
Reisetagebuch – 16. April 2024
Île de Noirmoutier → Préfailles
Nach zwei weiteren wunderbaren Tagen auf der Île de Noirmoutier haben wir heute die Insel verlassen und sind nach Préfailles weitergereist.
Gestern unternahmen wir einen Radausflug zum Hafen von Port de l’Herbaudière. Die Strecke führte uns entlang des Meeres durch Straßen mit prächtigen Villen aus dem späten 19. Jahrhundert – ein wahrer Augenschmaus. Obwohl es auf dem Rad recht frisch war, hielten wir uns mit der Zwiebelmethode warm – ausziehen geht ja immer.
In Port de l’Herbaudière angekommen, besuchten wir den Wochenmarkt, kauften Käse und Gemüse und kehrten in ein Restaurant mit freiem Blick auf den Hafen ein. Der Hafen selbst ist eine Mischung aus Fischerhafen und moderner Marina, lebendig und charmant zugleich. Hier treffen sich Seeleute, und das Klappern der Masten und das Pfeifen des Windes verleihen dem Ort eine besondere Atmosphäre.
Heute waren wir pünktlich vor dem Regen zurück am Wohnmobil – ehrlich gesagt, war es auf dem Heimweg trotzdem ziemlich kühl.
Den nächsten Tag verbrachten wir im Ort, besuchten neben dem Wochenmarkt auch die Markthalle. Es war deutlich belebter als auf der vorherigen Insel. Als es erneut zu regnen begann, entdeckten wir zufällig das Lokal „Chez Pompette“. Dort verbrachten wir den Nachmittag mit herzhaften Kleinigkeiten und zwei Flaschen Wein. