
31.03. 25
Frühlingswoche in Le Château-d’Oléron
Abreise nach La Rochelle
Unsere Tage auf dem Stellplatz in Le Château-d’Oléron begannen frisch, doch sobald die Sonne herauskam, wurde es angenehm warm – perfekt für Radtouren. Wir erkundeten die Insel auf zwei Rädern, fuhren durch Pinienwälder, vorbei an Salzwiesen und Austernbänken, immer begleitet vom frischen Frühlingswind.
Nun, nach einer Woche treibt es uns weiter.
Heutiges Ziel war die Stadt La Rochelle.
Reisetagebuch – La Rochelle im Frühling
Die Frühlingssonne erwies sich als allmählich mutiger werdend, und die romantisch, ewig geraden Straßen boten einen herrlichen Weitblick auf die abwechslungsreiche Landschaft, die sich zwischen der Insel Île d’Oléron und La Rochelle erstreckte.
Auf unserem Stellplatz angekommen, hieß es zunächst, einen geeigneten Platz auszuwählen. Es gab große und kleinere Parzellen sowie auch Plätze abseits, gelegen auf der weiten Wiese – wenngleich dort kein Strom zur Verfügung stand. Alle Stellplätze waren zum gleichen Preis von 15 Euro mit Strom zu beziehen. Wir wählten einen Platz weit hinten, in der Nähe der zweiten Entsorgung, um einen größeren Abstand zu den Nachbarn genießen zu können.
Nach einer kleinen, aber wohlschmeckenden Mahlzeit brachen wir zu einer ersten Erkundungstour mit dem Fahrrad ins Zentrum auf. Wir entschieden uns für den kürzeren Weg, der uns direkt durch den Ort führte – obgleich es einen schöneren Weg gab, der ein Stück am Meer entlang und durch einen Park führte, den wir am nächsten Tag nutzen wollten. In La Rochelle selbst gibt es wunderbare Radwege, und im Zentrum wurden sämtliche Straßen auf eine einzige Autospur begrenzt, was zur Folge hatte, dass unzählige Fußgänger und Radfahrer die kleinen Restaurants und Boutiquen ansteuerten. Überall fanden sich sehr viele kleine Boutiquen, Schuhläden, Schmuckgeschäfte, Juweliere sowie Bars und Restaurants – eine quirlige und überaus lebendige Altstadt, in der wir uns mit kindlicher Freude in die verwinkelten Gassen stürzten und aus dem Staunen kaum herauskamen. Es erschien uns als das reinste Gourmet-Paradies; wer nicht gerade schlemmt, stöbert – ob Mann oder Frau – in den zahlreichen Geschäften und Cafés, wobei an einem einzigen Tag alle Winkel kaum zu erfassen sind.
Am Abend ließen wir uns in einem Restaurant beziehungsweise einer Bar nieder, gelegen an einer etwas ruhiger verlaufenden Straße mit Blick auf den Hafen. Ab 16 Uhr war die Sonne so stark, dass wir hemdsärmelig die angenehme Atmosphäre in uns aufnahmen. Die Bar war um diese Zeit regelrecht gerappelt voll, ebenso alle weiteren Bars und Restaurants auf der Straße links vom Hafen, wo die Abendsonne besonders strahlte. Es überraschte uns sehr, dass an einem Montag so viel los war. Nach dem Essen kehrten wir zurück zu unserem Wohnmobil, wobei unsere Ausbeute des Tages in Form von zwei schicken Leinenhemden in Blau und Weiß sowie einem Übermaß an Lebensglück in unseren Gemütern hinterlassen wurde.
Gleich am nächsten Tag starteten wir über die reizvollere Fahrradroute, die uns zum Meer führen sollte. Unglücklicherweise kamen wir vom vorgesehenen Weg ab, und da prangte an einer Stelle ein Schild: „Fahrräder verboten.“ Da wir alleine waren, dachten wir uns „ach, los einfach hindurch“ – ein Verhalten, das sich als ungezogen erwies, denn wir wurden sodann auch durch einige Hindernisse, die für Fahrräder errichtet waren, in unserem Vorankommen gestoppt. (Bild anbei: Also, wo „verboten“ steht, soll es auch unterlassen werden.)
Zickzack Barriere um unerwünschte Fahrrad Rowdys fernzuhalten. 🫢
Der folgende Tag war windiger als der vorangegangene, aber wir waren entsprechend gut angezogen. Nachdem wir unsere Fahrräder am Hafenbecken ordnungsgemäß angeschlossen hatten, machten wir uns zu Fuß auf den Weg, um in sämtlichen Gassen das zu erspähen, was uns am Vortag verborgen geblieben war. Ich fühlte mich dabei wie ein Kind im Disneyland, so überwältigend war der Zauber dieser Orte. Überall bot sich uns das Bild von verführerischem Kuchen, verlockenden Schuhgeschäften und einem Juwelier, der mit seinen prächtigen Uhren – was mich an mein baldiges halbes Jahrhundert erinnerte – regelrecht zum Verweilen einlud.
Der arme Matthias hingegen musste stets geduldig warten, da das ausgedehnte Shopping nicht seinem Gemüt entsprach; ich, in eiliger Freude, entdeckte an diesem Tage gleich zwei weitere Hemden und noch das ein oder andere Kleinod. So waren wir ganze sechs Stunden auf den Beinen. Den abschließenden Absacker genossen wir erneut in der bereits bekannten Bar, während das Mittagessen kurzerhand entfallen musste – ersetzt durch einen humorvollen Döner.
La Rochelle, so kamen wir zu dem Schluss, darf auf keiner Reise unerwähnt bleiben. Sie zählt – gleich nach Lissabon und Valencia – zu den anziehendsten Städten, die wir auf unseren Fahrten entdecken durften. Die zahlreichen Boutiquen verleihen den Menschen ein besonders hübsches Erscheinungsbild, und die entspannte Lebensweise, die hier vorherrscht, bezaubert uns. Obwohl wir der Sprache nicht vollkommen mächtig sind, wird überwiegend gelacht, und die Franzosen erscheinen uns in ihrer Zufriedenheit umso authentischer.
So schließt sich der Bericht eines unvergesslichen Aufenthaltes, in dem uns jede Begebenheit – von der Stellplatzwahl bis hin zu den kleinen Missgeschicken auf der Fahrradroute – mit reichlich Lebensfreude und dem Zauber eines besonderen Frühlings erfüllte.
Kurz gesagt:
Die Altstadt von La Rochelle besticht durch ihre einzigartige Mischung aus historischer Architektur und modernem, belebtem Stadtleben. Besonders hervorzuheben ist die Umgestaltung des städtischen Kerns: Sämtliche Straßen sind auf eine einzige Autospur begrenzt, was den Raum weitgehend den Fußgängern und Radfahrern überlässt. Diese Maßnahme hat eine lebendige, beinahe märchenhafte Atmosphäre geschaffen, in der sich zahlreiche kleine Boutiquen, Schuhläden, Schmuckgeschäfte, Juweliere, Bars und Restaurants aneinanderreihen. Dabei strahlt die Altstadt einen unwiderstehlichen Charme aus, der zum entspannten Bummeln, Verweilen und Genießen einlädt – sei es bei einem exquisiten Gourmet-Erlebnis oder beim einfach nur freudigen Entdecken der historischen Gassen.