Von t-online, aktualisiert am 30.04.2026
Am 30. Mai wird der Brenner zur Sackgasse. Wegen einer Demonstration bleibt die Autobahn acht Stunden lang gesperrt. Wer nach Italien will, muss Hunderte Kilometer Umweg in Kauf nehmen.
Auf der wichtigsten Verkehrsader zwischen Deutschland und Italiensteht Ende Mai ein beispielloser Stillstand bevor. Die Tiroler Behörden haben eine Demonstration auf der Brennerautobahn (A13) offiziell bestätigt. Die Folge ist eine achtstündige Totalsperre am Samstag, dem 30. Mai. Betroffen ist nicht nur die Autobahn, sondern auch das gesamte niederrangige Straßennetz.
Ein Tal am Belastungslimit
Hinter dem Protest steht Karl Mühlsteiger, der Bürgermeister von Gries am Brenner. Gemeinsam mit weiteren Ortschefs will er ein Zeichen gegen die "überbordende Verkehrsbelastung" im Wipptal setzen. Nachdem die Versammlung in den Vorjahren mehrfach untersagt worden war, ebnete nun ein Gerichtsurteil den Weg: Das Recht auf Versammlungsfreiheit wiege in diesem Fall schwerer als der reibungslose Verkehrsfluss.
Rückweisung an der Grenze
Von 11 bis 19 Uhr bleibt der Brennerkorridor für den gesamten Durchgangsverkehr gesperrt. Die Polizei wird bereits an den Landesgrenzen kontrollieren und Fahrzeuge ohne Ziel in den betroffenen Tälern konsequent zurückweisen. Für Lastwagen über 7,5 Tonnen beginnt das Fahrverbot in ganz Tirol sogar schon um 9 Uhr morgens.
Keine Ausweichrouten vor Ort
Da auch die Brennerbundesstraße (B182) gesperrt wird, gibt es keine lokalen Umfahrungen. Der Autobahnbetreiber Asfinag empfiehlt Reisenden, Tirol an diesem Tag weiträumig zu umfahren und stattdessen die Route über die Schweiz zu nutzen. Wer dennoch die Fahrt antritt, muss laut Behörden mit einem "Versorgungsnotstand" im Stau rechnen.