Vom Expeditionsmobil zum Morelo

  • Hallo,


    wir, Marion & Peter, möchten uns auch kurz vorstellen und beantworten natürlich auch gerne Fragen.


    Angeregt durch die Berichte über die Reisen von Gerd Ruge auf der Seidenstraße, Russland oder im Osten allgemein haben wir uns Ende der 90er Jahre mit der Anschaffung eines geeigneten Wohnmobil beschäftigt. Mehr oder weniger über 6 Jahre haben wir uns alles angehört und angelesen was es gab, haben in Deutschland, Schweiz und Österreich alle damaligen Hersteller teilweise mehrfach besucht und uns dann 2002 entschlossen ein Fahrzeug bei der Firma Langer & Bock in Göppingen bauen zu lassen. Auch im Fahrgestell haben wir alles durchdiskutiert, vom MB Vario oder Iveco Allrad über Unimog zu MAN, DAF, Volvo und Mercedes. Entschieden haben wir uns dann für ein einzeln bereiftes Fahrgestell von MAN, einen 14.285 LAEC. Lange haben wir mit der 7,49 t Grenze wegen des Führerscheins gehadert, aber die Aussage eines Herstellers, "wenn man mehrere hundert tausend DM ausgibt kann man doch auch für keine 2.000 DM einen LKW Führerschein machen", hat überzeugt.


    Die Bauzeit des Aufbau mit Hubdach war individuell von uns mit Langer & Bock geplant und betrug ca. 9 Monate. Wir sind während der Bauphase regelmäßig, nachher wöchentlich gute 550 km pro Strecke nach Göppingen gefahren um den Bau zu begleiten und sich ergebene Fragen vor Ort zu besprechen und zu klären. Wir hatten das Fahrzeug zwar 1:20 geplant und gezeichnet und an geeigneter Stelle hatten wir den Grundriss 1:1 zu Hause aufgemalt, aber in der Praxis ergeben sich nimmer wieder Fragen. Mit dem Bau und Ergebnis und der Zusammenarbeit mit Langer & Bock bis heute sind wir sehr zufrieden.


    Im Jahre 2006 haben wir mit Mitte/Ende 40 Jahre beschlossen mit der Arbeit aufzuhören, ich war selbständig und hatte eine große Handelsfirma für Polstermöbel, und das Leben mehr zu genießen und zu reisen. Im Jahre 2007 haben wir dann den letzten von knapp 100 Angestellten entlassen und die Firma geschlossen ( keine Insolvenz, Betriebsaufgabe ). Die Immobilien haben wir seitdem in der Vermietung und leben von den Mieteinnahmen besser und risikoärmer als vorher als Selbständiger, was bedeutet selbst und ständig wie mancher wohl weiß.


    Wir waren aktiv im Allrad-LKW-Gemeinschaft-Forum und sind fast 300.000 km bis heute mit unserem MAN gefahren.


    Wir haben alles gesehen was wir uns anschauen wollten und konnten, in Amerika und Australien waren und wollten wir nicht, auch weil wir immer einen Australian Shepherd hatten und wohl haben werden. Sonst waren wir mehrfach am Nordkap, ohne Hund auch auf Island und Mauretanien, Senegal. Mit Hund dann mehrfach in Russland, Mongolei, Seidenstraße, Usbekistan, Kirgistan, Kasachstan, Ukraine, Polen usw. Alle Länder der EU und Baltikum, Balkan mit Albanien, Montenegro, Serbien usw.. Die Liste wäre riesig. In den letzten beiden Jahren stellen wir mit Anfang/Mitte 60 fest, dass uns das Reisen mit so einem Expeditionsfahrzeug zu anstrengend wird und für die Länder, wo wir jetzt noch hinreisen wollen und werden ( also nur noch Europa ) benötigen wir so ein Geschoss nicht.


