
Reisebericht – 12. April 2025
Von Saint-Jean-de-Monts nach Noirmoutier-en-l’Île
Auf unserer Weiterreise zur Île de Noirmoutier legten wir einen Zwischenstopp mit Übernachtung in Saint-Jean-de-Monts ein – ein herrlich gelegener Ort direkt am Atlantik. Nur wenige Schritte vom Meer entfernt gibt es dort einen großzügigen Stellplatz. Zwischen dem 30. September und dem 30. April – also außerhalb der Saison – ist das Übernachten dort offiziell gestattet.
Die Nacht verlief wunderbar ruhig – begleitet vom leisen Rauschen der Wellen.
Link zum Platz:
Chemin de la Parée du Jonc – Stellplatz
Da der Platz gut besucht war und wir niemandem den Blick auf das Meer nehmen wollten, verzichteten wir auf eine Position im Zentrum. Stattdessen stiegen wir zunächst aus, um die Lage zu sondieren – und wie so oft auf Reisen, führte das ganz schnell zu einem herzlichen Gespräch.
Einige freundliche französische Nachbarn zögerten nicht lange: Sie parkten kurzerhand zwei Fahrzeuge um, damit wir mit unserem großen Mobil direkt in der ersten Reihe zum Wasser stehen konnten. Zwischen die anderen zu passen, war mit unserer Größe ohnehin schwierig – doch dieser Moment der spontanen Hilfsbereitschaft war schlichtweg schön. Die Franzosen – sie sind wirklich ein liebenswürdiges Volk.
Am nächsten Morgen verabschiedeten wir uns. Den beiden kleinen Töchtern unserer hilfsbereiten Stellplatznachbarn überreichten wir noch eine Tüte bunter Schoko-Ostereier. Die leuchtenden Augen der Mädchen und das fröhliche Winken der Familie beim Losfahren werden uns in Erinnerung bleiben.
Unsere nächste Etappe führte uns auf die Île de Noirmoutier, genauer in den charmanten Ort Noirmoutier-en-l’Île.
Das Wetter präsentierte sich recht freundlich, mit milden 17 Grad und sonnigen Abschnitten. Wir erreichten den Stellplatz gegen Mittag – und standen unvermittelt vor einem unerwarteten Hindernis: Eine Warteschlange hatte sich gebildet, und die Schranke blieb geschlossen, obwohl noch 17 Plätze frei waren.
Wir waren das vierte Fahrzeug in der Reihe, kurz darauf reihten sich weitere Mobile hinter uns ein. Es staute sich bis zum Kreisverkehr.
Ein Anruf bei Camper Car Park brachte Gewissheit: Die Einfahrtschranke war defekt. Stattdessen solle man die Ausfahrt benutzen – doch diese war durch abreisende Fahrzeuge blockiert. Erst nach rund 30 Minuten konnten wir, nach erneuter telefonischer Rücksprache mit einem Mitarbeiter, endlich einfahren.
Der Stellplatz selbst ist für Fahrzeuge über 8m Länge kaum geeignet – unser 9,30 Meter-Mobil wirkte in dieser Umgebung fast wie ein Ozeandampfer im Yachthafen. Nach einem erfolglosen Einparkversuch fanden wir schließlich mit Glück eine großzügigere Parzelle, auf der wir schräg stehen konnten. Viele neugierige Blicke folgten uns – unser Morelo war zweifellos eine kleine Attraktion an diesem Tag.
Die Lage des Stellplatzes ist hervorragend: In nur fünf Gehminuten erreicht man das historische Zentrum des Ortes.
Nach einem gemütlichen Kaffee am Mobil machten wir uns auf den Weg. Direkt gegenüber befand sich eine Markthalle, in der ein charmanter Floh- und Antikmarkt stattfand. Wir schlenderten durch die Stände, entdeckten allerlei hübsche Dinge und ließen uns treiben.
Doch nach über einem halben Jahr auf Reisen sind unsere Schränke und Staufächer mehr als gut gefüllt. Wir sind, sozusagen, voll bis unters Dach. Ein bisschen träumen darf man aber – vielleicht finden wir ja eines Tages die sagenumwobene Diamantbrosche für 6,50 €, die wir dann zu Horst Lichter bringen…
Wir spazierten weiter durch die malerischen Gassen. Trotz Sonntag hatten einige Boutiquen, Ateliers und kleine Geschäfte geöffnet, was den Ort noch lebendiger wirken ließ.
Am Kanal entdeckten wir ein kleines, ausgesprochen reizvolles Restaurant. Als wir um 14 Uhr eintrafen, war es gut besucht, doch wir hatten Glück und erhielten einen Tisch.
Das Mittagessen war ein Gedicht: Crevetten zur Vorspeise, gefolgt von Dorade, dazu ein wunderbar frischer Rosé aus der Gascogne. Alles begleitet von wohltuender Musik– ein rundum gelungener Moment.
Nach dem Essen setzten wir unseren Spaziergang fort und stießen – mehr durch Zufall als Absicht – auf eine kleine versteckte Kapelle, die scheinbar kaum jemand kennt. Ein stiller, besonderer Ort.
Bald darauf hörten wir bereits von weitem Orgelmusik, die uns in Richtung der Kirche leitete. Die Klänge lockten uns hinein, und wir verbrachten dort eine andächtige, stimmungsvolle Zeit. Wie an jedem besonderen Ort zündeten wir auch hier eine Kerze für Jörg an. Danach saßen wir noch eine Weile auf einer Bank etwas abseits, ließen die Musik auf uns wirken und die Gedanken schweifen.
Orgelmusik 🎶🎹🎶
Der Himmel wurde allmählich trüber, also machten wir uns auf den Weg zurück. Kaum waren wir im Mobil, begann ein kurzer Regenschauer. Danach zeigte sich die Sonne erneut – wir waren dankbar, trocken geblieben zu sein.
Den frühen Abend verbrachten wir ruhig und zufrieden – mit einer weiteren Flasche Wein aus unserem gut gefüllten Vorrat. (Wir trinken nicht aus Notwendigkeit, sondern um Platz zu schaffen – wie man so schön sagt.) Dazu ein wenig Fernsehen – ein ganz entspannter Ausklang eines sehr schönen Tages.
Fazit: Noirmoutier-en-l’Île hat uns ausgesprochen gut gefallen – noch besser als die Île de Ré.
Was wir morgen unternehmen, wissen wir noch nicht genau – aber nach zwei Tagen Pause dürfte eine Radtour genau das Richtige sein.
Vielen Dank, dass ihr bis hierher mitgereist seid –
allen unterwegs eine gute Fahrt, und den Daheimgebliebenen einen angenehmen Sonntagabend.