hinüber, Domlager rechts. Den Stoßdämpfer hätte ich mir wahrscheinlich mit den nachgerüsteten stärkeren Federn kaputt gemacht (Lesjöfors, seit 2018 drin). Hä? Jedenfalls ein Kostenvorschlag über knapp 2000€. Ich sei kurz davor, mit dem Fahrzeug im Graben zu landen, so schrecklich würde es in Kurven fahren.

    Der Werkstattleiter der anderen Professional Werkstatt machte eine Probefahrt. Er kann nichts von dem Gesagten feststellen. Domlager knackt nicht, sauberer Geradeauslauf, Dämpfer nicht Ölfeucht. Zitat: "Der fährt sich eigentlich sogar sehr gut für das Alter, quasi wie ein neuer." Hintergundinfo: bei der bemängelten Werkstatt stehen täglich 1-3 Ducato auf dem Hof, sonst nur Fiat PKW. Bei der anderen Werkstatt stehen Liner, LKW, Ducato ohne Ende und wohl alle DHL Iveco aus dem Umkreis. Da frage ich mich schon, wer sich mit Transportern wohl besser auskennt bzw. mehr Vergleich und Erfahrung hat.


    Danke auch für den Hinweis mit der Kfz-Innung!Da recherchiere ich Mal.

    Fiat Professional könnte das am Ende auch interessieren - früher bekam ich immer automatisch eine Mail von denen zur Bewertung meines Werkstattbesuchs.


    Wie es sein kann, dass eine Werkstatt offizielle Professional Werkstatt ist, sie aber beim langen Radstand keine Achsvermessung durchführen kann, frage ich mich auch. Ob das für die Vertragswerkstätten von Fiat aus zulässig ist?


    Zur Frage der Eskalation. Mir wäre recht, es braucht keine, sondern es wird auf meine Reklamation eingegangen und man wird sich einig. Sollte ich jedoch in ähnlicher Weise wie von dem Werkstattleiter behandelt und abgewiesen werden, würde ich weitere Schritte gehen. Gar nicht Mal, weil ich mir davon finanzielle Entschädigung oder so erhoffe, sondern weil ich es ein Unding dem Kunden gegenüber finde und in Teilen fahrlässig. Was läuft da sonst noch alles?


    Ich stehe bei meinem Beruf für eine konstruktive Fehlerkultur ein. Fehler passieren nunmal. Es ist nur die Frage, wie man anschließend damit umgeht. In diesem Fall sehe ich einen absolut unantastbaren Werkstattleiter, der sich bzgl. seiner Arbeit ja auch persönlich von mir angegriffen gefühlt hat.

    Anfangs hat er übrigens noch gesagt, man hätte mich bestimmt darauf hingewiesen, dass keine Achsvermessung durchgeführt wurde und dass ich die noch hätte machen müssen. Das müsste auch in der Rechnung stehen (das Gegenteil war ja der Fall, es wurde als Arbeit aufgeführt). Damit räumte er ja praktisch ein, dass ein Fehler passiert ist. Jetzt, mit vorliegendem Messprotokoll wird das Thema als Hanebüchen abgetan und als unverschämt dargestellt.

    Ein guter Umgang mit Fehlern - oder sagen wir zumindest Mal mit Ungereimtheiten bzgl. der Ausführung der Arbeit - sieht für mich anders aus. Fehler kann ich hinnehmen - gut, wenn man sie erkennt. Aber dann?


    Viele Grüße , Sven

  • Kurz:

    Dem Werksattvogel gehört der Hahn zugedreht. Was der von sich gibt, ist unter erstes Lehrjahrniveau. Diese Typen sind und waren es, die eine ganze Branche in Verruf gebracht haben.

    Seine Argumentationsketten könnten von einem Bäcker stammen. Aber nicht von einem KFZ-Meister. Oder wie man heute sagt: Mechatroniker.

    Ich drück Dir die Daumen, dass Du aus der ganzen Sache annehmbar herauskommst.

  • Hallo Sven,


    ich bin auch kein Freund von großer Eskalation und suche erstmal das Gespräch, aber das hast du ja schon getan und wurdest abgebügelt...


    Hier bleibt jetzt eigentlich nur das Ganze protokollieren zu lassen, evtl mit Hilfe der Werkstatt die alles nachgebessert hat.


    Zuerst würde ich das dann an Fiat Professional oder die Camper Abteilung melden mit der Prüfung auf Entschädigung.


    Je nachdem was dabei rauskommt, wäre für mich dann als nächstes die Kfz Schiedsstelle der richtige Weg, wenn die den Fall annimmt, empfehlen die auch Gutachter und Anwälte, und alles geht den offiziellen Weg...


    Gruß Christian

    LMC Innovan 600 First Edition, BJ. 21, Fiat Ducato 140PS, 9-Gang aut., Borbet mit 255/55-18 Yokohama Geolander G015

  • ...

    Danke auch für den Hinweis mit der Kfz-Innung!Da recherchiere ich Mal.

    Fiat Professional könnte das am Ende auch interessieren - früher bekam ich immer automatisch eine Mail von denen zur Bewertung meines Werkstattbesuchs.

    ...

    Umso schlinmmer, dass es eine FIAT Professional Werkstatt war. Da ist neben der Innung auch dort eine Beschwerde angebracht.

  • ...weil sie beim langen Radstand keine Achsvermessung durchführen könnten.


    mich würde wundern, wenn vor oder nach der Reparatur kein entsprechender Hinweis zur Achsvermessung ausgesprochen wurde.

