Marrakech - Jemaa El-Fna

Jemaa El-Fna

Wer hat noch nicht von diesem berühmten Platz in Marrakech gehört? Der Platz der Gehängten, Versammlung der Toten oder Moschee der Auslöschung, je nachdem, welcher Geschichte man glaubt. Heutzutage ist es eher das Gegenteil: Ort der Gaukler, Musiker, Schlangenbeschwörer und Straßenküchen.



Der Jemaa El-Fnaa ist kein Platz – er ist eine Parallelwelt! Kaum setzt man einen Fuß drauf, wird man von Gauklern, Musikern und Händlern umzingelt wie eine Pommes in einer Möwenkolonie. Ein Mann wollte mir eine Schlange um den Hals legen (ich habe höflich, aber panisch abgelehnt), ein anderer hat mir ungefragt die Hände mit Henna bemalt (jetzt trage ich wohl lebenslang ein Tattoo mit der Bedeutung „Tourist des Jahres“).


Essen? Überall! Von frisch gepresstem Orangensaft bis hin zu Schneckensuppe (habe dankend abgelehnt, aber der Verkäufer schwört, dass sie „sehr gut für die Potenz“ ist – danke für die Info, mein Freund).


Die totale Reizüberflutung? Warum? Weil ich nach drei Stunden das Gefühl hatte, dass mein Gehirn in einem Trommelwirbel gefangen ist. Aber hey, wenn du Lust auf ein Abenteuer hast, das sich anfühlt wie 1001 Nacht auf Koffein – dann ist das hier genau dein Platz!

Die Souks von Marrakesch - Ein Abenteuer für die Sinne (und die Orientierung)

Hier duftet es nach frisch gemahlenen Gewürzen, gebratenem Fleisch und Leder und plötzlich mischt sich der Geruch von Räucherstäbchen und Minztee darunter. Ein Händler ruft dir My friend, best price! zu, während sein Nachbar dasselbe behauptet, aber ein noch besseres Angebot hat.


Links leuchten bunte Lampen wie aus 1001 Nacht, rechts schimmern unzählige Silberringe, die alle echt Berber-Silber sind egal, dass du den gleichen Ring gestern schon an zehn anderen Ständen gesehen hast. Ein Teppichverkäufer winkt dich mit einem breiten Lächeln heran: „Nur ein Blick, mein Freund, nur ein Tee!und du weisst: Wenn du erst mal sitzt, wird es schwer, ohne einen Teppich (oder zwei) zu gehen.


Ein Esel trottet gemütlich durch die enge Gasse, während du fast von einem vorbeirasenden Moped überfahren wirst. Doch keine Sorge, der Fahrer lenkt mit einer Hand, telefoniert mit der anderen und balanciert dabei noch einen Korb voller Hühner. Multitasking at its finest!



Plötzlich stehst du vor einem Stand mit bunten Tajine-Töpfen, daneben türmen sich Säcke voller Safran, Zimt und getrockneten Rosenblättern. Der Händler erklärt dir, dass seine Gewürze die besten von ganz Marokko sind und dass sein Onkel zufällig einen Gewürzladen in Deutschland hat.


Nach Stunden voller Feilscherei, Verhandlungen und neuen Best Friends stellst du fest: Du bist zwar immer noch verloren, aber das macht nichts. Du hast einen Lederbeutel, einen Lampenschirm, einen Schal, einen Teppich (den du gar nicht kaufen wolltest) und eine neue Lieblingsgeschichte im Gepäck.


Die Souks von Marrakesch, ein Ort, an dem du garantiert mehr kaufst, als du geplant hast, aber am Ende mit einem Lächeln und einer unglaublichen Erfahrung nach Hause gehst.



Comments 3

  • Wirklich treffend beschrieben, genau so erlebt, aber ohne Lampenschirm 🤣

  • Toll Peter besser hätte ich es auch nicht beschreiben können. Und vor allem war ich gerade auf dem Markt als dein Bericht rauskam :D

    Was für ein Zufall :thumbup: :thumbup: :thumbup:.


    Gruß Manu und Frank

    • Ha! Das hat ja gut gepasst. :thumbup: Heute waren wir spanisch essen. Super lecker und es gab sogar einen Rosé dazu. So kann man es aushalten. :) ansonsten würde ich sagen: Sand unter! So etwas hätten wir nicht erwartet