Wechselrichter 2000/60/12/Combi von WCS Landstrombegrenzung

  • Zum Betrieb des WCS 2000/60/12 Combi (mit Ladestrom 60Ah) ergab sich folgendes Problem:


    Auf einem Stellplatz ist die Stromversorgung mit 6AH abgesichert. Deshalb habe ich die Landstrombegrenzung auf 5-6 AH am Bedienfeld des Wechselrichters eingestellt.

    Die ALDE-Heizung wurde dann auf 2000 W Strom geschaltet. Alles funktionierte zunächst tadellos. Die blaue Leuchtdiode leuchtete, was bedeutet: Alles i.O.


    Nach 3 Stunden Betrieb war plötzlich das 12V Bordnetz weg. Keine Lampe leuchtete, das Bordpanel ließ sich nicht einschalten - selbst die Türe ließ sich nicht öffnen.


    Ursache: Die Sicherung des Landstroms hatte trotz Vorrangschaltung ausgelöst und der Wechselrichter holte demzufolge die 2000 W so lange aus der Batterie - bis diese ausfiel. Statt auf grün zu schalten, was bedeutet hätte: Achtung Landstrom ist weg, leuchtete die blaue Diode aber weiterhin


    Ich habe dann erstmal alles abgeschaltet und gewartet, bis zumindest das Bordpanel sich wieder einschalten ließ. Da sich die Bluebattery-Anzeige beim letzten Wert aufgehängt hatte, wurden mir leider erstmal falsche Werte angezeigt. Nach kurzer Erholung der Bordspannung, Landstromaktivierung und Wiedereinschalten des Wechselrichters stellte ich fest, dass jetzt keine Batterieladung erfolgte. Hier war die Ursache eine Vorsicherung der Batterie. Die hatte vermutlich durch die zu hohe und zu lange Stromentnahme ausgelöst. Nach deren Wiedereinschalten war dieses Problem behoben.


    Daraufhin reduzierte ich den Heizungsstrom auf 1000 W, was in den letzten 24 Stunden davor problemlos funktioniert hatte und keine Landstromsicherung auslöste. Doch genau dies passierte wieder. Nach drei Stunden war der Landstrom weg - obwohl doch eigentlich der Wechselrichter eine Vorrangschaltung besitzt und alles, was über den eingestellten Wert von 6 AH hinausgeht, automatisch über die Bordbatterie puffern soll.


    Was mache ich falsch? :(


    VG Wolf

  • Moin,


    Wenn die Absicherung landseitig wirklich nur 6 Ampere hergibt dann wird es mit 2000 Watt etwas viel gewesen sein. Das die Heizung aber überhaupt auf dem Wechselrichter zugreifen kann??? Ist das so?


    Gruß

    Ingo

  • Die Begrenzung etwas reduzieren auf 5 A?

    Ja, dass hatte ich von vorne herein so eingestellt. Ich ging deshalb auch davon aus, dass die Vorrangschaltung wirksam ist. Dieser WCS-Wechselrichter hat das am Anfang auch berücksichtigt.


    Offenbar holt der Wechselrichter die vollen 2000 Watt aus der Batterie und nicht nur die Differenz. Das wusste ich nicht. Das hat dann zur Folge, dass das BMS eingreift. Außerdem löste die Hauptsicherung an der Batterie aus. Deshalb der Stromausfall.

  • Ja, dass kann man so anschließen, sonst würde ja eine Vorrangschaltung des WCS-Wechselichters keinen Sinn ergeben, wenn die Heizung immer direkt auf Landstrom liegt.

  • Hallo Wolf,


    ja, das ist tatsächlich so, dass die Kombis bei aktivem Netzmangelausgleich den gesamten, benötigten Strom aus dem Akku holen. Das Prinzip ist ein sogenannte Offline-Verfahren. Das Ladegerät ist aktiv und lädt mit maximal verfügbarem Ladestrom die Akkus, während der Wechselrichter den gesamten 230V-Strom via Akkus generiert. Das ist übrigens nicht spezifiisch WCS, sondern auch bei Mastervolt, Victron etc so.


    vG

    Martin

  • Hallo Martin,


    vielen Dank für die Antwort. Ja, im Nachhinein ist mir das auch klar geworden. Ist ja auch logisch, denn anhand der Einstellung am WR wird ja nur der Wert festgelegt, der im Landstrom abgesichert ist.

    Dann schaltet der WR eben komplett auf Batterie - und nicht nur die Differenz.

