LiFePo4 - groß oder mehrere kleine, marke oder günstig ?

  • Hallo allerseits und schönes neues Jahr,

    wurde bestimmt schon mal erörtert, da mir aber Zeit und Muße fehlen die (gefühlten) 10000 Einträge unterm Stichwort LiFePo4 durchzusehen, erlaube ich mir ganz konkrete Fragen zum Thema zu Stellen.

    Da ich demnächst umrüsten will, folgende Fragen.

    1) Lieber eine große LitFePo installieren, oder 2,3,4 kleinere (mit selben gesamt Ah) . Was sind Vor- und Nachteile und Eure Erfahrungen/Empfehlungen. ?

    2) Marken wie SuperB, Steitz etc, liegen momentan bei ca. 4000€ für 400kWh. Im Versand finde ich auch wesentlich günstigerer für etwas über 1000 €. Lieber Finger weg, oder durchaus eine Alternative ?

  • Zu 1.: mehrere Akkus sind vorteilhafter, da A (laden/abgeben) addiert wird und falls mal ein Akku aussteigt man immer noch ein oder zwei davon zur Verfügung hat.

    zu 2: Habe seit Jahren 3 x 150 Ah von Supervolt für 3 T€. Bin voll zufrieden damit.

    Gruß Hajo

  • Das Thema ist fast ein Ersatz für frühere Öldiskussionen 😄...


    Bezüglich einzelner, großer Akku versus mehreren kleinen Akkus, sind ein paar Sachen zu berücksichtigen:

    • Einbauort (Gibt der Einbauort einen großen Akku her?)
    • Stromanspruch (Höhere Ströme ab 250A können nur wenige Akkus, da muss kaskadiert werden)
    • Kapazität versus Preis (Ab 300Ah mit Einzelakku aufwärts wird die Luft dünn und der Preis hoch)

    Was man nicht ausser Acht lassen sollte. Bei der Parallelschaltung von LiFePo4 Akkus gibt es herstellerspezifische Grenzen. Meist max 4 Stück aber teilweise auch weniger. Parallel geschaltete Akkus neigen zum Akkudrift (nicht zu verwechseln mit Zellendrift!). Auch hochwertige Akkus können SOC Abweichungen um 30% entwickeln (Trotz identischer Serie, identischen Kabelsätzen und über Kreuz Anschluß). Dss ist technisch unbedenklich, solange man Ausgleichsströme bei der Kabeldimensionierung berücksichtigt. Da können schnell mal 50-80A zusätzlichauf die Kabel kommen!


    Ich würde immer empfehlen auf prismatische Zellen (keine Rundzellen) zu achten und möglichst Gehäuse, die zur Reparatur auch geöffnet werden können. Damit fallen die Superbillig-Akkus eigentlich schon mal raus. Beim Aussuchen nicht nur auf die Kapazizät, sondern auch auf max Lade/Entladeströme achten (bei mehreren kleineren Akkus werden diese addiert!)


    Ob nun kompletter Eigenbau, Bausatz oder Fertigakku hängt von der Geschicklichkeit ab. Fertigakkus sind heutzutage nicht mehr wesentlich teurer als Bausätze oder Einzelkomponenten.


    Bei den Nonames etwas vorsichtig. Da ist viel Ramsch auf dem Markt. Beworben werden da dann Zyklen und Kapazitäten, die eher aus dem Land der Träume stammen.


    Wichtig ist eine gute Kapazitätsbedarfsrechnung/-Analyse um die benötigte Akkukapazität im Hinblick auf Autarkieansprüche zu berechnen. Dazu müssen auch Ladekapazität und Ladetechnik einbezogen werden. Es bringt nix 600Ah LiFePo4 zu haben und 30A Ladestrom ... Fette Akkukapazität braucht vernünftigerweise auch gute Ladeströme. Faustformel ... Täglich verbrauchte Ah sollten innerhalb von 4h nachgeladen werden können, um einigermaßen Autark zu sein. Schlechtwetter für Solar sollte mind. 3 Tage ermöglichen.


    vG

    Martin

  • Ich habe es jetzt mit zwei "Billig Akkus" probiert und bin sehr zufrieden.

    Ich habe 2x 300AH installiert.

    Da die meisten BMS mit Bluetooth max. 100 A Entladestrom schaffen habe ich zwei Akkus parallel Installiert.

    Zusätzlich habe ich noch einen Victron Smart Shunt eingebaut um eine bessere Übersicht über den Ladezustand zu haben.

    100A hätten vielleicht auch gereicht, war mir aber etwas knapp.


    Letztendlich kommen die meisten Zellen ja eh aus Asien und das BMS scheint mir bei den meisten Herstellern sowiso ähnlich.

    Die Schauergeschichten von brennenden Akkus kann ich so nicht wirklich glauben, möchte aber hier auch keine neue Diskussion darüber beginnen.

    Jeder so wie er möchte, EC geprüfte Akkus sind aber bestimmt auch nicht schlecht ;)


    Ich habe mich übrigens auch für prismatische Zellen entschieden und habe für die beiden Akkus unter 1000€ bezahlt.


    LG

    Jörg

  • Die Schauergeschichten von brennenden Akkus kann ich so nicht wirklich glauben, möchte aber hier auch keine neue Diskussion darüber beginnen.

    Braucht man auch nicht diskutieren. LiFePo4 brennen nicht. Selbst bei Fremdeinwirkung wirkt das Elektrolyte brandhemmend. Bei massivem Kurzschluss beulen sie, dampfen ab und qualmen "wie die Sau" aber sie brennen eben nicht. Ganz anders als die Lithium-Ionen Akkus (EBike/manche E-Autos, Smartphone, Tablets, etc). Die können brennen und sind unter bestimmten Umständen selbstzündend.


