Türkei2024_52 - Graz

In der Nacht falle ich aus dem Aufbau, da ich vergesse zuvor die Stufen auszufahren. Und die Weiterfahrt wird zum Chaos. Wir fahren über die Grenze nach Ungarn, und wollen die Streckenmaut buchen. Wir dürfen das WLAN der Tankstelle nutzen. Aber die Buchung funktioniert nicht. Nicht mit Smartphone, nicht mit Laptop und auch nicht mit dem Terminal in der Tankstelle. Es lassen sich alle Daten eingeben, aber wenn es ans bezahlen geht, hängt die ungarische Mautsite in einer Schleife. Wir können also nicht legal durch Ungarn fahren. Wir drehen um und reisen wieder nach Serbien ein, um eine andere Route zu nehmen, durch Kroatien. Es kostet uns 4 Stunden, von Ankunft Grenze Ungarn zu Ankunft Grenze Kroatien. Und an dieser Grenze lassen sie uns jetzt nicht durch. Sieht ja auch komisch aus. Wir waren doch heute schon in Ungarn, und dann zurück nach Serbien, und jetzt Ausreise nach Kroatien? Beim Durchsuchen unseres Inventars findet eine junge Zöllnerin die kleinen Sandrosen, welche wir in der tunesischen Wüste gefunden hatten. Ich biete gleich an: könnt ihr haben oder wegwerfen. Nein, muß geklärt werden. Was kostet das? Die haben wir selbst gefunden. So kleine werden nicht verkauft. Das ist nicht mal Souvenier, das ist nur zur Deko. Ein hin und her. Dann nach 80 Minuten: damit dürfen wir nicht über die Grenze. Nochmals mein Angebot: können sie haben oder wegwerfen. Jetzt wird es akzeptiert und so verbleiben die Sandrosen bei der Ausreise an der Grenze, und wir dürfen weiterfahren. Die Einreise nach Kroatien geht recht schnell, aber insgesamt haben wir wohl 5,5 Stunden verloren und einen großen Umweg zu fahren, weil wir nicht durch Ungarn fahren konnten. Auf der Weiterfahrt machen wir noch einen Einkauf in einem großen Supermarkt. Und langsam sinkt die Sonne dem Horizont entgegen. Wir fahren weiter, aber unser anvisiertes Ziel können wir wohl nicht mehr vor Sonnenuntergang erreichen. Und dann endet die Straße auch noch in einer Sackgasse vor einer Baustelle, und Umleitung ist keine ausgeschrieben. Wenn es schlecht läuft, dann läuft es einfach schlecht. Als die Sonne dann vor dem Horizont steht suchen wir den nächstmöglichen Platz, um zu Übernachten. Wir stehen auf einer Straße zwischen Acker und Wald, und es scheint auch eine Anfahrt zu einem Bauernhof zu sein. Ein Pickup muß uns über den Acker umfahren. Wir können aber – hoffentlich – trotzdem hier stehen bleiben. Es wir eine ruhige Nacht. Und jetzt kommt Slovenien, die haben wieder ein eigenes Maut-System: DarsGo. Dafür braucht es auch wieder eine Erfassungsbox, wie für Österreich. Also jetzt nochmal eine Internet-Registrierung für die Maut in Slovenien. Wenn es schlecht läuft, dann läuft es eben schlecht.

45.804, 17.704

Was hat uns noch gefehlt, auf dieser Reise? Nebel. Der wird dann heute nachgeliefert, mit Sichtweiten von zum Teil unter 50 m. Die erste Stunde heute Morgen geht es durch diesen dichten Nebel. Wir haben Nebelleuchten vorn und hinten. Aber die Autos die uns entgegenkommen und uns überholen haben zum Teil noch nicht mal das Abblendlicht eingeschaltet. Die Überholenden fahren blind in den Nebel, aus dem plötzlich ein unbeleuchtetes Auto im Gegenverkehr auftaucht. Glücklicher Weise nicht gerade als uns jemand überholt. An der Grenze zu Slovenien holen wir uns dann am DarsGo-Service-Point eine DarsGo-Box ab. Die Box kostet 10 €, und diese 10 € sind erst mal weg, und werden auch nicht rückerstattet. Dann muß ich noch die Streckenmaut entrichten, für die Durchquerung 9 € (62 km). Streckenmaut, wir dürfen die Strecke nicht verlassen. Zur Kontrolle die DarsGo-Box. Diese bleibt 4 Jahre in Funktion. Insgesamt fahren wir heute 6 Stunden plus 2 Pausen, und suchen uns ein Quartiert kurz vor Graz, in Lannach am Bahnhof. Wir haben die richtige Woche erwischt, am Bahnhof werden die Oberleitungen erneuert, und daher fahren keine Bahnen, sondern Schienenersatzverkehr per Bus. Also kein Bahnlärm, wir stehen direkt neben den Gleisen. Es gibt eine öffentliche Toilette im Gebäude des Trafik-Shop hinter dem Bahnübergang auf der anderen Seite der Gleise.

45.942, 15.3333

Wir fahren nach Graz in die Stadt. Es dauert etwas, bis wir den Lendkai erreichen und parken können, da auch Graz von Baustellen geplagt ist. Leider können wir das Ticket fürs Kurzzeitparken (max 3 Stunden) noch nicht lösen, denn bis 9:00 Uhr steht man hier kostenfrei, und eine Vorauszahlung ist nicht möglich. Wir gehen zunächst auf den Schloßberg. Auf halber Höhe bei den Schienen der Schlossbergbahn mache ich mich auf den Weg zurück zum Fahrzeug, um das Parkticket zu lösen, während Heshmat auf mich wartet. Dann gehen wir weiter unsere Runde durch Graz.

47.0771, 15.4325

Am Nachmittag fahren wir dann weiter bis Passau. Das Wetter ist sonnig, und unser NAVI führt uns über die Berge bei Eisenerz, noch einmal die Natur genießen. In Passau fahren wir hoch zur Feste, da standen wir schon öfter.

Das Chaos hört nicht auf. Wasser am Boden. Wo kommt das jetzt her? Nein nicht von Pinscher Wassernapf. Im Vorratsschrank ist alle naß. Das Glas mit den Peperoni ist aufgeschlagen, und die ganze Flüssigkeit ausgelaufen. Über die 2 Regalböden und den Boden. Hier wurde das meiste von den Flaschentaschen in welchen unser Salatöl-Vorrat steckt aufgesaugt. Erst mal alles trockenlegen. Leider hatte ich zuvor begonnen Nudeln zu kochen, und als ich mit trockenlegen endlich fertig bin, sind die Nudeln längst zu einem unappetitlichen Brei verkocht. Das eine zieht das andere nach sich.

48.5792, 13.46936

Am Vormittag legen wir die letzte Etappe zurück, und sind noch vor Mittag Zuhause. Es ist trüb mit tiefhängenden Wolken und es fällt ein leichter Nieselregen. Ein großer Kontrast zu den sonnigen Tages dieser Reise (von Ani mal abgesehen).