Inzwischen sind seit Projektstart 2 Jahre vergangen und das Auto ist noch immer nicht fertig ... (Fertig wird man nie ...)
Kurzer Rückblick:
Vor 2 Jahren wurde das Mobil komplett überholt. Zuerst das Fahrgestell modernisiert und auf einen aktuellen Stand gebracht:
- Motorleistung nach Revidierung auf 320PS
- Alle anfälligen Dichtungen und Lager erneuert
- komplette Bremsanlage erneuert
- Luftbälge und anfällige, sowie Wartungskomponenten der Druckluftanlage erneuert/überholt
Dann wurde der Aufbau komplett "ertüchtigt"
- Alle Dekoraufkleber entfernt
- Rückleuchten umgebaut und modernisiert
- Heckspoiler angefertigt und montiert
- Alle Anbauteile entfernt
- Komplettlackierung in Nimbusgrau
- Alle Fenster/Luken/Fugen geprüft und abgedichtet, bzw. Gummis durch Abdichtungen ersetzt
- LED Beleuchtung Markiese nachgerüstet
- Mirrorcams nachgerüstet
Dann wurde "optimiert"
- Soundsystem von Renegate eingebaut
- Navi/Radio durch Androidradio mit Navigation und Kameradarstellung (Rückfahrkameras und Ablasskameras)
- Satellitenanlage durch Starlink mit SmartTV und Bord-WLAN ersetzt und umgerüstet
- komplette Elektrik auf 24V mit 1120Ah LiFePo4 und 24/8000 Victron Quattro
- Solaranlage auf 1.680Wp mit 3 Strings via Victron MPPT installiert
- CBE durch Smart Home Lösung abgelöst
- Ladebooster WCS 24V nachgerüstet mit 60A/24V Ladestrom
Diese Arbeiten wurden bin Ende 2023 erledigt. Danach ging es für 6 Monate nach Spanien, wo sich das Fahrzeug bewähren konnte:
- Stromtechnisch kompolett autark (Kein Landstrom mehr erforderlich) - Bis zu 125A/24V Ladestrom während der Fahrt (Solar + Booster)
- Technische Ausfall Rückleuchten wegen Wassereinbruch in Verteilerkasten (MAN) ... Problem vor Ort gelöst
- neuer Bottleneck ist Frischwasser/Schwarzwasser ... Autarkzeit auf ca. 7-9 Tage beschränkt. Hier soll durch eine Clesana Toilette Abhilfe geschaffen werden (Ersparnis ca. 30L Wasser und Schwarzwasser pro Tag = Autarkiezeit auf 10-14 Tage verlängert)
Mit diesem Stand wurde nun nochmal Hand an das graue Monster angelegt: 6 Monate Spanien mit großem Hund und Pütt&Pann hinterlassen Spuren. In der "Fassade" Macken von spanischen Steinewerfern (anderes Thema .. übrigens während der Fahrt). Polster/Teppich und alles drumrum mit "Dreck wie die Sau". Natürlich haben wir auch in Spanien geputzt und gesaugt aber der Staub, Hundehaare, Körperfette etc hinterlassen Spuren, die mit "mal fix ^drüberwischen" nicht beseitigt werden können.
Also wurde das "Reinigungsprojekt" gestartet;
Schritt 1: Teppich
Wir hatten über 4 Jahre einen Teppich im Mobil. Der Langfloor-Teppich war klasse, der "schluckte" alles. Trotz saugen und zwischenzeitlicher Intensivreinigung ist da aber irgendwann Ende. Spätestens, wenn der Wauz den seit einer Woche verlorenen Krümel dann aus den Tiefen des Teppichs zieht, erkennt man das Lebensende dieser Auslegeware.
Was machen? ... Neuen Teppich? -> Dann geht das Spiel von vorne los. Den Teppich raus und mit dem harten Standardboden von Concorde leben? -> Nee, der sieht ungemütlich und fies aus. Also musste eine neue Lösung her. Am besten irgendwas günstiges, denn der Wauz strapaziert den Boden heftig (54kg Schäferhund). Der Boden sollte auch gut sauber zu halten sein aber auch angenehm an den Füßen und unempfindlich gegen Nässe (Einen Langhaarschäferhung nach einem Regenspaziergang trocken zu bekommen, ist eine echte Aufgabe).
Lange Rede, kurzer Sinn: Es ist eine Art "Schiffsboden" geworden. Das Material ist aufgeschäumtes CV, durchgefärbt (Wichtig für die Schnittkanten) und hat auch "echte Konturen", das heißt die Fugen sind nicht nur aufgedruckt, sondern wirklich da.
