Reparaturfreundlichkeit

  • Vor kurzem konnte ich bei einem Freund bei der Reparatur einer defekten Wasserarmatur in der Dusche dabei sein. Die Armatur ließ sich ohne Verletzung der Hände kaum aus der Halterung lösen, da der Zugang nur über eine schmale, nicht entgratete Öffnung unterhalb der Anschlüsse vorgesehen war. Als dies dann endlich gelang, war ein herausziehen nur wenige Millimeter möglich, da die Schläuche so kurz verlegt waren, dass kein Spielraum blieb. Nur mit Gewalt und unter Risiko einer noch größeren Reparatur gelang dies letztlich Und dann blockierte auch noch der Sicherungsstift das abziehen der Schläuche.


    Der Einbau der neuen Armatur gestaltete sich anschließend noch schwieriger. Zudem waren die Schläuche natürlich nicht markiert - und man musste den warmen und kalten Zulauf blind aufstecken, ohne zu wissen, ob es richtig war. Zudem rutschten die Schläuche beim einstecken des Sicherungsstifts immer wieder ab. Gefühlt nach dem zwanzigsten Versuch klappte es dann mehr oder weniger zufällig. Der letzte Teil der Übung war dann noch das Aufschrauben der Plastikmutter auf das Kunststoffgewinde - ohne Sichtkontakt unterhalb der Armatur nur durch die schmale Öffnung. Ein Vabanquespiel.


    Wenigstens ein Teil der Arbeit wäre leichter gewesen, wenn die Anschlussschläuche nur fünf Zentimeter länger verlegt worden wären - dann wäre zumindest das Aufstecken der Sicherung besser gelungen. Das würde sicher nicht zu einem Mehrpreis führen, aber die Arbeit im Reparaturfall leichter und damit auch schneller und billiger machen.


    Eigentlich sollte es ein Zitronen-Emblem für solch schlechte Reparaturfreundlichkeiten und Pfusch geben. Dann kann man wenigstens beim Kauf die Preiswürdigkeit eines Angebotes beurteilen und weiß, dass man im Reparaturfall eben mehr einplanen muss.


    Wie seht ihr das?


    VG Wolf



    P.S. Bei unserem Fahrzeug ist z. B. die Heizung derart dumm eingebaut, dass der halbe Kleiderschrank zerlegt werden müsste und die Schläuche der Klimaanlage gekappt werden müssen, damit man die Heizung aus- und einbauen kann. Und das ist sicher nur ein Teil von mehreren, die mir gerade einfallen.

  • Hallo Wolf,

    mit dem, was Du hier beschrieben hast, haben es die Werkstätten der Wohnmobilhändler täglich zu tun. Ich weiß, wovon ich hier rede, denn ich hatte 10 Jahre so eine Firma. Dieser Zustand, dass die Hersteller konstruktiv immer wenige Servicemöglichkeiten beachten, ist von Jahr zu Jahr schlimmer geworden. Ganz zu schweigen von fehlenden Dokumentationsunterlagen oder Service Anweisungen.

    Wir sollten froh sein, dass die Service Betriebe unter diesen Bedingungen ihren Job machen. Sehr oft musste ich zusätzliche Zeit Aufwendungen, die unumgänglich und nicht darstellbar waren, unter den Tisch fallen lassen.

    Also kann man Deinen Beitrag auch als ein indirektes "Hoch" auf den Service verstehen.

    Gruß Hajo

  • Hallo Wolf,

    mit dem, was Du hier beschrieben hast, haben es die Werkstätten der Wohnmobilhändler täglich zu tun. Ich weiß, wovon ich hier rede, denn ich hatte 10 Jahre so eine Firma. Dieser Zustand, dass die Hersteller konstruktiv immer wenige Servicemöglichkeiten beachten, ist von Jahr zu Jahr schlimmer geworden. Ganz zu schweigen von fehlenden Dokumentationsunterlagen oder Service Anweisungen.

    Wir sollten froh sein, dass die Service Betriebe unter diesen Bedingungen ihren Job machen. Sehr oft musste ich zusätzliche Zeit Aufwendungen, die unumgänglich und nicht darstellbar waren, unter den Tisch fallen lassen.

    Also kann man Deinen Beitrag auch als ein indirektes "Hoch" auf den Service verstehen.

    Gruß Hajo

    Ja Hajo, so ist es.


    Allerdings habe ich mich wohl nicht klar ausgedrückt. Das war kein Service, sondern die Reparatur meines Freundes, die er selbst vorgenommen hat.

    Sorry, das hätte ich noch deutlicher betonen müssen.


    VG Wolf

  • Ähnlich erging es mir vor 2 Monaten, als ich den Wasserhahn im Bad erneuert habe. Das das so ist, damit müssen wir uns abfinden, solange wir Wohnmobile kaufen, die von innen nach außen gebaut werden. Denn der Monteur schraubt den Wasserhahn außenstehend und somit gut zugänglich an den Waschtisch. Dass der mal nach oben rausgezogen werden soll, mit Schläuche dran, da achtet keiner drauf. Auch könnte man die Schlauchschellen so hindrehen, dass man irgendwann von innen ran kommt. Leider hofft man da vergebens, nur von der Außenwand waren meine zugänglich. Wenn man dann den Wasserhahn aufgrund der zu kurzen Schläuche nicht verdrehen kann, dann kann man auch die Schellen nicht lösen und somit den Wasserhahn nicht tauschen. Hab's dann aber doch noch hinbekommen.


    Bei einem Phönix wird man diese Probleme wahrscheinlich nicht kennen, wird der ja in der Hülle ausgebaut und somit geht auch alles raus, was mal reingekommen ist.


    Gruß Axel

  • Hallo, dann tausche mal deine Heizung beim Concorde, da wird es erst richtig spannend, je nach Baujahr musst du ein Loch in den Schrank sägen.

    Bei einem anderen Freund von uns ( Frankia) mussten wir die Sitze im Fahrerhaus und die Beifahrertür ausbauen um den Kühlschrank zu tauschen..

    Man sieht dann deutlich, dass die meisten Wohnmobile von innen nach außen gebaut werden und Wände und Dach zum Schluss montiert werden.

    Wenn ich diese Dinge sehe bin ich immer froh einen Phoenix zu haben, denn bei Schell mussten sie die Sachen auch innen einbauen und alles musste durch die Tür.

  • Hallo Wolf, das habe ich schon so, wie von Dir gemeint, verstanden. Ich wollte nur sagen, dass es den Service Mechanikern oft so ergeht, wie Dir und Deinem Freund.

    Gruß Hajo

  • Das stimmt. Bei unseren Import Fahrzeugen haben wir auch immer geschimpft, wenn wir sowas zu richten hatten.
    Allerdings war das bei unseren eigenen produzierten Kisten genauso.

  • Hallo, dann tausche mal deine Heizung beim Concorde, da wird es erst richtig spannend, je nach Baujahr musst du ein Loch in den Schrank sägen.

    Bei einem anderen Freund von uns ( Frankia) mussten wir die Sitze im Fahrerhaus und die Beifahrertür ausbauen um den Kühlschrank zu tauschen..

    Man sieht dann deutlich, dass die meisten Wohnmobile von innen nach außen gebaut werden und Wände und Dach zum Schluss montiert werden.

    Wenn ich diese Dinge sehe bin ich immer froh einen Phoenix zu haben, denn bei Schell mussten sie die Sachen auch innen einbauen und alles musste durch die Tür.

    Ja, das befürchte ich auch. Concorde ist da ein Musterbeispiel wie es nicht sein sollte. Man wird zum Phoenix-Fan, wenn man einen Concorde hat. ;(

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