
Wir fahren über den Damm durch den Tuz Gölü. Resultierend aus der Erfahrung gestern locke ich die Freilaufnaben und schalte auf dem Damm den Allrad zu. Jetzt folgt der Canter besser der Steuerung, schlittert aber immer noch etwas im Matsch. Auf der anderen Seite ist der Salzabbau mit großen Salzhalden.
Nächste Station ist Selime Kalesi. Westlich der Durchgangsstraße, die weiter ins Ihlara-Tal führt, liegt ein Friedhof mit der seldschukischen Türbe von Sultan Selim, der dem Dorf den Namen gab. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite liegt ein großer und gut erhaltener Klosterkomplex, der Selime Kalesi (Burg von Selime) genannt wird. Er ist in der für Kappadokien typischen Art in den weichen Tuffstein gehauen. Die Räume gruppieren sich um zwei Klosterhöfe. Heute betritt man die Anlage meist durch den zweiten Hof im Westen. Linker Hand liegt die Küche, ein Raum mit quadratischem Grundriss und pyramidenförmigen Dach, in dem ein Rauchabzug eingebaut ist. In den Wänden befindet sich neben mehreren Nischen ein Ofen. Zwei Nebenräume dienten vermutlich als Vorratskammern. Rechts vom Hof liegt ein Raum mit umlaufender Galerie. Er ist durch Nischen in zwei Stockwerke gegliedert, die sich im ersten Stock, der über eine Treppe erreichbar ist, in Arkadenform öffnet. In der kappadokischen Felsarchitektur sind derartige Emporen eine aufwendige und deshalb sehr seltene Bauform. Über einen Tunnel gelangt man in einen weiteren Raum mit Tonnengewölbe. Von der mit Blendarkaden gegliederten Nordseite erreicht man einen quadratischen Raum, an dessen Decke ein monumentales Kreuz eingemeißelt ist. Durch einen Türsturz war dieser Raum auch vom ersten Hof zugänglich. Im Osten dieses Hofes liegt die Klosterkirche, Kale Kilisesi genannt. Sie hat die Form einer dreischiffigen Basilika mit einer teilweise heruntergebrochenen Vorhalle. Die vorhandenen Malereien sind durch einen Brand geschwärzt und in keinem guten Zustand. Erkennbar sind Szenen aus Kindheit und Jugend Mariens und aus der Christuslegende, unter anderem Verkündigung, Geburt, Verehrung durch die Heiligen Drei Könige, Flucht von Bethlehem und Taufe im Jordan. In der Apsis ist eine Darstellung der Himmelfahrt. Im Südosten des Hofes schließen sich weitere Höhlenräume an, die als Wohnräume der Mönche gedeutet werden. Sie enthalten profane Reliefdarstellungen sowie die Nachbildung einer Kassettendecke.
38.30063, 34.26013
Wir sind weitergefahren nach Derinkuyu. Hier haben die Menschen eine Stadt in den Untergrund gemeiselt. Die Stätte ist für Zugang bereits geschlossen, und so suchen wir uns in der Nähe einen Platz um Übernachten. Im Satellitenbild finde ich an einer Ausfallstraße eine Freiflächen Photovoltaik Anlage an welcher ein schmaler Feldweg entlangführt. Den wollen wir ausprobieren. Leider findet sich neben dem Weg kein Platz zum Stehen, und der Weg endet in einer Sackgasse. Hier stehen ein Tracktor und ein paar landwirtschaftliche Anhänger. Und eine kleine Hütte mit PKW davor. Und noch bevor ich wenden kann, stehen 2 Männer vor der Hütte, und fragen nach was wir suchen. Wahrheitsgemäß antworten wir, daß wir einen Platz zum Parken und Schlafen übernacht suchen, und schon werden wir eingeladen zu bleiben und Tee mit Ihnen zu trinken. Wir bleiben und kehren ein, und es wir ein schöner Abend. Die Unterhaltung geht leider nur über tippen am Smartphone mit ÜbersetzerApp. Dann werden wir noch zum Abendessen eingeladen, Pommes (Heshmat hat die Pommes gemacht), Brot, eigene Tomate, eigene Wassermelone und schwarze Oliven.
38.4013, 34.6953