Die Saadier-Gräber

Enttäuschung bei den Saadier-Gräbern in Marrakesch

Nach unserem beeindruckenden Besuch der Medersa Ben Youssef hatten wir große Erwartungen an die berühmten Saadier-Gräber in Marrakesch. Immerhin gelten sie als eine der wichtigsten historischen Stätten der Stadt. Doch leider wurde unser Besuch zu einer herben Enttäuschung – sowohl inhaltlich als auch preislich.


Wenig zu sehen für viel Geld

Schon am Eingang machte uns der Eintrittspreis von 10 € pro Person stutzig, doch wir dachten uns: Bei so einer berühmten Sehenswürdigkeit wird es sich sicherlich lohnen. Doch kaum waren wir drin, stellten wir fest, dass es kaum etwas zu sehen gibt.



Die Gräber selbst bestehen aus zwei Mausoleen und einem kleinen Garten. Zwar sind die Verzierungen in der Hauptgrabstätte mit ihren filigranen Stuckarbeiten und bunten Mosaiken schön anzusehen, doch das war es auch schon. Das gesamte Gelände ist überraschend klein, und es gibt kaum Erklärungen oder Informationen zur Geschichte der Saadier-Dynastie. Wir haben 1 Informationstafel gesehen und die war lediglich in arabisch und französisch. Ohne einen Reiseführer oder Vorkenntnisse bleibt einem nichts anderes übrig, als kurz durchzugehen und wieder zu gehen.

Wartezeiten für wenige Sekunden im Hauptsaal

Ein weiteres Ärgernis könnte die lange Schlange vor dem sogenannten Saal der zwölf Säulen, wo das prachtvollste Grabmal liegt. Denn hier staut es sich, auch bei wenigen Menschen. Wir hatten Glück, da gerade wenig Besucher da waren und nach einigen Minuten Warten durften wir dann kurz durch eine kleine Tür einen Blick hineinwerfen – und das aus einer Entfernung, da der Zugang zum Innenraum gesperrt ist. Ein echtes Highlight sieht anders aus.


Kein Vergleich zur Medersa Ben Youssef

Besonders im Vergleich zur Medersa Ben Youssef war dieser Besuch ein Reinfall. Während man in der Medersa durch eindrucksvolle Architektur wandelt, Details entdeckt und Geschichte spürt, sind die Saadier-Gräber kaum mehr als ein kurzer Fotostopp – aber zum überhöhten Preis von 100 Dhm gegenüber 50 Dhm in der Koranschule..


Fazit: Kein Muss in Marrakesch

Wer Marrakesch besucht, sollte sich gut überlegen, ob sich der Eintrittspreis für die Saadier-Gräber wirklich lohnt. Für das gleiche Geld gibt es in der Stadt deutlich beeindruckendere Sehenswürdigkeiten, die mehr bieten – sei es architektonisch, geschichtlich oder atmosphärisch. Wer nur wenig Zeit hat, sollte die Gräber getrost auslassen und sich auf Orte konzentrieren, die wirklich begeistern.