    "Billig Akkus" müssen nicht zwangsläufig schlecht sein aber oft handelt es sich um aufbereitete Zellen und entsprechend ist die Lebensdauer, in Form von Zyklen, eingeschränkt. Fairerweise muss man aber auch zugeben, das selbst bei einer Einschränkung der Zyklen um 50% die Lebensdauer des Akkus die zu erwartende Lebensdauer des Wohnmobils noch deutlich übersteigen kann...

  • Wir sind im Moment froh, das wir 2 Accubänke haben, bei einem ist das BMS ausgestiegen. Wir können unseren Urlaub mit halber Kraft fort setzen.

    Wir haben aber, wenn beide im Betrieb sind, das sich die beiden Bänke unterschiedlich entladen, was sich aber zum Schluss, Ent-oder Beladung wieder angleicht.

    Bei uns können beide Blöcke, jeweils mehr als 500 A Endladestrom, also kein Problem nur einen Block zu Brauchen.

  • Wir haben vor 5 Jahren auf SuperB umgerüstet und bis jetzt nicht ein Problem damit gehabt.

    Ich merke auch keine Kapazität Veränderung.

    Alle Batterie sind immer auf gleichen Niveau oder haben Max 1-2% Abweichung.


    Mit freundlichen Grüßen Ronny

  • Hallo zusammen,

    Haben aktuell 3 x 100 Ah (2 x 1,5 Jahre und 1 x neu) von Supervolt im Einsatz. Läuft alles bestens. Die Entscheidung fiel auf 2 bzw. 3 Akkus, um die Entladeströme (WR mit 1800W) zu verteilen und bei Ausfall eines Akkus, weiterhin Funktionsfähig zu bleiben.


    Bei unserem Wagen ist dann noch der Einbauraum etwas verschachtelt, da passen nicht alle großen Akkus rein. Jetzt werden wir noch die Zuleitung ( + und - Leitung) von der Lima anpassen und dann einen passenden Booster nachrüsten.

  • Wir haben vor 5 Jahren auf SuperB umgerüstet und bis jetzt nicht ein Problem damit gehabt.

    Ich merke auch keine Kapazität Veränderung.

    Alle Batterie sind immer auf gleichen Niveau oder haben Max 1-2% Abweichung.


    Mit freundlichen Grüßen Ronny

    Ich habe bei absolut identischen 560Ah/24V also 8S2 Akkus einen Bankdrift von über 30% bei SOC unter 50%. "Drehe" ich die Bänke um, so verlagert sich der Drift auf die jeweils andere Bank. Ergo liegt es nicht an den Akkus selber. Da beide Akkus aber mit identischen Kabeln an einer Busbar hängen, gibt es keine vorstellbar technische Begründung dafür.

    Beide Bänke sind mit 70mm² auf die Verteilerschiene aufgelegt. Nehme ich den Kabelsatz von Akku 1 und tausche ihn mit Akku 2 so wandert der Effekt.

    Beide Akkus 100% SOC = 0% Drift

    Akku 1 auf 70% SOC, dann Akku 2 auf 90% SOC

    Akku 1 auf 50% SOC, dann Akku 2 auf 80% SOC


    Das passiert nur, wenn ich Ströme über 100A abnehme. Bei ca 30A ist der Drift sehr gering, teilweise 1-3%.


    Dieser Effekt tritt nicht nur bei meinen Akkus, sondern mehrfach, auch bei teuren Akkus auf.


    Abhilfe: Ich betreibe die Akkubänke separat. Erst Akkubank 1 bis 20% runterfahren und dann auf Akkubank 2 umschalten. Sind beide Akkubänke auf ca 20% runter (was sehr, sehr selten vorkommt) dann beide aktiv und wieder laden. Bei 120A Ladestrom driften die Akkubänke dann bis zu 5% auseinander, sind aber bei 100%SOC dann auch wieder ausgeglichen.


    Wie gesagt. Diesen Effekt haben mehrere LiFePo4 Benutzer und ist so selten nicht.


    Der einzige Nachteil ist, das es eine verstärkte Ausgleichsladung gibt. Sprich, die eine Akkubank lädt die andere. Dabei gibt es Verluste, da diese Ausgleuchslsdung interessanterweise pendelt. Akku 1 lädt Akku 2 so lange, bis Akku 2 mehr SOC hat als Akku 1 und dann geht es andersherum, solange bis die Ladung ausgeglichen oder der Unterschied nicht mehr messbar ist.

    Das ist nicht schädlich!!! Aber führt zu Verwunderung, wenn man das (zufällig) beobachtet.


    Eine Usache "soll" das passive Balancing sein, Bei Ausgleichsladung kann der Schwellenwert des BMS überschritten werden und der Balancer wird aktiv. Der braucht ja ebenfalls Strom um die Zellen zu balancieren und nimmt "sich selber" Ladung, die dafür sorgt, dass die Bank (geringfügig) mehr entladen wird als die Andere und schon steigt der Ausgleichsstrom, der dann gegen den Drift arbeitet und den ersten Akku in den Zustand entladen versetzt, wo das BMS mit dem Balancing nicht aktiv ist und schon verstärkt such der Effekt. So wurde es mir aus Fachkreisen erklärt.

    Mit einem aktiven Balancer soll dieser Effekt entfallen. Ich habe mir aktive Balancer von Daly bestellt und werde es testen ...


    @ Micha65 ... das könnte ggf. auch für deine Akkus interessant sein.


    vG

    Martin

  • Hallo Martin,

    dass Problem habe ich im Moment auch wieder das die Akkus auseinanderdriften.

    Ich werde einfach mal abwarten was passiert.

    Zur Info, wir haben 6 Batterien.


    LG Michael

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