24.03. bis 26.03 von Bassin d’Arcachon nach Île d'Oléron

Reisetagebuch 26.03.25

Reisetagebuch: Île d’Oléron – Ein Kaleidoskop aus Geschichte, Kultur und Küstenzauber


Nach unserem Abschied vom idyllischen Bassin d’Arcachon führte uns unsere Reise auf die Île d’Oléron, eine Insel, die für ihre unberührten Strände, charmanten Dörfer und reiche Geschichte bekannt ist. Unsere Vorfreude war groß, insbesondere auf unseren Lieblingsstellplatz in Saint-Denis. Doch wie es auf Reisen oft der Fall ist, wurden unsere Pläne durchkreuzt: Entgegen der Informationen im Internet war der Stellplatz noch geschlossen und sollte erst am 5. April seine Pforten öffnen.



Unterwegs haben wir mit der Fähre die Strecke um 200 km verkürzt .

Für 45€ bekommt man die 30 minütige Überfahrt.

Dieses Stück ging übers Wasser.



Unbeirrt machten wir uns auf den Weg zum Leuchtturm, in der Hoffnung, dort einen vertrauten Parkplatz zu finden. Doch die Realität holte uns schnell ein: Die französischen Behörden nehmen es mit der Parkraumbewirtschaftung sehr genau. Überall stießen wir auf Höhenbegrenzungen und Verbotsschilder für Wohnmobile entlang der Küstenstraßen. Die angedrohten Strafen zwischen 1.000€ und 1.500€ ließen keinen Raum für Experimente. Unsere Versuche, einen offenen Campingplatz zu finden, blieben ebenfalls erfolglos. Schließlich entschieden wir uns für einen Stellplatz in Saint-Denis – zwar nicht der malerischste Ort, aber legal und großzügig genug für unser mobiles Zuhause.




Nach einer ruhigen Nacht brachen wir früh am Morgen nach Le Château-d’Oléron auf, der historischen Hauptstadt der Insel. Bereits bei der Anfahrt wurden wir von umfangreichen Straßenbauarbeiten überrascht: Die Hauptstraße wurde für mehrere Millionen Euro saniert, was uns auf eine Umleitung zwang. Unsere alternative Route führte uns durch immer enger werdende Straßen, bis wir schließlich vor einem Baustellenfahrzeug standen, das eigens für uns umgeparkt werden musste. Ein Moment des kollektiven Schwitzens, den wir so schnell nicht vergessen werden.



In Le Château-d’Oléron angekommen, fanden wir einen Stellplatz in unmittelbarer Nähe zum Meer.


Obwohl der direkte Blick aufs Wasser fehlte, führte ein etwa ein Kilometer langer Holzsteg direkt zur beeindruckenden Zitadelle. Dieses monumentale Bauwerk ersetzte eine mittelalterliche Burg und wurde ab 1630 auf Befehl von Kardinal Richelieu errichtet. Später nahm sich der berühmte Festungsbaumeister Vauban der Anlage an und integrierte sie in das Verteidigungssystem der Atlantikküste. Während der Französischen Revolution diente die Zitadelle als Gefängnis und wurde 1929 unter Denkmalschutz gestellt. Heute können Besucher die Zitadelle frei erkunden oder an geführten Touren teilnehmen, die einen tiefen Einblick in die bewegte Geschichte des Ortes bieten.


Bevor wir uns auf den Weg in die Stadt machten, nutzten wir die Gelegenheit, unsere Wäsche zu waschen. Dank der Ausstattung unseres Wohnmobils konnten wir die Waschmaschine laufen lassen und die frische Wäsche zum Trocknen aufhängen. Als wir nach etwa vier Stunden zurückkehrten, war alles trocken – die eigene Waschmaschine ist ein kleiner Luxus auf Reisen.


Die Stadt selbst präsentierte sich in makellosem Gewand: blitzsaubere Straßen, strahlend weiße Häuser und liebevoll bepflanzte Bürgersteige. Die Vorbereitungen für die kommende Saison am 1. April waren in vollem Gange. Überall wurden Waren in Boutiquen und Bars getragen, das leise Summen von Sägen und das Klopfen von Hämmern schwebte durch die Frühlingsluft . Wir ließen uns in einer bereits geöffneten Bar nieder, genossen Kaffee, Kuchen und Pastis, das trinken hier ja alle und beobachteten das geschäftige Treiben der Handwerker im warmen Sonnenschein.



Besonders beeindruckend war die Siedlung bunter Fischerhütten, die heute von Künstlern und Handwerkern genutzt werden. In diesen liebevoll restaurierten Austernhütten öffnen Kunsthandwerker ihre Werkstätten und bieten Schmuck, Gemälde, Skulpturen, Kleidung und mehr an. Die leuchtenden Farben der Hütten, kombiniert mit der kreativen Atmosphäre, machten diesen Ort zu einem wahren Highlight unserer Reise.


Wie immer, haben wir auch die örtliche Kirche besucht, das ist ein festes Ritual.


Die Île d’Oléron hat uns mit ihrem Charme und ihrer gerade erwachenden Lebendigkeit fest im Griff. Wie lange wir bleiben, ist noch ungewiss – vorerst genießen wir die Sonne, die freundlichen Menschen am Anfang der Saison.