DC/DC-Lader wirklich defekt? Carthago C-Line 4.9 LE (2022) – LiFePo4-Ladeproblem

  • Hallo zusammen,

    ich bräuchte etwas fachliche Unterstützung zur Ladetechnik in meinem Carthago C-Line 4.9 LE L auf MB-Basis, Bj. 2022.

    Verbaut sind zwei LiFePo4 mit je 140 Ah. Setup war werkseitig mit 2x 95AH Gel, aber ansonsten bisher unverändert:

    • AC/DC-Lader: CBE 516 (Gel-Kennlinie)

    • DC/DC-Lader: Schaudt WA121525 (auf LiFePo4, max. 25A)

    • Victron MPPT 100/30 mit Bluetooth

    • Ladeleitungen: 6mm² (realistisch max. 30A)

    Problem: Ich hatte während der Fahrt nie mehr als ~180 W Ladeleistung über das BMS gesehen. Händler meinte am Telefon, der DC/DC-Lader sei wohl defekt. Ich bin mir da nicht so sicher.

    Beispielmessung (bei Spätnachmittagssonne + Fahrt, Kühlschrank noch auf 12V):

    • MPPT: 83 W / 13,64 V / 5,8 A

    • Batterien: 73 W + 75 W

    Nach Umschalten des Kühlschranks auf Gas, ca. 30 min später war zuvor am MPPT auch 54W und bei den Batterien 71 und 52 W, danach:

    • MPPT: 52 W / 13,65 V

    • Batterien: 146 W + 143 W

    Also kam nach Umschalten deutlich mehr Ladung an. Daraus die Frage:
    Ist der Booster wirklich defekt oder saugt der Kühlschrank (plus Inverter, Tablet an 230V, Medienmodul, evtl. Wasserpumpe etc.) einfach die komplette Energie weg?

    Noch eine Beobachtung: Trotz 130–140 W Solar wurden teilweise nur ~80 W in die Batterien geladen – auch da scheint viel im System zu verschwinden. Außentemperatur war 37 Grad – klar, Kühlschrank läuft – aber mir kommt das insgesamt zu wenig vor.

    weiteres Problem

    Der CBE 516 geht nach ca. 10 h in Standby (GEL Kennlinie), was bei Landstrom im Stand (z. B. Zuhause) schlecht ist – die LiFePo4 entladen sich nach und nach, besonders wenn noch Restverbraucher dran hängen (Dachklima war auch aktiv → sehr leer bei Rückfahrt).


    Daher mehrere Fragen zu den beiden Geräten:

    1. Muss der DC/DC-Lader auch die 12V-Verbraucher versorgen oder ist er rein für die Batterie?

      D.h. wenn ich 300 W DC/DC-Ausgang hätte, müssten dann je 150 W bei den Batterien ankommen, oder muss ich vorher die Verbräuche abziehen?

    2. Macht ein Umstieg auf einen 30A-Booster (z. B. Victron Orion Smart) Sinn – auch hinsichtlich Spannungsabfall bei 6mm²? kommt da soviel mehr an?

    3. Der CBE 516 lässt sich wegen Bordcomputer wohl nicht einfach durch einen Victron IP22 ersetzen (Thema Signalkabel für Darstellung das man an Landstrom ist im Bordcomputer).
      Idee war daher:

      • CBE weiter nutzen

      • zweiten AC/DC-Lader (z. B. IP22) zusätzlich verbauen, direkt bei den Batterien

      • Versorgung über eine 230V-Leitung vom Kühlschrank (läuft nicht über Wechselrichter?)

    Sinn der Idee:

    Im Stand immer stabile Ladung über den zweiten Lader, unabhängig vom CBE-Standby. Beim Campen kann man zur Not einmal Strom ziehen/stecken – aber nicht jeden Tag. Und bei der Fahrt muss ich nicht ständig den BMS-Ladezustand im Auge behalten, wenn das System bereits voller ist bevor ich losfahre, denn dieses mal waren die LifePo4 bei ca 20% voll wegen der Problematik mit dem CBE 516.


    Frage dazu:

    Hat jemand Erfahrung mit zwei parallel betriebenen AC/DC-Ladern (CBE + Victron)? Probleme zu erwarten? Alternative Idee?

    Danke für Erfahrungswerte und Einschätzungen und vielleicht auch ganz andere Ideen


    Gruß

    Dali

  • Moin,


    Ad 1:

    Klar musst Du die Verbräuche berücksichtigen - Deine Batterie hat ja keine getrennten Ladeein - und Entladeausgänge.

    Schon komisch, gell: Wenn man die ~150 W vom Kühlschrank wegschaltet, hat man plötzlich 150 W mehr Ladeleistung ... ;)


    Ad 2:

    30 A sind halt 5 A bzw. 20% mehr als 25 A ...


    Ad 3:

    Ein weiteres Ladegerät ist nicht schädlich für das System, kann man machen. (CBE 516 ist halt für LiFePO ne Krücke.)

    Kühlschrank abzweigen ... kann man machen ... - Ich würde allerdings einer dedizierten Leitung mit Sicherung den Vorrang geben oder parallel zum CBE 516-Ladegerät auflegen.


