Kippsicherheit eines geparkten Wohnmobils bei Sturm

  • Hallo zusammen.

    Wegen der vielen Winterstürme, die in letzter Zeit tobten, ist uns die Idee zu diesem Beitrag gekommen.

    Mit ein paar Gedanken zur Physik und dem Verzicht auf Erklärungen zu Gewichtskraft und dergleichen kann jeder mit seinem Taschenrechner die Kippsicherheit seines Liners berechnen.

    Bei einer Windgeschwindigkeit von z.B. 100km/h, liegt der Staudruck, der die volle Breitseite des Wohnmobils trifft, auf Meereshöhe bei ungefähr 50kg/m2.


    Bei unserem Variomobil hat die Seitenwand eine Fläche von 8,5m x 3,6m=30,6m2

    Formwerte und Sogwirkung der Bodenfreiheit lassen wir mal außen vor. Also ist die Kippkraft

    50kg/m2 x 30,6m2 = 1530kg.

    Jetzt muss man den Schwerpunkt kennen, den wir in die Mitte des Fahrzeugs setzen 3,6m/2= 1,8m. Somit ist das Kippmoment 1530kg (Kippkraft) x 1,80m (Schwerpunkt)= 2754kgm.

    Die Achsbreite ist ca. 2,12m

    Für das Standmoment rechnen wir halbe Achsbreite x Fahrzeuggewicht (randvoll wie immer) 1,06m x 7490kg = 7939kgm

    Jetzt können wir die Standsicherheit S berechnen. S = Kippmoment : Standmoment 2754kgm : 7939kgm also 0,35. Ein Wert unter 1 bedeutet Standsicherheit, Erst bei 1 sind Kippmoment und Standmoment ausgeglichen. Über 1 überwiegt das Kippmoment und ein Sturm mit 100km/h würde das Wohnmobil zum Kippen bringen.

    Wer sich bei Sturm z. B. nur auf seine Stützen stellt sollte beachten, daß das Standmoment geringer wird. Die Stützen stehen enger beisammen als die Achsbreite.

    Wir hoffen, daß diese Berechnung für den ein oder anderen interessant ist.


    Liebe Grüße von Tina und Mario

  • Hallo Tina und Mario,

    ein paar sehr interessante Sätze.


    Viele Grüße

    Peter

  • Okkkkkkay

  • Wir stehen oft am Meer und haben auch schon manchen schweren Sturm erlebt.

    Wenn ich dann sehe wie viele Dailys komplett ausgehoben auf den Hubstützen stehen, kann ich mir das umkippen schon erklären.

    Bei Sturm fahren wir die Hubstützen ein, ist auch besser fürs Material, da keine Seitenkräfte auf die Zylinder wirken.

    Vor ein paar Jahren in der Bretagne mussten wir sogar, auf Anweisungen der Police Municipal die Küste am Point de La Torch verlasse, wir haben dann in Quimper übernachtet.

    Einen Van hatte es das Hubdach abgerissen, man war der Meinung, es wird schon nicht so schlimm werden.

    Auf dem Campingplatz hatte es auch größere Schäden gegeben, umgekippt war niemand.

  • Erschwerend dazu wären auch noch die Böen, die ein Fzg. pulsierend zum Aufschaukeln bringen könnten. Der Sturm in Portugal waren eben Böen mit bis zu ca. 200km/h und das könnte sehr heftig werden. Beim Morelo, der da umgefallen ist, sieht man auch dass die Teller der Hubstützen verbogen waren. Dies führt zum Schluss dass der Bodenkontakt der Reifen nicht so optimal waren, mal vorsichtig ausgedrückt, was die Theorie der schmalen Spurbreite verstärkt.

  • Das mit dem Rechnen und der Erklärung dazu ist schon toll, dafür gebührt Beifall. Unabhängig davon hat mir mein Bauchgefühl bisher immer geraten so ab ca. 70km/h die Nase in den Wind zu stellen. Somit bisher immer alles gut gegangen.

  • Ich stell das Heck in den Wind, wenn ich es vorher nicht schaffe das Gebiet zu verlassen. Wenn Brocken fliegen, wie Aste oder Nachbars Eigentum, flieg es mir nicht in die Scheibe.

  • Beim Heck im Wind hast Du erheblichen Druck auf die Dachluken und die SAT Antenne, die ja aufgrund der Fahrwindbelastung andersherum montiert sind, also besser Front in den Wind.

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