Türkei2024_18 - Ani

Am Vormittag fahren wir bis zur archäologischen Ausgrabungsstätte: "Ani". Ani ist seit dem 5. Jahrhundert als armenische Festung nachweisbar. 763 kam es in den Besitz der Bagratiden, im 10. Jahrhundert entwickelte es sich zu einer bedeutenden Stadt. König Aschot III. Bagratuni (951–977) machte Ani im Jahre 961 zur Hauptstadt seines armenischen Königreiches. Als König Gagik II. 1045 sein Reich den Byzantinern übergab, war das an der nördlichen Seidenstraße gelegene Ani weithin als "Stadt der 1001 Kirchen" bekannt und zählte mehr als 100.000 Einwohner. Bei der größten Kirche handelte es sich um die zwischen 989 und 1001 durch den Architekten Trdat für den nach Ani transferierten armenischen Katholikos erbaute Kathedrale von Ani. Am 16. August 1064 wurde Ani nach einer 25-tägigen Belagerung von den türkischen Seldschuken erobert, wodurch es unter islamische Herrschaft geriet. Im Zuge der Eroberung kam ein Großteil der Bevölkerung ums Leben. Sultan Alp-Arslan überließ die Stadt 1072 den Schaddadiden (die bereits Gandscha und Dwin regierenden), einer kurdischen Vasallendynastie, die sich hier hielt, bis Ani am Ende des 12. Jahrhunderts an das christliche Königreich Georgien fiel. Zwischen 1125 und 1209 gelang es diesen insgesamt fünfmal, die Stadt zu besetzen. Die Georgier setzten in Ani die armenischen Zakariden als Vasallen ein, unter denen die Stadt eine letzte kurze Blütezeit erlebte. Eine Belagerung durch die Mongolen konnte 1226 zurückgeschlagen werden. 1239 fiel Ani jedoch in mongolische Hände und große Teile der Bevölkerung wurden getötet. Im Jahre 1319 wurde das Schicksal der Stadt von einem Erdbeben besiegelt, woraufhin die Bevölkerungszahl ab dem 14. Jahrhundert – Ani gehörte nun zu den Reichen der Aq Qoyunlu und Qara Qoyunlu – langsam aber stetig sank. Die Stadt wurde 1380 von Timur erobert. Ein Erdbeben 1605 reduzierte Anis verbliebene Bedeutung für armenische Pilger und Mönche weiter. Ab dem 18. Jahrhundert bestand nur noch ein bescheidenes Dorf.

Kirche Sankt Gregor von Tigran Honents. Laut der Inschrift des Stifters wurde diese Kirche 1215 durch den Händler Tigran Honents in Auftrag gegeben. Das Gebäude zählt zu den besterhaltenen in Ani. Die üppigen Fresken sind ungewöhnlich für armenische Kirchen, weshalb vermutet wird, dass diese von georgischen Malern gefertigt wurden. Möglicherweise war die Kirche dem georgisch-orthodoxen Ritus geweiht. Dafür spricht, dass sich Ani zum Zeitpunkt der Errichtung unter Kontrolle des Königreichs Georgien befand.

Zunächst scheint die Sonne, doch dann zieht ein Gewitter auf. Wir beeilen uns zurück zum Fahrzeug zu kommen. Doch wir sind ordentlich durchnäßt, bis wir beim Canter ankommen.

Nach einem Mittagessen fahren wir weiter zum Ishak Pasha Sarayi. Als wir eintreffen hat er eben die Pforten geschlossen. So müssen wir bis morgen 9:00 Uhr warten, um ihn zu besichtigen.

39.51965, 44.13087