Erneutes Beispiel von "geplanter Obsoleszenz" - Bosch "Camper Alarmanlage" für die Tonne

  • Leider mal wieder ein, aufgrund des Herstellers, nicht wenig prominentes Beispiel wie schnell der Konsument mit "Cloud Lösungen" derbe auf die Nase fallen kann.


    Von Bosch gibt/gab es Spexor, was hier vlt. der ein oder andere auch schon angesehen (aber hoffentlich nicht gekauft) hat.


    Als nette "Überraschung" ist damit jetzt "kurzfristig" einfach mal Schluss. In 6 Wochen werden die Server abgeschaltet und damit das Teil zu Elektromüll


    Quelle und mehr Infos https://www.golem.de/news/spex…oschrott-2505-196570.html

  • :cursing: Jupp ... der Rechtsanwalt arbeitet bereits dran. Hintergrund .. ich habe einen Kunden, der ca. 1.600 Fahrzeuge mit Spexor im Zeitraum 2021-2023 ausgestattet hat. Der findet das so garnicht lustig, zumal nun die gesamte Flotte neu ausgestattet werden muss, da die Alarmtechnik nicht nur für Einbruchalarme, sondern auch für Temperaturüberwachung und Ortung eingesetzt wird. Die Chancen hier etwas zu erreichen sind allerdings denkbar schlecht. Ziel wäre es eine Möglichkeit zu finden die Spexor auf einen eigenen Dienst (Cloud) anzupassen, wo Bosch sich aber extrem abweisend verhält.

    Doof ist auch, dass keine verträgliche Alternative zur Umrüstung, etwa unter Beibehaltung der Sensoren, angeboten wird.

  • Leider wieder ein Beweis für mich warum ich keine Cloudbasierten Lösungen nutze. Selbst meine ach so geliebten Tuya Geräte für HA werden ohne Cloud betrieben... Man schafft sich früher oder später einfach Ziegelsteine an. Genau deshalb wäre ich vorsichtig im WoMo mit Revotion, VanPi und dgl. proprietäre Lösungen einzusetzen. Offene Systeme wie HA werden da vermutlich länger überleben.


    Ach ja - sollte jemand sich das CIS3 einbauen wollen. Da kann ich euch zumindest mitteilen, dass die auch ohne DigiCamper weiterhin funktionieren würde. Für den Remote-Zugriff gibt es hier die Möglichkeit auch altbekanntes zu verwenden wie WireGuard, TailGate usw. Das hab ich schon getestet... Einziger Wermutstropfen, da bin ich mit Josef schon dran ist die SW Version von HA auf dem CIS3. Das liegt aber daran, dass er als Hersteller garantieren muss dass seine Schnittstellen auch sauber funktionieren - ist ein anderes Thema....


    Ziel wäre es eine Möglichkeit zu finden die Spexor auf einen eigenen Dienst (Cloud) anzupassen, wo Bosch sich aber extrem abweisend verhält.

    Verständlich, denn als Hersteller müsste er die Funktion garantieren usw. Bei der "Klagefreudigkeit" der Nutzer wäre ich da ehrlich gesagt auch vorsichtiger

  • :cursing: Jupp ... der Rechtsanwalt arbeitet bereits dran. Hintergrund .. ich habe einen Kunden, der ca. 1.600 Fahrzeuge mit Spexor im Zeitraum 2021-2023 ausgestattet hat. Der findet das so garnicht lustig, zumal nun die gesamte Flotte neu ausgestattet werden muss, da die Alarmtechnik nicht nur für Einbruchalarme, sondern auch für Temperaturüberwachung und Ortung eingesetzt wird. Die Chancen hier etwas zu erreichen sind allerdings denkbar schlecht. Ziel wäre es eine Möglichkeit zu finden die Spexor auf einen eigenen Dienst (Cloud) anzupassen, wo Bosch sich aber extrem abweisend verhält.

    Doof ist auch, dass keine verträgliche Alternative zur Umrüstung, etwa unter Beibehaltung der Sensoren, angeboten wird.

    Ich hab schon länger Kundenanfragen auf dem Tisch "was man da machen könne" Die Einstellung vom Vertrieb und teilweise Funktionen gibts ja schon länger, das Ende war schleichend aber zu befürchten.


    Wir hatten uns mit nem Testgerät mal paar Netzwerkflows angeschaut und das Teil auch mal zerlegt um uns die Software anzuschauen, aber das Projektvolumen war zu dem Zeitpunkt nicht interessant genug um das kommerziell weiter zu verfolgen.

    Auch weil ein späterer Betrieb vermutlich ohnehin ein Match mit den Advokaten von Bosch bedeuten würde.