    Unser Fahrzeug hatte nach Chiptuning 320 PS, 16 Gang Getriebe, zuschaltbaren Allrad und 3 Sperren (VA, HA und Zentral). Wir haben irre schöne und tolle Fahrten erlebt, haben uns insgesamt 3 mal festgefahren wo fremde Hilfe nötig war, hatten viele Reparaturen aufgrund der schlechten Straßen und Wege und vieles am Fahrzeug im Laufe der Jahre weiter verbessert. Das Fahrzeug wurde technisch und optisch in einem sehr guten Zustand gehalten und es ist eigentlich schade, dass wir uns jetzt zu einem neuen Schritt entschieden haben.


    Im Winter waren wir in der Extremadura für ein paar Wochen, für uns haben wir festgestellt, dass 6-8 Wochen ein guter Zeitraum zum verreisen ist, 3 oder 6 Monate, was wir auch gemacht haben ist uns eigentlich zu lang. Weiter haben wir im Winter festgestellt, dass wir es für unsere Zukunft bequemer haben möchten und haben uns spontan zum Kauf einen Morelo Loft entschieden, der im Juli kommen wird.. Hätte man mir vor 3 Monaten gesagt, dass ich je eine Morelo fahren werde, den hätte ich für verrückt erklärt. Unsere Freunde und Reisebekannte sind auch alle total überrascht, hoffentlich ist es keine beginnende Demenz. Aber der Loft gefällt uns optisch von innen ohne den in unseren Augen Kitsch der vielen Liner und wir haben die Sonderedition bei Veregge und Welz bestellt mit ziemlich allen Extras und lassen noch Photovoltaik und paar Sachen optimieren. Auch den Führerschein nicht mehr verlängern zu müssen macht es uns leichter, unser MAN wog über 12 to fahrbereit auf einem 18 to Fahrgestell, abgelastet auf 14 to.


    Jetzt lesen wir hier im Forum kräftig mit und hoffen auf nette Leute. Unseren MAN müssen wir noch verkaufen, der geht jetzt bald in Kleinanzeigen auf den Markt.


    Ich habe mal 2 Zeitungsberichte über unseren MAN angefügt, es ist ein Unikat und war natürlich für die Presse und Menschen bis heute hochinteressant.... und ja, damit kann man in die Wüste fahren



    Liebe Grüße


    Marion & Peter


    media.pdf

    media2.pdf

  • Hallo Marion und Peter,


    Eine tolle und erzählenswerte Vergangenheit, die ihr uns hoffentlich noch ausführlicher schreiben werdet.

    Diesen Schritt vom Expeditionsmobil zu einem Loft muss man erstmal machen, viel Glück und gute Fahrt weiterhin, wenn auch nur auf befestigten Straßen ;)


    Willkommen hier im LT!


    vG

    Rudi

  • Hallo Marion und Peter, herzlich willkommen hier im Forum. Hoffentlich wird euch auf asphaltierten Straßen und inmitten vieler Gleichgesinnter auf engen Stell/Campingplätzen nicht langweilig. Viel Freude am neuen Womo.

  • Hallo Marion und Peter,

    auch ich möchte Euch hier im Linertreff herzlich Willkommen heißen.

    Ihr habt ja eine beeindruckende Geschichte in eurem Weltreisemobil vorzuweisen.

    Allzeit Gute Fahrt mit eurem Morelos.

    Grüße aus dem Weserbergland.

    Martin

  • Spannend finde ich die Preise zu eurem Weltreisemobil in dem Artikel.

    Glaube mir, es wird selten so viel phantasiert wie in solch einer Presse. Die Medien haben sich da etwas zusammen phantasiert, weil sie weder von Langer & Bock noch von mir brauchbare Auskünfte zum Preis bekamen. Unser Fahrzeug hat über 450.000 Euro damals gekostet und jedes Jahr viele Euro an Erweiterungen oder Verbesserungen.


    Ich habe jetzt ein älteres Wertgutachten von ca. 250.000 Euro Wiederbeschaffungswert, das benötigte ich für die Versicherung, es ist zu Neuwert 450.000 Euro versichert. Ich lasse jetzt nochmal ein Wertgutachten vom gleichen Gutachter machen und er meinte am Telefon schon, dass sich der Preis nicht viel verändert hat. Es ist ein kleiner Markt wie wenig Angeboten und wenig und spezielle Nachfrage.


    Liebe Grüße


    Peter

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