
Der Ishak-Pascha-Palast (türkisch İshak Paşa Sarayı) ist ein zwischen 1685 und 1784 erbauter burgähnlicher Palast des osmanischen Emirs von Doğubeyazıt Çolak Abdi Paşa und seines Sohnes İshak Paşa II. Er liegt im äußersten Osten der Türkei etwa sechs Kilometer südöstlich der Stadt Doğubeyazıt. Die ungewöhnliche Architektur und Bauornamentik des Palastes vereint Einflüsse 500 Jahre älterer seldschukischer Moscheen, armenischer Kirchen und den zeitgenössischen osmanischen Stil. Sein Planungsprinzip folgt der Gliederung des Topkapı-Palastes in Istanbul. Die Raumfolge der Gesamtanlage orientiert sich grob in ost-westlicher Richtung. Sie folgt dem Schema der traditionellen Dreiteilung osmanischer Paläste in einen Vorhof (biderun oder birun) und einen dahinter folgenden Innenhof (enderun), von dem sich der private Frauenwohnbereich (harem) als dritte Baugruppe abgrenzt. Die Räume waren klein genug, um im Winter durch einen offenen Kamin (ocak) beheizt werden zu können. In den Wänden entlangführende Luftschächte zeigen, dass viele Räume außerdem an eine zentrale Heizungsanlage angeschlossen waren. Es gab fließendes Wasser und ein Abwassersystem. Die alten vergoldeten Tore wurden unter russischer Herrschaft Anfang des 20. Jahrhunderts abtransportiert und befinden sich heute in der Eremitage in Sankt Petersburg.