Lebenserwartung Morelo 88 LB 2023

  • Moin zusammen,


    ich bin gerade dabei, einige finanzielle Planungen die Zukunft betreffend zu machen.

    Dazu gehört auch, wie lange ich den Morelo am besten halte. So halte ich es bei Autos auch. Entweder nach 3 Jahren weg oder fahren bis nichts mehr geht.

    Mein Morelo ist Bj. 2023, ist komplett voll und hat 22tkm runter. Wie lange hält so ein Fahrzeug in gutem Zustand? Also, ohne all zuviel Rost, etc. Bleibt das Gfk gut ohne Blasen? Dichtigkeit? Motor, Getriebe etc.? Kann man den 15 Jahre in gutem Zustand fahren, oder hat man da schon überall Abnutzungsspuren etc.? Oder verkaufe ich besser nach 6-8 Jahren Haltezeit?

    Service etc, wird natürlich immer gemacht,

    Danke!

  • Ohje, das wird ein Thread - ist schon Sommerloch noch vor dem Sommer ? ;)


    Bei einem BJ23, also einem Fahrzeug das noch seine gesamte Lebenszeit vor sich hat und du für diese verantwortlich bist ist die Antwort doch einfach, es kommt auf deinen Umgang und die Pflege an.


    Bekommt das Fahrzeug nie einen Ölwechsel, nimmt dir der Motor das irgendwann übel. Achtest du nicht auf Rostprävention, fährst viel im Winter (Salz auf der Straße) ohne adäquate Nachsorge, steht das Fahrzeug immer draußen und wird dabei nicht gepflegt, macht sich das irgendwann bemerkbar.

    Gallopierst du durch den Innenraum fallen dir Abnutzungsspuren vermutlich bald auf.


    Ansonsten sagt meine Glaskugel dass dein Fahrzeug ein langes Leben vor sich hat. Manchmal ist die Glaskugel aber halt auch kaputt. Und ob du das Fahrzeug auf seinem Werdegang länger begleitest, weisst nur du allein ;)
    Kann auch die Tarotkarten nehmen, dann nochmal gezielter nachfragen.


    Jetzt könnten wir noch die Politik ins Spiel bringen und unken ob wir in 5 oder 10 Jahren noch einen Verbrenner fahren dürfen, ich hoffe aber das (unken) lassen wir mehrheitlich, von der Diskussion wirds nämlich nicht besser, wir aber unruhiger ;)


    Bitte entschuldige meinen eher ironischen Beitrag aber was soll man bei einem "Fast Neufahrzeug" auf derart allgemeine Fragen auch ernstgemeint antworten.

  • Unser Morelo ist 13 Jahre alt und er ist in einem guten Gebrauchtzustand. Das Fzg. ist dicht, fährt immer noch hervorragend und vor allem sparsam, weil kein AdBlue. Mit der Agile habe ich mich arrangiert und habe kaum noch Probleme damit. Die Möbel und die Polster sind immer noch in einem sehr guten Zustand und alles funktioniert ohne technische Störungen. Gerne wollte ich ihn noch 3-4 Jahre weiter fahren, aber meine bessere Hälfte hat mich überzeugt, einen neuen Morelo zu bestellen. Dabei ist der Aufbau und Grundriss nahezu gleich und wir sind mit der Marke und dem Service mehr als zufrieden.

    Der Einzige der uns vorzeitig von den aktuellen Modellen trennen könnte wäre die Politik. Oder die Entwicklung zeigt endlich neue Technologien auf, die den Diesel am Ende alt aussehen lassen könnte. Aber das sehe ich noch lange nicht so bei den Campern.

  • Der Einzige der uns vorzeitig von den aktuellen Modellen trennen könnte wäre die Politik. Oder die Entwicklung zeigt endlich neue Technologien auf, die den Diesel am Ende alt aussehen lassen könnte.

    Das ist der einzige Punkt, den man im Auge behalten sollte. Im Gegensatz zum PKW kommt es beim Wohnmobil nicht auf den letzten Entwicklungstand an. Wenn es 100%ig zur persönlichen Nutzung passt, sollte man es so lang wie möglich nutzen. Voriges Jahr habe ich einen Alkoven von Carthago aus 1997 aufbereitet und auf den neuesten Stand gebracht. Abgesehen vom Preis, würde er viele neu angebotene Wohnmobile schlagen.

    Gruß Hajo

  • Gutes Thema! Das sind sicherlich Gedanken, die sich viele Treffler machen.