    Eine Info in der Beschreibung wäre nicht schlecht gewesen, denn die meisten Anwender sind keine Elektriker.

    VG Wolf

  • Im Endeffekt ist es tatsächlich sogar egal ...


    Das Ladegerät pumpt mit der als Maximalwert angegebenen Stromstärke in die Akkus. Bei 4A wären das 4 x 230 / 14,4V = 63,xA. die in die Akkus geladen werden. Zieht man nun 100A/12V aus den Akkus heraus, so würden effektiv 37,x A aus den Akkus entnommenm da ja 63,xA dagegen gerechnet werden. Also "reichert" der Wechselrichter praktisch mit 37,xA/12V oder umgerechnet ~2A als Netzmangelausgleich an ...


    vG

    Martin

  • Ja, dass kann man so anschließen, sonst würde ja eine Vorrangschaltung des WCS-Wechselichters keinen Sinn ergeben, wenn die Heizung immer direkt auf Landstrom liegt.

    Vielleicht habe ich mich etwas missverständlich ausgedrückt/Vorrangschaltung ist schon klar - ich würde jetzt aber nicht unbedingt auf die Idee kommen, meine 2kW Heizung darüber anzuschließen. Wie groß sind denn Deine Batterien?


    Gruß

    Ingo

  • Hi Martin,


    das ist überzeugend.

    Wie Du weißt, bin zwar kein Elektroingenieur. Trotzdem habe ich verstanden, was Du meinst. Ich danke Dir für die Erklärung.


    Bevor ich hier nun eine Diskussion mit anderen Teilnehmern lostrete, warum ich 2 KW über den Wechselrichter in die Heizung laufen lasse. Das war ein Versuch. Ich wollte schlicht prüfen, wie sich die Anlage unter dieser Bedingung verhält. Schließlich ist die 2000/60/12 Combi für eine derartige Dauerlast ausgelegt.


    OK, man kann nun sagen: "Ja, dass sollte man eigentlich nie machen..." Doch wofür hat man dann sowas, wenn man nie probiert was möglich ist Das habe ich in speziellen Videos von einem sehr bekannten Firmeninhaber übernommen, der genau sowas immer wieder praktiziert - und man kann diesen Videos natürlich skeptisch gegenüberstehen, aber sie sind sehr anregend. :)


    Ganz liebe Grüße

    Wolf

  • Hallo Wolf,

    das ist völlig legitim so etwas auszuprobieren. Gerade auch, wenn man am Landstrom steht und ggf. eine "wackelige" Einspeisung hat und trotzdem die Heizung via Strom betreiben möchte.

    Ich habe die Elektroversorgung der Alde ebenfalls über den Wechselrichter laufen. Sporadisch heize ich via Strom das Wasser auf, wenn die Akkus voll sind und trotzdem noch reichlich Strom aus den Solarpanels ankommt. Bei immerhin fast 1.700Wp kommt da ja ausreichend Leistung an und wenn die Akkus voll sind, dann würde diese Energie quasi verplempert. Also wird dann Heißwasser produziert ... (Spaß: Braucht man ja immer mal, zur Not wird es eingefroren)


    Es macht also durchaus Sinn ggf. die Elektropatrone der Alde über den Wechselrichter laufen zu lassen.


    vG

    Martin

  • Hallo Martin,


    ich danke Dir für diese Einschätzung.


    Bevor wir die Elektropatrone über den Wechselrichter angeschlossen hatten lief die - wie bei den meisten hier - direkt über den 220V-Anschluss. Als dieses Jahr die Zündung der Alde-Gasheizung in Portugal ausfiel und wir genug Strom über Solar hatten und die Batterie voll war, kam mir der Gedanke, die Heizpatrone doch über den Wechselrichter laufen zu lassen - wie mir das mein Elektroinstallateur schon beim Einbau vorgeschlagen hatte.


    Und genau so wie Du es beschreibst bin ich vorgegangen. Es war ein Versuch - und der hat ja letztlich auch funktioniert. Ich hätte nur rechtzeitig wieder zurückschalten müssen, was ich leider nicht tat. Die 1000er Schaltung funktioniert ja bei 6 Ah Absicherung perfekt und hier wird auch nichts überlastet, wie Deine Rechnung auch gut nachvollziehbar darstellt.


    Sorry, dass ich gestern Abend nicht mehr geantwortet habe. Wir sind momentan unterwegs und waren rechtschaffen müde.


    LG Wolf

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