    Die License Disclosures geben ein wenig Einblick in den Stack https://www.spexor-bosch.com/de/open-source-software/


    Folgeherausforderung, speziell bei den per GSM angebundenen Geräten müsste man entweder die Devices patchen um den Endpunkt zu ändern oder per Private APN arbeiten um den DNS Resolve anpassen zu können.

    Bringt dann aber erstmal auch nicht viel da zwar offensichtlich kein Zertifikatspinning gemacht wurde, aber zumindest ein Cert Chain Check, zumindest konnten wir auf die schnelle keinen Endpoint mocken, das war dann aber auch der Punkt wo unser Forscherdrang nachließ.


    Und ja, Bosch zeigte da wenig Interesse. Obwohl wir Kundenseitig einen Fuss aus einer früheren Kooperation bei einer API Anbindung ins Dev Team hatten, wurde da ein "wird vergebene Liebesmüh sein" signalisiert.


    P.S. sorry für den Nerd Kauderwelsch ;)

  • Da wart ihr schon weiter als wir es sind. Das Hauptproblem ist, dass zwar die Entwickler bis zu einer gewissen Eindringtiefe reden können aber nicht dürfen. Bisher (bereits seit 1,5Jahren) reden aber nur die Advokaten und da ist kein technischer Sachverstand im Thema. Da geht es u Urheberrecht und Vertragsrecht und die hauen sich im Vierteljahresintervall die Brocken um die Ohren. Ein Schreiben von meinem Kunden wird nach gefühlt 3 Monaten beantwortet und natürlich bleiben Fragen offen, die dann wieder 3 Monate Reaktionszeit haben. So läppert sich das Verfahren dahin. Ob die Gerichte die Klage überhaupt jemals behandeln steht auch noch offen. Bisher gibt es da so gar keinen Fortschritt. Die Techniker haben zwar mal grundsätzlich geprüft aber wurden dann auch zurückgepfiffen als die Advokaten sich in den Schlagabtausch begaben. Sieht also alles nicht erfolgversprechend aus.

  • Ich habe auch einen Spexor seit vielen Jahren im Einsatz und bin jetzt ziemlich enttäuscht, dass ich ihn Ende Juni in den Elektroschrott werfen soll. 🥴

    Ich wäre gerne bereit, eine eigene Serverlösung zu bauen, was natürlich eine neue Firmware erfordert und/oder einen DNS-Patch im Router, um die Anfragen an den Bosch-Server umzuleiten. 😇

  • Da geht es u Urheberrecht und Vertragsrecht

    Ja, kann ich so bestätigen. Es gab den süffisanten Vorschlag das Produkt komplett zu übernehmen, dann würde man auch "das kleine Problem" mit den Rechten lösen. Natürlich in keiner Hinsicht praktikabel darstellbar.

    Da lob ich mir die wenigen Beispiele (mir fällt grad keines ein ;) ) bei denen der Anbieter vor Abschaltung noch "lokale APIs" nachschiebt oder sogar den Code veröffentlicht.


    Das "Nägel mif Köpfen" der Abschaltung der Server dürfte eure Klage zu einem Papiertiger werden lassen. Ohne Funktion analysiert es sich schlecht (sprich dann benötigt es erst recht umfangreiche, passende Doku) und die Wartezeit hat der Kunde mit inaktiven Geräten ja vermutlich eh nicht.


    Ich kann immer schwer nachvollziehen warum man interessierten (größeren) Kunden in solchen Fällen keinen (kostenpflichtigen) Weiterbetrieb, ggf. auch als abgeschottete Insel, anbietet.

    Am Ende vermutlich aber wegen dem Argument "wenn technisch darstellbar könnte es der Kunde, aufgrund der bei Kauf geltenden Leistungszusagen, auch kostenneutral einklagen".

  • Ich habe auch so ein Ding und boykottiere ab dem Zeitpunkt der Bekanntgabe (Einstellungsmitteilung) alle Produkte des Hersteller. Und das auch mit Ansage und der Bitte der Weitergabe. Nützt zwar nichts, muss aber bestraft werden. Ich lass mich nicht gerne verarschen.

  • Bis wann wurde die Teile verkauft, oder werden sie immer noch verkauft?

    Das System war mal bei mir im Focus.

  • Bis wann wurde die Teile verkauft, oder werden sie immer noch verkauft?

    Anfang 23 hat Bosch den Verkauf der Devices eingestellt, im Handel waren sie noch etwas länger.

    Mitte 24 konnte man dann keine Funktionen mehr nachkaufen (ging in der App).

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