Türkei2024_14 - Hattusas

Zum Aufstehen erscheinen die Balloons am Himmel. Etwas unterhalb unseres Stellplatzes werden auch 2 Balloons aufgeblasen. Mit Sonnenaufgang dreht der Wind, und die Balloons fahren wieder von uns weg. Wir fahren heute weiter nach Hattuşaş, und machen eine Wanderung durch das Ausgrabungsgelände.

Hattuša oder Hattuscha (auch Hattusa, türkisch Hattuşaş) war vom späten 17. bis zum Anfang des 12. Jahrhunderts v. Chr. die Hauptstadt des Hethiter-Reiches. Die am Hang gelegene Fläche ist von zahlreichen Felsen durchbrochen, die in hethitischer Zeit durchweg bebaut waren. Mit einer Fläche von etwa 180 Hektar ist es eine der größten antiken Stadtanlagen der Welt. Die Einwohnerzahlen werden auf zwischen 10.000 und 12.000 geschätzt. Der Ort war vom späten 3. Jahrtausend v. Chr. bis in das 4. Jahrhundert n. Chr. und erneut in byzantinischer Zeit im 11. Jahrhundert n. Chr. bewohnt. In der Zeit als Hauptstadt war Ḫattuša von einer 6,6 Kilometer langen Stadtmauer umschlossen und konnte über fünf bekannte Tore von außen betreten werden, weitere drei Tore konnten in den Abschnittsmauern innerhalb der Stadt ergraben werden. Der weitaus größere Teil des Geländes harrt noch der Ausgrabung. Neben zahlreichen anderen Funden kamen über 30.000 meist fragmentarisch erhaltene Tontafeln ans Licht, die mit Keilschrifttexten in hethitischer, alt-assyrischer und mehreren anderen Sprachen beschrieben waren. Durch die Texte konnten wertvolle Informationen über das Großreich der Hethiter gewonnen werden. Das hethitische Stadtgebiet war ringsum von einer Mauer umgeben und von weiteren Abschnittsmauern durchzogen. Die äußeren Mauern hatten einen Umfang von 6,6 km, mit allen Teilstücken innerhalb des Stadtgebiets sind die Mauern mehr als 9 km lang. Die älteste hethitische Mauer ist die Poternenmauer, die nach dessen eigenen Angaben unter Großkönig Ḫantili I. im späten 17. oder frühen 16. Jahrhundert v. Chr. erbaut wurde. Zwischen 2003 und 2005 wurde ein 65 Meter langer Abschnitt der Befestigungsmauern durch das DAI wiederaufgebaut: drei 7 bis 8 Meter hohe Mauerabschnitte und zwei 12 bis 13 Meter hohe Wehrtürme. Die Archäologen arbeiteten im Sinne der experimentellen Archäologie mit historischen Materialien und historischen Verfahren. Die üblichen Maße der quadratischen Lehmziegel (etwa 45 × 45 × 10 cm, rund 34 kg) waren bekannt, da einige Ziegel unzerstört erhalten geblieben waren. Bei der Berechnung des historischen Arbeitskräftebedarfs wurden längere Pausen während der Wintermonate einkalkuliert. Die Lehmziegelproduktion ist in Zentralanatolien nur im Sommer möglich, wenn es warm genug ist und nicht regnet, etwa von Mitte Juni bis Mitte September. Zu dem experimentellen Projekt gehört auch die fortdauernde Beobachtung des Bauwerks im Hinblick darauf, wie sich das Wetter auf die Bausubstanz auswirkt und wie oft der Putz ausgebessert werden muss, der die Lehmziegel schützt, aber durch Regenfälle mit der Zeit abgewaschen wird.

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Anschließend fahren wir weiter Richtung Norden. Unterwegs suchen wir uns einen Übernachtungsplatz und stehen Abseits auf einer Bergstraße.

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