
Heshmat nutzt nochmals die Trainingsgeräte, dann fahren wir nach Sardes. Sardes oder Sardeis (altgriechisch Σάρδεις Sardeis, auch Σάρδις Sardis; heute türkisch Sart) war die Hauptstadt des antiken Königreichs Lydien, später Sitz eines Gerichtsbezirks (conventus) in der römischen Provinz Asia und in spätantiker und byzantinischer Zeit Hauptstadt der Provinz Lydia. Sie liegt im Hermostal am Fuße des Tmolos-Gebirges, auf dessen aufragendem Gipfel die Zitadelle lag, ca. 20 km südlich des Hermos. Der Kult der Kybele muss für die Hüttenleute in der Metallurgie von Sardes von zentraler Bedeutung gewesen sein, denn Hanfmann entdeckte ihren Altar inmitten eines Geländes, auf dem Gold, Silber und Antimonerze ausgeschmolzen wurden. Auf den Bruchstücken von Tiegeln wurden Rückstände von Gold nachgewiesen und Scherben waren teils blau mit Antimonoxyd verglast. Entdeckt wurden zudem Schmelzöfen, Schlacken, Düsen und Blasebalgrohre sowie Reste ausgetriebener Goldfolien und Seifengold. Dieser archäologische Befund, dass der Kybele-Kult auch räumlich auf das engste mit dem antiken Hüttenwesen interagierte, ist montanhistorisch überaus bedeutsam.
Eine Front des Innenhofes des "Hamam Gymnasium" (Zentrales Bad) wurde wiederaufgerichtet, ein toller Anblick. Und daneben die Reste der Synagoge mit Resten des Mosaikbodens und einem Teil der Wandverkleidung mit Intarsien aus verschiedenfarbigem Marmor. Wasserrohre aus Terrakotta auch als Regenfallrohre sind noch zu sehen, und die Reste einer byzantinischen Latrine.
Die archologischen Ausgrabungen erstrecken sich über mehrere Einfassungen. Im Eintrittspreis sind die beiden großen zusammengefasst: das Hamam Gymnasium und einen guten km weiter südlich die Reste des Artemis Tempels. Die Grundrisse sind noch gut zu erkennen. Von den Säulen sind nur 2 wiederaufgerichtet worden. Im West anschließend an den Tempel der Opferaltar. Im südosten direkt neben dem Tempel war in byzantinischer Zeit eine Kirche errichtet worden.
38.48356, 28.03356
Wir fahren wieder zurück zu dem Übernachtungsplatz südlich von Salihli. Heshmat nimmt ein Sonnenbad, und ich mache aus dem einem vertrockneten Brotrest ein veganes Salzgebäck (gesalzenen Kräuter Croutons). Heshmat geht nochmals an die Trainingsgeräte, und Pinscher geht mit mir spazieren, den Bachlauf nach oben. Kein offizieller Weg mehr, und nur erreichbar bei niedrigem Wasserstand, und dennoch ist etwas schon da: Müll, und zwar Säckeweise. Wie kann man sein Land nur so hassen, daß man solch idylische Plätze so vermüllt.
38.44915, 28.1154