    Mit der betriebswirtschaftlichen Brille ist das Ergebnis ohne Emotionen relativ klar. "Fahren bis er auseinanderbricht". Gute Pflege kompensiert einige Investitionen, die die Alterung hemmen.


    Beispiel: Das graue Monster haben wir für 110k€ bei einem reinen Zeitwert von über 180k€ gekauft. Allerdings hatte der Wagen einen enormen Wartungsstau. Gekauft 2017 nachdem der Wagen 6 Jahre "in der Ecke" gestanden hat und nicht benutzt wurde. Davon hat er 2 Jahre in Portugal auf einem CP gestanden und ist "vergessen" worden. Entsprechend waren die Auswirkungen auf die Hülle durch die Sonneneinstrahlung. Da der Wagen im Kundenauftrag auf einem beigestellten Fahrgestell gebaut wurde, gibt es eine 2 Jährige Differenz zwischen Erstzulassung des Fahrgestells (2008) und Erstzulassung nach Typisierung des Aufbaus (2010). Als wir den Wagengekauft haben, war er also defact0 10, respektive 8 Jahre alt. Weder Sanitärausstattung, Betten, Heizung sind bis dahin jemals benutzt worden. Wir haben also von der Ausstattung betrachtet ein 10 Jahre altes Neufahrzeug gekauft. Neupreis des Fharzeuges waren seinerzeit 360k€ zzgl. dem beigestellten Fahrgestell. Also vermutlich irgendwas um 420k€. Die gleiche Ausstattung/Konfiguration würde heute vermutlich deutlich über 500k€ liegen (ist spekulativ, da es diese Kombination mit einem MAN Fahrgestell ja nicht mehr gibt). Hätten die Vorbesitzer den Wagen besser gepflegt und Instand gehalten, dann wäre der reele Preis bei 180-190k€ geblieben. So waren es nach harten Verhandlungen dann 110k€ und Investitionen um 80k€ um das Fahrzeug in den Ausstattungszustand zu bringen, wie es heute ist. Das bedeutet, die Investitionen wären teilweise vermeidbar gewesen. Allerdings wurde das Fahrzeug im Rahmen der Investitionen auch deutlich individualisiert.

    Wir haben heute ein Fahrzeug, welches also 15 Jahre alt ist, sich aber so rein garnicht danach anfühlt. Mit ca. 250kkm auf der Uhr läuft der MAN immer noch wie ein Neuwagen.


    Rost ist kein Thema, hat er nicht. Laufleistungsverschleiß braucht man bei dem Fahrgestell vermutlich garnicht drüber reden. Alles, was zur Pflege gehört, bekommt er und die Kosten sind eher nicht altersabhängig. Neue Scheinwerfer müssen rein aber die liegen bereits seit 3 Jahren in der Ecke (Umrüstung auf LED). Wo man mit leben muss, ist die Modellgestaltung. Natürlich mag ich die jetztigen Designs der Fahrzeuge auch aber der Kompromiss zwischen Kosten/Nutzen und Designansprüchen lässt sich gut ertragen.


    Was ein echtes Problem ist, ist der typisch männliche Gedanke "Will was neues" ... In dem Punkt muss mich Madame auf pragmatische Weise immer wieder ausbremsen. Faktisch betrachtet hat unser Fahrzeug genau die Ausstattung, den Grundriss, die Größe und den Antrieb, den wir haben wollen. Etwas vergleichbares neu zu beschaffen wird beliebig kompliziert und teuer. Deswegen muss man die Emotionen aus der Formel besser mal rauslassen und sich auf die rein betriebswirtschaftliche Betrachung fokussieren. Und da schneiden die Fahrzeuge über eine Laufzeit eben deutlich besser ab als Fahrzeuge mit kürzeren Nutzungsintervallen.



    Die Formel lautet also Pflege, Pflege, Pflege (kompensiert einige Investitionen) und möglichst langfristige Nutzung. 20-25 Jahre sollten für diese Fahrzeuge (unabhängig von der Modellentwicklung) keine Rolle spielen und die Erhaltungsinvestitionen auch überschaubar bleiben. Der Wertverlust in den ersten Jahren ist höher und den hätte man beim Umhandeln alle 3 Jahre (also 6 Mal im gleichen Zeitraum von 20 Jahren) dann also mehrfach, während sich der Wertverlust des Bestandsfahrzeug ab dem 3. Jahr halbiert. (1.-3-Jahr 10% Anno, danach 5% Anno).


    vG

    Martin

  • Man muss aber schon unterscheiden zwischen einem reinen "Nutzer" der alles am Fahrzeug machen lässt und einem Liebhaber mit handwerklichen Fähigkeiten.

