Hallo,
Nachdem wir – wie sicher die meisten unter uns – in Sachen zulässiges Gesamtgewicht oft im Grenzbereich fahren, habe ich nach Gewichtseinsparungsmöglichkeiten gesucht. Eine einfache ist, das Reserverad weg zu lassen.
Zum Glück habe ich mich dagegen entschieden. Bei uns hat sich im Norden Finnlands, weit entfernt von jeglichen Werkstätten, bei Tempo 90 die Lauffläche eines Reifens abgelöst. Das ganze hat mächtig Lärm gemacht, als das im Radhaus rundgegangen ist. Es ist zum Glück auf gerader ebener Strecke passiert und nicht etwas früher, als wir noch auf den steilen kurvigen Strassen Norwegens unterwegs waren. Die Lauffläche hatte sich komplett abgelöst, der Reifen hatte aber erstaunlicherweise keine Luft verloren.
Dank des Ersatzrades konnten wir uns selber helfen und die Reise nach einer knappen Stunde fortsetzen ohne auf externe Hilfe warten zu müssen.
Die Ursache für das Versagen des Reifens ist uns noch nicht klar. Wir hatten noch einen Tag vorher den Reifendruck kontrolliert.
Mögliche Ursachen
- Produktionsfehler (es gab für diese Art Schaden ca 2022 bei einem Reifenhersteller sogar einen Rückruf)
- Falscher Reifendruck beim Vorbesitzer (nicht nur zu niedrig, auch zu hoch sei nicht gut)
- Verschleiss durch schlechte Strassen bzw kilometerlange Strassenbaustellen mit sehr rauher Oberfläche, aber auch reine « dirt roads ». All das hatten wir in Schweden, Norwegen und Finnland häufig.
- Lange Standzeiten (Winterlager) beim Vorbesitzer. Obwohl : Das Fahrzeug ist von diesem in den 7 Monaten seit der Reifenmontage und vor dem Verkauf an uns ca 14.000 km bewegt worden. Ob eine einmalige Standzeit von 5 oder 6 Monaten einen solchen Schaden verursachen kann ?
Unwahrscheinliche Ursachen
- Altersschwäche ist ausgeschlossen, der Reifen wurde in KW 44 / 2023 in China hergestellt und laut vom Vorbesitzer übergebener Rechnung erst im Mai 2024 montiert, war also zum Zeitpunkt des Versagens erst 15 Monate lang aufgezogen.
- Übermässige Laufleistung scheint ebenfalls nicht in Frage zu kommen, der Reifen war erst ca 28.000 km gelaufen. Das ist für einen Nutzfahrzeugreifen keine hohe Laufleistung.
- Sabotage. Da will ich nicht dran glauben. Wir stehen zwar oft « frei », vermeiden aber Standplätze, an denen wir Anwohner stören könnten.
Der Reifenschaden hat auch « Kollateralschäden » verursacht : Die sich ablösende Lauffläche ist seitlich aus dem Radhaus ausgetreten und hat sowohl die Abdeckplatte des Wandkamins als auch die der Aussensteckdose abgeschert und schwarze Schleifspuren auf dem Lack hinterlassen. Der Versuch, die Dieselheizung und Warmwasserbereiter vor Ort reparieren zu lassen ist daran gescheitert, dass der « Truma-Partner » vor Ort absolut kein Interesse daran hatte und sich rausgeredet hat, dass wir mit 2 – 3 Monaten Lieferzeit für das Ersatzteil rechnen müssten.
Nachdem es « suboptimal » ist, mit unterschiedlichen Reifen auf einer Achse zu fahren, und wir auch das Vertrauen in den verbliebenen baugleichen Reifen verloren hatten, haben wir uns bei der erstbesten Gelegenheit neue hoffentlich bessere Reifen für die Hinterachse gegönnt.
Obwohl der Ducato mit 215/70 R15 eigentlich eine gängige Reifengrösse hat, war beim ersten reinen Reifendienst in der 200.000 Einwohnerstadt Oulu kein solcher vorrätig. Zum Glück hatte eine andere Niederlassung des gleichen Händlers noch 2 Michelin CP auf Vorrat.
Fazit :
- Für uns und unsere Reiseziele ist ein Ersatzrad unabdingbar. Klar, im dichtbesiedeltem Mitteleuropa kann man das anders sehen.
- Im Gegensatz zum Vorbesitzer werden wir auch weiterhin vermeiden, « Schnäppchen » aus Fernost zu kaufen.