
Reisetagebuch – 14. bis 17. März 2025
Ankunft in Ondres, Frankreich
Nach vier Monaten in Spanien haben wir gestern bei strahlendem Sonnenschein die Grenze nach Frankreich überquert. Diese Strecke zu fahren, ist jedes Mal aufs Neue ein Erlebnis – die Landschaft verändert sich spürbar, die Berge im Hintergrund wirken fast majestätisch, und die Straßen schlängeln sich durch die grüne, weite Natur. Die Luft scheint hier frischer, klarer, und vielleicht ist es auch die Vorfreude, die dieses Gefühl verstärkt.
In Ondres angekommen, trafen wir auf eine vertraute Szenerie. Unser Lieblingsstellplatz war tatsächlich frei – ein kleines Glück, denn er liegt am Rand, etwas abgeschieden vom Trubel. Hier ist es meist ruhiger, die Geräusche der Umgebung wirken gedämpfter, und oft haben wir keine direkten Nachbarn. Es ist ein Ort, an dem wir uns sofort wohlfühlen, eine Art Konstante in unserer Reise.
Der erste Tag war geprägt vom Ankommen und Einrichten. Eine große Ladung Wäsche hatte sich angesammelt, und mit dem sanften Wind und der Sonne als Trockner war das Timing perfekt. Es mag banal klingen, aber genau solche simplen Tätigkeiten haben auf Reisen eine besondere Qualität. Sie sind Teil eines Alltags, der sich immer wieder verändert und doch seine Rituale hat.
Zum Abendessen blieben wir im Wohnmobil. Alles war da, es war gemütlich, und nach einem langen Reisetag gibt es nichts Schöneres, als sich einfach zurückzulehnen und die Umgebung auf sich wirken zu lassen.
15. März – Radtour nach Hossegor
Der Morgen begann kühl – nur 12 Grad, aber die Sonne strahlte und versprach einen wunderbaren Tag. Perfektes Wetter für eine Radtour! Unser Ziel war die Markthalle in Hossegor, und siehe da ein nagelneuer Radweg begrüßte uns. Keine Löcher, keine Wurzeln einfach nur glatt und wunderbar zu fahren.
Die Fahrt war traumhaft. Der Duft der Pinien lag in der Luft, und die Sonnenstrahlen brachen durch das dichte Blätterdach, sodass sich Lichtflecken auf dem Weg bildeten. Es war still – nur das leise Surren unserer Reifen auf dem Asphalt und das gelegentliche Zwitschern der Vögel begleiteten uns. Diese Strecke hatte etwas Meditatives, eine beinahe magische Ruhe.
Nach 15 Kilometern erreichten wir Hossegor. Diese Stadt hat einen besonderen Charme – mondän, aber nicht überheblich, belebt, aber nicht hektisch. Die Markthalle ist ein Paradies für Feinschmecker: frisches Baguette, duftender Käse, saftige Oliven und Kräuter, die nach Provence riechen. Wir schlenderten durch die Stände, ließen uns treiben und genossen die Atmosphäre.
Natürlich kehrten wir in unserer Stamm-Tapas-Bar ein. Die Franzosen haben eine beneidenswerte Art, das Leben zu genießen – hier gibt es keinen Stress, keine Hektik, nur gutes Essen, guten Wein und freundliche Gespräche. Ein Lebensgefühl, das ansteckend ist.
Zurück am Wohnmobil war es Zeit für eine kleine Pause. Eingekuschelt und entspannt ließen wir den Tag langsam ausklingen.
16. März – Ein Tag zum Faulenzen
Nach der aktiven Tour am Vortag gönnten wir uns einen ruhigen Tag. Ein Spaziergang am weitläufigen Sandstrand durfte nicht fehlen – die salzige Meeresluft, das Rauschen der Wellen und das Spiel der Möwen über den Dünen schufen eine Atmosphäre, die sofort entschleunigte.
Den Nachmittag verbrachten wir entspannt im Wohnmobil. Matthias zauberte ein köstliches Essen – Porree-Kartoffeln mit Frikadellen. Es sind diese kleinen Alltagsfreuden, die eine Reise so besonders machen. Ein gutes Essen, gekocht mit Liebe, genossen in der Stille unseres Stellplatzes – mehr braucht es nicht.
Am Abend stand ein kleines Ritual auf dem Programm: der letzte „Tatort“ mit Kommissar Borowski. 20 Jahre lang haben wir ihn verfolgt, und nun ging eine Ära zu Ende. Der letzte Fall war spannend, melancholisch, ein würdiger Abschluss. Es fühlte sich fast ein wenig sentimental an, als ob ein Stück Vertrautheit mit ihm gehen würde.
17. März – Radtour nach Bayonne
Der Tag begann eisig – nur 2 Grad! Doch mit den ersten Sonnenstrahlen wärmte sich die Luft langsam auf, und gegen 11 Uhr machten wir uns auf den Weg nach Bayonne. Die Strecke von 18 Kilometern verging wie im Flug, denn bei diesem Wetter machte das Radfahren einfach Spaß.
Eine Sache fällt uns immer wieder auf: Die französischen Radfahrer grüßen freundlich mit einem „Bonjour“. Wir grüßen natürlich immer zurück – und haben sogar unseren Spaß daran, dass manche überrascht wirken. Besonders unter den Langzeitreisenden gibt es einige, die eher verschlossen wirken. Aber wir bleiben hartnäckig: Irgendwann grüßen sie zurück!
Bayonne empfing uns mit seinem typisch französischen Flair – alte, schöne Häuser, enge Gassen, kleine Plätze mit gemütlichen Cafés. Unser Mittagessen war ein Hochgenuss: zart gebratene Entenbrust, perfekt begleitet von einem Glas erlesenen Weins. Die Sonne spiegelte sich in den Fenstern der historischen Fassaden, das Leben schien hier einfach ein bisschen leichter zu sein.
Zurück im Wohnmobil gab es Kaffee und Kuchen, und während Matthias in seinem Buch versank, nutzte ich die Zeit, um diese Zeilen zu schreiben.
Es ist nun der 17. März, 17:21 Uhr. Heute werden wir nichts Großes mehr unternehmen, einfach nur entspannen. Morgen steht ein eher praktischer Punkt auf der To-Do-Liste: Unser Morelo braucht dringend eine Wäsche. Er sieht aus, als hätte er die letzten Wochen eine Offroad-Rallye hinter sich – höchste Zeit, ihm wieder etwas Glanz zu verleihen.
Bis bald – und allen, die unterwegs sind, eine gute Reise und immer einen Schutzengel an eurer Seite!