    Bei ersterem kommt es natürlich auf die zur Verfügung stehenden Mittel an, denn mit zunehmenden Alter wird der Wartungs- und Reparaturaufwand schon größer - und der muss ja auch bezahlt werden.


    Hat man aber auch die Fähigkeiten und Möglichkeiten so kann man ein Fahrzeug auch langfristig auf aktuellem technischen Stand halten und immer wieder modernisieren.

    Letztendlich ist es ja "nur" ein LKW Fahrgestell mit einem Kofferaufbau 8o was Verschleiß hat - der Innenausbau ist eher Schreiner-, Installateur- und Elektriker-Gewerk.

    Klar könnten dann auch WoMo Kollegen die Nase rümpfen über die "Bastelbude" - aber es ist dann eben das "Eigene" Fahrzeug, dass es so nicht noch einmal gibt. Es kommt natürlich auch auf die eigenen Fertigkeiten an, wenn man ein hochwertiges Fahrzeug auch weiter hochwertig erhalten will. Das fängt bei der Materialauswahl an und man muss auch einen zeitlichen Aufwand in Betracht ziehen.



    LG Dieter

  • Hallo Dieter , dass seh ich ein wenig anders !

    Wir haben uns vor sieben Jahren auch für ein gebrauchtes Fahrzeug entschieden (Bj 2009 )

    und haben fast alle Umbauten und Verschönerungen durch Fachbetriebe machen lassen . Natürlich sind die Kosten höher als selbermachen , aber hier geht es um ein fertiges Fahrzeug und die meisten Arbeiten, die altersbedingt dann gemacht werden , müssen durch Fachbetriebe ausgeführt werden. Und durch regelmäßige Werkstattbesuche ( Insp. / HU usw.) lassen sich die Kosten in Grenzen halten . Und wer sagt mir denn , dass ein neueres Fahrzeug , gerade aus der Garantie , keine Kosten verursacht. Hier im Forum lese ich da häufig anderes 🤢 . Aber natürlich gibt es da diverse andere Meinungen und jeder soll damit glücklich werden.

    Wir sind mit der von uns gewählten Variante zufrieden und nur das zählt.

    Schönes Wochenende

    Gruß Uwe

  • Wir haben einen 20 Jahre alten Concorde und nutzen den auf Reisen intensiv. D.h. wir schlafen, kochen, duschen und leben darin. Außerdem reisen wir mehr, als dass wir irgendwo stehen. Wir sind Nichtraucher, Nichttrinker und extrem pingelig. (also richtig langweilig) ;) Nach den Touren wird das Fahrzeug gewaschen, gereinigt und es wird alles gecheckt und sofort erneuert - wenn etwas defekt oder unschön wurde. Da wir einen Hallenplatz haben, steht der Wagen bei Nichtnutzung dort und ist vor UV-Licht, Hagel und sonstigen Wetterkapriolen geschützt. Folglich sieht man das Alter dem Fahrzeug weder Außen noch Innen an. Außer vielleicht, dass jetzt andere Möbelfarben und Folierungen "In" sind.


    Dieser Wagen wird uns deshalb noch weitere Jahre begleiten. Motortechnisch und vom Fahrwerk dürfte locker eine halbe Million Kilometer drin sein, von der wir jetzt noch 400.000 entfernt sind. Bei guter Pflege und allen Kontrollen nebst sofortiger Reparatur kann man deshalb durchaus von einem akzeptablen Wertverlust sprechen. Der Neupreis betrug laut Vorbesitzer 2005 einmal 165 TEUR und liegt jetzt noch nach Schätzung bei 120.000.- € Aber verkaufen werden wir dieses Schätzchen nicht - vorausgesetzt, unsere Gesundheit bleibt ebenso fit wie dieses Reisemobil.


    Und ja, auch technisch sind wir aktuell und verwenden moderne Komponenten. Natürlich werden nun Kritiker sagen, ja dann investiert ihr ja auch laufend und dann ist der Wertverlust ja relativ. Ja das stimmt auch. Doch auch ein Haus, das nicht gepflegt wird, ist irgendwann auch gammlig. Schließlich lebt man ja selbst darin und will sich wohlfühlen. Deshalb ist das auch erstmal zweitrangig.


    VG Wolf

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