Türkei2024_01 - bis Wien

Erster Anreisetag, und was da alles passierte, das genügt für die ganze Reise. Wegen eines starken Tiefdruckgebietes, das aus dem Golf von Genua kam und über Österreich und Tschechien viel Wasser abregnete, hatten wir den Start um einen Tag auf den Sonntag verschoben. Unterwegs wollten wir Wasser tanken, aber die erste Zapfstelle war nicht anfahrbar wegen überschwemmter Zufahrtsstraßen, und die zweite Zapfstelle funktionierte nicht. Erst im dritten Anlauf bekamen wir frisches Trinkwasser (Simbach am Freizeitzentrum 48.2745, 13.027). Mittlerweile hat Regen eingesetzt. An einer der ersten Tankstellen in Österreich Diesel auffüllen. AdBlue habe sie leider nicht. Ich stell das Fahrzeug wie gewohnt im ersten Gang ab. Dann begebe ich mich zur Zapfsäule. Da kommt nichts, ah, Tankomat. Aber was ist jetzt? Der Canter fängt an zu rollen, ich renne, aber die unscheinbare Steigung ist zu steil, ich kann ihn nicht halten. Heshmat sitzt unbeteiligt auf dem Beifahrersitz und rührt sich nicht. Ich hechte ins Fahrerhaus und ziehe die Handbremse. Ist der Gang rausgesprungen? Das hatte ich auch noch nicht, aber irgendwann ist ja immer das erste Mal. Glücklicher Weise hatte die Tankstelle eine lange Anfahrt, und hinter mir stand niemand. Und dann, beim Einsteigen nach dem Tanken rutsche ich ab von der unteren nassen Einstiegsstufe, und schlage mir mächtig das Scheinbein auf. Eine Schürfwunde mit einem großen Blauen Fleck ist das Resultat, und sehr schmerzhaft bei Berührung.
Die Weiterfahrt ging gut bis hinter Linz, dann waren viele Straßen immer noch gesperrt wegen Überschwemmung. Und die Straße, die wir schließlich gefahren sind, war nur halb legal. Und wir konnten gut erkennen weshalb. An einer Stelle war die Böschung abgerutscht, und hatte die Fahrbahn des Gegenverkehrs verschüttet. Unterwegs sahen wir Maisfelder über einen Meter unter Wasser, abgesoffene Betriebe darunter ein Sägewerk, und viele Keller beim Auspumpen.
Südlich von Wien war es dann Heshmat so unwohl, daß wir die Autobahn sofort verließen um einen Übernachtungsplatz zu suchten. Wir landeten in bebautem Gebiet, im Speckgürtel von Wien. An einer Kreuzung 2-spurig links abbiegend, ich auf der rechten der beiden Spuren, um die Kurve, und hinter der Kurve bricht das Heck aus. Es schleudert das Fahrzeug auf die linke Spur, und zurück. Glücklicher Weise war nur ein Auto neben mir auf der linken Spur, und das war bereits an mir vorbei, sonst hätte es ordentlich gekracht. Ich hielt erst mal auf einem Supermarkt Parkplatz und suchte im Internet nach einem geeigneten Übernachtungsplatz. Leider war uns die Zufahrt zunächst durch Verbote für Fahrzeuge größer 3,5t verwehrt, und dann standen wir mehrmals vor gesperrten Straßen wegen Überflutung. Schließlich wählten wir ein Brachgelände zur Übernachtung weil wir nicht weiterkamen. Hätten wir die Autobahn nicht verlassen, dann hätten wir den geplanten Übernachtungsplatz früher erreicht, als dieses Gelände. Und an diesem Platz rüttelten die ganze Nacht die Windböen heftig an unserm Canter. Zwar war ich bestrebt dem Wind nicht die Breitseite zu bieten, aber das Fahrzeug wurde dennoch ordentlich hin und her geschaukelt.

Übernachtung nähe Guntramsdorf

48.0491, 16.3209