Kuschelcamper - Eure Erfahrungen und Meinungen

  • Liebe DigiCamper,


    heute mal ein ganz analoges Thema. Letztens auf dem Insta-Kanal von Jürgen Womo.blog habe ich das polarisierende Thema "Kuschelcamper" gesehen, hier Screenshot mit Link zum Beitrag:



    Was soll ich sagen.... wer kennt sie nicht? Aber auf der anderen Seite, wenn es so viele Kuschelcamper gibt, dann müssen das doch auch viele gut finden.

    Wie ist eure Meinung zu dem Thema? Wo hat dieses Verhalten seinen Ursprung - geht es um eine Art Kontaktpflege oder um einen Sicherheitsgedanken ("Nachts nicht alleine") oder liegt es nur am guten Platz? Wobei meiner Erfahrung nach dieses Phänomen auch manchmal auftritt, obwohl noch bessere Plätze vorhanden gewesen wären.


    Nerven euch Kuschelcamper oder findet ihr es eher angenehm?

    Oder ist vielleicht sogar von euch jemand dabei, der gerne in der Nachbarschaft parkt, obwohl genügend Platz vorhanden ist?


    Lasst es uns gerne wissen und schreibt eure Meinung :)

  • Ich bin zwar selbst kein Kuschelcamper, aber irgendwie muss das ja Vorteile haben – sonst würden es ja nicht so viele machen. Vielleicht wärmt man sich gegenseitig, spart Heizkosten oder das WLAN wird besser, wenn man die Router einfach aneinander lehnt :D


    Und wer weiß – vielleicht entsteht ja die große Campingfreundschaft erst dann, wenn der Nachbar mit seinem Stuhl quasi schon im eigenen Vorzelt sitzt. Aber im Ernst: Jeder wie er mag – Hauptsache, man lässt dem anderen noch genug Luft zum Atmen (und Rangieren) :)

  • Ich bin nicht wirklich sicher ob das soooo… viel mit Kuscheln zu tun hat. Sind wir (besonders) in good old Germany nicht dazu erzogen „ordentlich“ nebeneinander zu parken? Das trifft sicher nicht auf jeden Kuschelfall zu aber ich glaube das haben wir ein Stück weit „so drin“. Und wer hat es nicht selbst schon erlebt das kein Platz auf dem Übernachtungs- oder Parkplatz mehr war weil jeder sich kreuz und quer seinen Lieblingsplatz gegönnt hat. Ich habe das nie überbewertet und wenn mir jemand wirklich mal zu nah auf die Pelle gerückt ist habe ich das freundlich besprochen.


    Grüße

    Jürgen

  • Ich glaube, das Thema ist nicht, das "ordentliche" Parken an sich.

    Beispiel anhand dieser Grafik:





    P9 ist also belegt, jetzt kann ich natürlich auf P10 einparken oder ich wähle einfach P6 oder noch besser P1 aus. Alle Varianten sind "ordentlich" eingeparkt und ich nehme auch niemanden den Platz weg, trotzdem respektiere ich ein Stück weit die Privatsphäre.


    Und wer hat es nicht selbst schon erlebt das kein Platz auf dem Übernachtungs- oder Parkplatz mehr war weil jeder sich kreuz und quer seinen Lieblingsplatz gegönnt hat.

    Ich denke, das ist selbstredend, dass -wenn ohnehin alles voll ist- man zusammenrückt und anderen auch die Möglichkeit einräumt zu stehen und nicht verschwenderisch mit dem zur Verfügung stehenden Platz umgeht. Beim "typischen Kuschelcamper" geht es ja aber eher genau darum, dass eine Menge Platz vorhanden ist und sich dann, obwohl so viele Möglichkeiten bestehen, direkt neben einem gestellt wird. Also im oben genannten Beispiel wäre das dann P10 ^^

  • Ich habe da ganz ungeahnt eine Welle los getreten und es gibt schon Argumente dafür und dagegen.

    Dagegen spricht für mich eindeutig: Camper sind Individualisten und wollen ihre Ruhe haben.
    Klar sitzen wir gerne zusammen und trinken einen gemeinsam.
    Und bislang dachte ich, alle ticken so.

    Nach meinem Post, der unglaublich viele Kommentare brachte, kann ich auch die andere Sicht verstehen.
    Zum einen ist es tatsächlich die Angst. Gerade im Wald oder auf Parkplätzen, stellen sich manche gerne daneben. Nach dem Motto: Zusammen sind wir stark. (Da ich nicht diese Angst habe, empfinde ich dann diesen Camper als aufdringlich)


    Das andere Argument scheint aus der Erfahrung an großen Stellplätzen oder Hotspots zu resultieren:
    Je mehr auf einen Platz drängen, desto wichtiger ist es, geringe und gleichmäßige Abstände zu haben.
    Und das erreicht man am einfachsten, wenn man sich anschließt. Also Fahrzeug an Fahrzeug, bis der Platz voll ist.
    Ansonsten hat man mal größere oder kleinere Lücken.
    Hört sich logisch an, aber auf einem Platz, an dem am Ende nur wenige sind, ist das natürlich für den ein oder anderen (mich) unangenehm.
    Gerade wenn abzusehen ist (kein Hotspot) dass kaum jemand hier noch her kommt. Dann stehen drei Wohnmobile eng beieinander und der restliche Parkplatz ist komplett leer.