Zunächst wurde im Schlafzimmer der Boden freigeräumt, ausgesaugt und entfettet (sehr wichtig, das Material ist selbstklebend und benötigt einen fettfreien, sauberen Boden).
Das Material ist eigentlich so gemacht, dass man parallel die Streifen innerhalb einer "Latte" zusammensetzt. Da wo sich das vermeiden lies, habe ich den Übergang in der schwarzen Fuge gemacht. So sieht man praktisch keinen Übergang.
Das Material ist sperrig. Also für eine gewisse Wärme bei der Arbeit sorgen. Man selbst wird automatisch "warm" ... ist eine Schweinearbeit das sperrige Züchs dahin zu bekommen, wo man es hinhaben möchte.
Wenn man aber einmal den Bogen raushat, dann geht es zügig und man darf auch keine Angst vorm "Stückeln" haben. Macht man es gut, so fällt es nicht auf ... Die "Kanten" habe ich versucht so sauber wir möglich zu verlegen. Trotzdem habe ich mich entschieden, da - wo Dehnungsfugen entstehen können, dann mit Sikaflex eine Fuge einzubringen. (Dehnung des Aufbaus. Man glaubt nicht, wie sehr sich der Aufbau bei Sonneneinstrahlung versus Kälte zieht und streckt. Da sind 5mm nüscht!
So wurde dann Streifen für Streifen, Ecke für Ecke gelegt. Diese Ecken um die Toilette und die Rundung an der Dusche ist eine Herausforderung. Ich habe immer erst eine Schablone angefertigt um dann das passende Stück aus dem Belag auszuschneiden:.
Die Revisionsluken habe ich markiert aber zunächst überklebt (sieht man später, wie ich die Luken dann freigelegt habe). Ich wollte auf jeden Fall, dass die Streifen über die gesamte Fahrzeuglänge gerade und nicht versetzt verlaufen.
Eine besondere Situation hat sich an der Treppe ergeben. Da waren Fahrer und Beifahrerin in heftiger Diskussion. Längs oder Quer ????
Würde ich die Streifen in gleicher Richtung wie der restliche Boden verlaufen lassen, so sieht es von draußen betrachtet auf der Treppe "merkwürdig" aus. Lasse ich die Streifen in "Laufrichtung" der Treppe verlaufen, so sieht es von draußen Schick und von innen betrachtet "merkwürdig" aus. Argument der Beifahrerin "Du bist am Fahren und ich muß öfter aus/einsteigen. Also wird es so gemacht, wie ich das will!" - Vom Fahrer keine Gegenwehr (Ich kenne meine Frau !) und so wurde die Treppe in Laufrichtung beklebt ....
HIer nun die Gestaltung der Bodenluken (Revisionsluken). Die Luken wurden bis an den Rahmen ausgeschnitten. Der Rahmen ist relativ unansehnlich und wird noch neu gestrichen, sobald wir eine probate Farbe gefunden haben. Zur Wahl stehen:
- mattschwarz (passend zu den "Fugen")
- braun (passend zu der Teakholzfarbe)
- weiß, chremeweiß (original)
Die Klappengriffe sind auf dem Bild nur grob ausgeschnitten, da sind inzwischen (noch kein Foto) neue Edelstahlgriffe eingelassen.
Ein Bild von der Totale gibt es (noch) nicht. Aktuell bin ich am Putzen und Reinigen, da "sieht die Karre noch aus wie die Sau" ... Aber ein Bild vom Fahrerbereich ist hier schon mal vorab ...
Resümee:
3 Tage Arbeit. Ausräumen, alter Teppich raus (war nur gelegt, nicht geklebt), aussaugen, auswischen, entfetten und dann den neuen Belag rein. Viel Zeit geht für die Schablonen drauf und bei den aktuellen Temperaturen ist auch bei laufender Klimaanlage nach 4-6 Stunden dann Schluss.
Ach ja, das Material: Das Material nennt sich "Schiffsboden" vom Hersteller "EVA". Wird von verschiedenen Anbietern angeboten und ist in der Wertigkeit nicht das Beste aber im Verhältnis Preis/Leistung gut. Der m² liegt bei etwa 10€ und ich habe ausreichend Ersatzmaterial, falls Briscos (das ist der schwatte Schäferhung) Krallen ihre Spuren hinterlassen. Gleiches Design gibt es auch hochwertig, liegt dann aber schnell auch bei über 350€/m² was mir einfach zu teuer war. Deswegen einfach mehr bestellt und wenn irgendwo etwas unansehnlich ist, kann ich es austauschen.
Prost!
Martin