    Bei Solar kann man Pi mal Daumen mit Faktor 0,7 rechnen - das Sonnenlicht trifft halt nicht senkrecht auf die Panels wie im Labor ...

  • das "defekt" kam ja vom Telefonat mit dem Händler, d.h. ich könnte ca. 40% des verbrauchs des Kühlschranks kompensieren, wenn ich Richtung 30A booster schwenke, was aber bedeutet, der vorhandene Booster ist nicht defekt und ich würde lediglich wegen 5A etwas funktionierendes raus tauschen.

    Mal doof gefragt, die 6mm² Leitungen durch größere z.B. 10mm² zu ersetzen, dürfte vermutlich schier unmöglich sein, oder?
    Schon mal jemand diesen Aufwand bei einem c-Line betrieben?

    auf 30 A macht weniger Sinn als auf dann 40 oder 50A zu schwenken, wenn dann muss es ja spürbar was bringen

    Bin weiterhin für jede Idee dankbar

  • Hallo,


    wie lang ist denn die Ladeleitung? Alleine der Querschnitt sagt nichts über die Leitungsverluste aus. Ist ein Unterschied ob wir über 1m oder 8 m sprechen.

    Hilfreich für die Querschnittsberechnung ist z.B. ein Kabelkonfigurator wie z.B. bei Fraron.

    Grüße

    Heinz

  • Moin,


    da wird es langsam interressant, wie lang die Ladeleitung 6 mm² von der Lima zum Booster ist ... ich kenne Dein Fahrzeug nicht.

    Bei angenommenen 6 m beträgt der Spannungsabfall bei 30 A bereits ca 1 V, bei 40 A bereits ca 1,4 V, bei 50 A bereits ca 1,7 V.

    Um 50 A in den Akku zu prügeln, braucht der Booster min. 13,8 x 50 = 690 W => bei 12,7 V am Eingang zieht er dazu bereits mehr als 55 A von der Lima.

    Das sollte man alles in Ruhe durchrechnen, ob die Lima das überhaupt liefern kann und ob das Sinn macht.

    Mein Fazit wäre:

    Ich würde es so belassen, ein vernünftiges Ladegerät dazuhängen, damit Du nicht leer losfährst, wenn Du schon am Kabel hängst - und den Kühlschrank auf Gas laufen lassen.

    Für mehr Leistung sollte man stärkere Ladeleitung verlegen - aber dazu mögen sich Andere äußern.

  • Sorry,

    Ich wenn ich im Tunnel bin


    Bei den Korrekturen des Textes habe ich wohl versehentlich die Längen gelöscht

    Das Fahrzeug ist nicht ganz 8m und der Booster ist in der Garage

    Also 6m werden es wohl eher mindestens sein

    7m dann wohl eher realistisch, mit „Verzweigungen“

    Vom Booster dann wieder ca 5-6 m bis zur Aufbaubatterie, welche rechts von der Aufbautür verbaut ist und wohl eher ca 1,5-2m bis zur LiMa hat.

    Der Kühlschrank wäre links von der Tür und somit auch maximal 1,5m Kabellänge bis zur Batterie.


    Deshalb ja auch der Satz mit dem „schier unmöglich“ um die Kabel zu tauschen.

    Da müsste ich von vorne bis hinten und dann wieder zurück alles neu ziehen. Stelle ich mir extrem aufwändig vor


    Danke für euren Input

  • Ergänzend zu den Frage oben: wie leer sind denn die Batterien zum Zeitpunkt Deiner Messungen? Und welche Ladeendspannungen bzw. welche Erhaltungsspannungen liefern Deine Ladegeräte (Booster, Solar etc)? Welche entsprechenden Werte sind im BMS Deiner Akkus hinterlegt?

  • Ich würde eher erst mal Solar erweitern, bringt mit und ohne Motor Leistung, der MPPT kann dann auch auf Lithium eingestellt werden.


    Wir sind mit 800wp weitestgehend autark, ganz ohne Ladung über die Lichtmaschine


    Gute Fahrt



    Linda

  • Solar kommt eher weniger in Frage da es vermutlich zu Gewichtsproblemen käme

    Sind bei 4,5 Tonnen und die Angaben von Carthago über Leergewichte sind leider nicht ganz so stimmig aber vom Grundsatz her stimmt es und der MPPT ist ca 1m entfernt von den Batterien (neben dem Beifahrersitz)

  • Ich will mich garnicht gedanklich groß reinhängen, da fehlt mir gerade etwas die Zeit ... deswegen nur ein kurzer Hinweis. Neben der 6mm² Ladeleitung für PLUS gibt es auch noch die MINUS-Verbindung, die oftmals über das Chassis geführt wird und eher die größere Dämpfung als die PLUS-Leitung verursacht. Der Spannungsabfall auf der PLUS-Leitung ist sicherlich relevant aber die MINUS Verbindung ist ebenfalls oder teilweise sogar massiver verantwortlich für abfallende Ladeleistung!


    vG

    Martin

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