In den Norden und wieder zurück

So, jetzt erst mal allein unterwegs.

Ich wollte auf alle Fälle nach Marrakech, da in 2 Wochen mein Visum abläuft. Ich benötige Passbilder, ein ausgedrucktes Formular und eventuell einen Kontoauszug. Im letzten Jahr hat sich der Campingplatz um alles gekümmert, aber dieses Mal wollen wir keine 4 Wochen an einem Ort verbringen.

Zuerst bin ich die gut 4 Stunden zum Campingplatz Sajada zu Gerard gefahren.



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Hier steht man zwischen Olivenbäumen und die geschotterten Plätze sind mit ausreichend Abstand angelegt.

Das ist es so entspannend und eventuell kann mir Gerard weiterhelfen. Aus der einen Nacht sind mal wieder 4 geworden und da es nicht so einfach ist das ganze von außerhalb Marrakech zu organisieren, habe ich meinen Plan geändert und fahre jetzt nach Ceuta, der spanischen Enklave.

Die Marokkaner nennen es konsequent Sebta. Bei Ceuta versteht niemand etwas ;)

Nun gut, wir sind flexibel. Da ich überwiegend Landstraße fahre, ist es von Marrakech nach Sebta zu weit für eine Etappe. Ich habe bei ca. 2/3 eine Farm in P4N gesucht und habe die Hacienda de Cigognes gewählt. Und siehe da, es ist eines der vier Weingüter, die es in Marokko gibt.




Man kann sogar kostenlos über Nacht stehen. Der aufmerksame Leser ahnt schon, dass ich mit den Nahrungsvorräten etwas haushalten muss, und so hat die Dame des Hauses für mich gekocht. Es gab marokkanischen Salat, Tajine mit Huhn, einen Obstteller und eine Flasche Rotwein. Na, das ist doch wie gemacht für mich.




Die Tajine war so groß, dass ich die Hälfte mitgenommen habe.


In der Nacht hat es ordentlich geregnet und der ganze Platz war voll Schlamm.

Am nächsten Morgen ging es bei Sonnenaufgang Richtung Sebta/Ceuta. Die Spritpreise sind hier deutlich höher als im Inland. Wohl weil die Touristen mit leerem Tank ankommen und in Marokko erst mal volltanken.

An der Grenze war in einer Stunde alles erledigt.

Mein Ziel war Lidl, da man bei den beiden Mercadonas nur mit dem Pkw reinfahren kann. Tja Google Maps, bei Lidl ist das jetzt auch so.

Im Prinzip kann man nur an der Marina parken. Von da geht es zu Fuß über die Brücke zum Lidl oder Mercadona. Für 15€ mit Strom steht man sehr ruhig und entspannt.

Die Stadt ist Chaos pur, vor allem wenn man durch die engen Gassen muss. Ich kam Maroc Telecom an und mitten im Verkehr war kein Empfang mehr. Jetzt mal eine Stelle zum Anhalten finden und die Simkarten wechseln. Es gibt zwar einiges anzusehen, wie z.B. die Festungsanlage, aber der ganze Verkehr und Lärm und die Hektik war nichts für mich.

Ich habe zweimal übernachtet und mich dann wieder Richtung marokkanischer Grenze begeben.

Zuerst hoch zu einem Parkplatz an der Klinik und ein kleines Zettelchen mit QR-Code abgeholt…. für das sich dann niemand mehr interessiert hat. Wenn nämlich die spanischen Grenzer gut drauf sind, schicken sie dich wieder weg, wenn du kein QR-Code hast.

Die Spanier ganz entspannt. An der marokkanischen Grenze war wohl ein junger mit Ambitionen in der Schicht. War mir klar, dass Womos schon mal gerne genauer angeschaut werden.

Er: was ist auf dem Fahrradträger? Motorrad?

Ich: nein, zwei Fahrräder

Er: elektrisch

Ich: ja

Er: Alles auspacken

Jetzt sind unsere Fahrräder und das Warnschild gut verzurrt und vor allem eingesaut. Was hilfts.

Er hat fachmännisch die Räder inspiziert…. und wollte die Rechnungen sehen.

Ja, hab ich immer dabei! Mannomann! Die sind in Deutschland!!!

Dann läuft er zu seinen Kollegen oder zum Chef und ich mach mich an die Arbeit, alles wieder gut zu verstauen. Er kommt zurück und ranzt mich an, dass es offen bleiben soll.

Ein Kollege kommt mit Schnüffelhund. Da wurde der Vierbeiner leider enttäuscht.

Dann kam nochmal der Super-Grenzer und hat alle Türchen im Womo aufgemacht wie die Kinder an Weihnachten. Jetzt musste ich nur noch meinen Pass und das Kärtchen fürs Auto bekommen.

Nach einigem Suchen wurde er endlich gefunden und ich konnte endlich nach Marokko einreisen.

Was der eifrige Grenzer allerdings übersehen hat, war der Kofferraum. Was hätte hinter der Klappe alles versteckt sein können ;) .

Das gute an der ganzen Aktion war zum einen: ich kann wieder 90 Tage in Marokko bleiben und das Auto hat bis Mitte Juni Verlängerung. So brauchen wir im Februar nicht mehr zum Zoll.

Es geht nach Süden Richtung Tetouan und dann irgendwie nach Marrakech, immer schön auf der Landstraße entlang……..