    Ganz unabhängig davon sind die Sitten und Gebräuche in verschiedenen Ländern unterschiedlich.
    In England hat man uns erklärt, dass ein Mindestabstand von 5 Metern (nach beiden Seite) aus Brandschutzgründen Pflicht ist.
    Dort waren wir mehrfach auf Stell- und Campingplätzen. Bei den Stellplätzen waren es dann eher drei bis vier Meter - auf Campingplätzen auch durchaus 10 Meter und mehr. (Ein halbes Fußballfeld in Cornwall galt dann mit 6 (!) Wohnmobilen als voll - wir mussten weiter fahren)

    Diesen Brandschutzgedanken sollte man wirklich einmal mit ins Kalkül ziehen, denn gerade in den letzten Wochen sind sehr viele Berichte über brennende Wohnmobile im Netz gewesen.
    Wenn bei engstehenden Fahrzeugen eines anfängt zu brennen, gibt es eine Kettenreaktion, So geschehen bei Freunden von uns in Frankreich: Drei Fahrzeuge verbrannt, sie konnten ihr Fahrzeug noch retten, aber die Seitenwand war durch die Hitze schon geschmolzen, so dass es ein Totalschaden war. Aber das jetzt nur am Rande.

    Zu sagen, was richtig und was falsch ist, wird keiner können.
    Aber ein wenig Fingerspitzengefühl würde ich mir schon wünschen.
    An der Mosel wird es eng zugehen, im Spessart eher nicht.
    Also muss ich mich im Spessart nicht eng an den Nachbarn pressen.

    Das ist zumindest meine Meinung
    Gruß
    Jürgen


  • Bei parzellierten Plätzen ist das alles eigentlich kein Problem. Da kann man einfach einen oder zwei Plätze auslassen und sofern welche nachkommen, füllt sich die Reihe.

    Problematisch wird es bei Plätzen ohne Markierung.

    Denn mancher stellt sich bewusst so, dass ER viel Platz hat: Markise + 1 Meter o.ä.

    Wird dann die Markise eingezogen und sparzieren gegangen, wundert man sich nicht selten, dass sich noch einer reingequetscht hat. Da ist Stress programmiert. usw.

    Und auch bei parzellierten Plätzen gibt es Zeitgenossen, die sich mit dem Rad direkt auf die Linie stellen, um ihren Bereich maximal zu nutzen.

  • Bei parzellierten Plätzen ist das alles eigentlich kein Problem. Da kann man einfach einen oder zwei Plätze auslassen und sofern welche nachkommen, füllt sich die Reihe.

    Die Grafik war nur gedacht, um die Situation besser beschreiben zu können. Aber wir hatten genau diesen Fall schon mehrfach, auch auf parzellierten Plätzen. In der Schweiz, ein sehr großer Parkplatz auf dem Land - kein Mensch weit und breit, wir die einzigen Camper und eine Unmenge an Platz - wo stellt sich der Kollege hin, der Abends um 22.00 Uhr reingebogen ist: Genau - direkt neben uns. Es wäre auch 50 m weiter gegangen, aber nein, es muss direkt daneben sein.


    In Frankreich am Parkplatz auf einem Weingut - selber Fall, Abends rollt dann jemand an und parkt genau daneben, obwohl 30 andere Parkplätze frei gewesen wären. Dasselbe auf einem anderen Parkplatz (Gewerbegebiet, mit vielen Geschäften, Baumarkt, Restaurants - in der Mitte ein so großer Parkplatz, dass da auch ein Fußballfeld hineingegangen wäre. Wir wollten nur für die Nacht stehenbleiben und am nächsten Morgen gleich in der Früh wieder weg, bevor die ersten Kunden kommen) - wir waren dann Abends noch essen und als wir zurückkamen, stand jemand direkt neben uns, rückwärts eingeparkt, dass die Türen schön beieinander standen.


    Ja, hat mich nicht wirklich extrem gestört, aber nach dem "warum" hab' ich mich dann schon immer gefragt.

    Meine campenden Kollegen hier im Betrieb kennen diese Situationen auch, also scheint es schon durchaus öfters vorzukommen und es gibt sicherlich den einen oder anderen Grund, den wir möglicherweise im Moment nicht auf dem Schirm haben - vielleicht "outet" sich ja mal jemand, der gerne die Nähe sucht, anstelle "abseits" zu parken? Wie Jürgen schon gesagt hat, was "richtig" und "falsch" ist, kann hier wohl keiner so wirklich sagen, aber ein Grundverständnis dafür zu bekommen, wäre sicherlich kein Nachteil.


    Ich habe da ganz ungeahnt eine Welle los getreten

    Ja, hast Du :) :thumbup:

  • Manche Zeitgenossen scheinen auch eine Art Anspruchshaltung zu haben, vor allem auf kostenlosen Plätzen - die quetschen sich dann gnadenlos noch in die letzte Lücke und beschweren sich anschließend, wenn sie sich den Kopf am ausgestellten Fenster des Nachbarn stoßen.

    Dafür darf besagter Nachbar dann aber auch am Musik- und TV-Geschmack teilhaben...


    Es könnte alles viel einfacher sein, wenn man als Neuankömmling einfach mal vorher fragt, ob man auf die Pelle rücken darf.

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  • Das hat nichts mit Camping zu tun. Ich erlebe das auf jedem Supermarktparkplatz.😢

    Obwohl ich weit weg vom Eingang parke und der ganze Parkplatz leer ist, steht ganz sicher einer 16cm neben meiner Fahrertür, wenn ich aus dem Laden komme. 🤷🏻‍♂️

  • Das hat nichts mit Camping zu tun. Ich erlebe das auf jedem Supermarktparkplatz.😢

    Obwohl ich weit weg vom Eingang parke und der ganze Parkplatz leer ist, steht ganz sicher einer 16cm neben meiner Fahrertür, wenn ich aus dem Laden komme. 🤷🏻‍♂️

    Irgendwie kennt jeder solche Kuschelcamper, also muss es die ja auch massenhaft geben -

    ich hoffe ja immer noch, dass sich ein Kuschelcamper hier mal outet und seine Beweggründe mitteilt :)

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