    Ich würde eigentlich erwarten, dass auf der Reparaturrechnung zudem ein Hinweis zufinden ist, dass man noch zu Spurkontrolle/-einstellung muss.

  • Nabend zusammen,

    mich würde wundern, wenn vor oder nach der Reparatur kein entsprechender Hinweis zur Achsvermessung ausgesprochen wurde.

    Ich würde eigentlich erwarten, dass auf der Reparaturrechnung zudem ein Hinweis zufinden ist, dass man noch zu Spurkontrolle/-einstellung muss.


    Interpretiere ich es richtig, dass du es nicht glaubst? Wie geschrieben: die Durchführung steht sogar explizit drauf.

    Magst du die Rechnung sehen? Dass es zudem mündlich nicht erwähnt wurde, kann ich natürlich nicht belegen. Aber als ob ich so dämlich wäre, freiwillig und wissend der möglichen Folgen nach so einer teuren Reparatur herumfahren würde.


    Gruß,

    Sven

  • Nabend zusammen,


    Interpretiere ich es richtig, dass du es nicht glaubst?


    ich weiss nicht was du wie interpretierst. Was ich weiss, ist, dass der Empfänger die Nachricht deutet, nicht der Sender.


    Wie geschrieben: die Durchführung steht sogar explizit drauf.


    so wie ich es verstanden habe, ist der Posten „ACHSVERMESSUNG M. EINSTELLEN DURCHFÜHREN“ auf der Rechnung vermerkt, aber eben nicht berechnet, sondern evtl genullt.

    Ich kenne es ähnlich von Ausstattungsvarianten bei Fzg-Bestellungen, bei denen alles gelistet, aber das nicht bestellte ebenso "genullt" ist.


    Da eine Achsvermessung dem Kunden nicht unbedingt geschenkt, sondern eher im dreistelligen Bereich berechnet wird, was aber nach Beschreibung nicht geschehen ist, erschliesst sich mir bei Betrachtung einer solchen Rechnung, dass dieser Schritt nicht durchgeführt wurde
    und daher besteht für mich die Möglichkeit, dass dies in einem Nebensatz erwähnt wurde.
    Als Ahnungsloser käme es mir sicherlich suspekt vor, wenn dies nicht berechnet wurde. Dann wäre ich evtl still, in dem Glauben, dass vergessen wurde zu berechnen, oder ich grübelte, ob die Arbeit überhaupt durchgeführt wurde.

    Man könnte ja nachfragen, aber dann liefe man Gefahr der Nachberechnug, bzw hätte zumindest Diskussion.


    Käme jemand neun Monate später mit einer Reklamation, könnte er von mir ein müdes Lächeln erhalten.

  • naja, das mag so sein. Aber von Seiten der Werkstatt hätte da schon ein deutlicher Hinweis kommen müssen. Ist ja schließlich auch Sicherheitsrelevant. Beim Räderwechsel passiert ja sowas auch, teils mit Aufklebern auf dem Lenkrad, oder Hinweis auf der Rechnung.

    Wer ne Monatskarte hat, sollte nicht am Monatsanfang sterben. (EoC)

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  • naja, das mag so sein. Aber von Seiten der Werkstatt hätte da schon ein deutlicher Hinweis kommen müssen. Ist ja schließlich auch Sicherheitsrelevant. Beim Räderwechsel passiert ja sowas auch, teils mit Aufklebern auf dem Lenkrad, oder Hinweis auf der Rechnung.

    es wurde nach Meinung gefragt, ich habe meine Meinung geäussert.


    Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass deren Abrechnungssystem derart konfiguriert ist, dass eine Achsvermessung automatisch bei den Arbeitsprozessen aufgeführt wird, sobald ein Querlenker- oder Spurstangentausch o.ä. markiert wird.

    Da bei dem Posten Achsvermessung aber offensichtlich keine AWs und keine Kosten aufgeführt wurden, ist für mich ein klarer Hinweis, dass keine Spureinstellung durchgeführt wurde. Die Nichtberechnung wurde anscheinend vom Kunden ignoriert, was auch bei einem Gerichtstermin geäussert werden könnte.

    Ich war bei den Gesprächen nicht dabei. Wie bereits von mir erwähnt, fiel damals bei der Abholung eventuell der Hinweis, dass der Ducato noch zur Vermessung muss.

    Und... jeder kann mal was vergessen, die Leute von der Werkstatt, wie auch der Kunde.

    Für mich ist dies jedenfalls schlüssig, von Seiten der Werkstatt.


    Mal ehrlich, was ist schon passiert? Zwei Reifen wurden evtl etwas schneller abgefahren. Sind das Kosten, die einen ins Armenhaus treiben? Ist das den Aufwand wert?


    Und mal Butter bei die Fische: der Hinweis, dass die inneren Flanken o.ä. abgefahren sind, was der Nutzer -nach seiner Beschreibung- so nicht sehen könne, zeigt für mich auf mangelnde Fzg-Kontrolle hin.


    Ich schildere mit Absicht etwas kontra, wie es evtl die Gegenpartei tun würde.


  • Wenn der Auftrag zur Spurvermessung in 10/24 erteilt wurde bis du ja noch in der Gewährleistung. Also reklamieren. Zum Öl würde ich mir keine Gedanken machen, Diu kannst aber auch reklamieren falls es abweichend vom Werkstattauftrag ist.

    Gruß, Michael


    Weinsberg Carabus Fire 601 MY18, mit Solarpanel 100WP, GW-Cam, 120 Lifepo4, sonst alles Serie :D

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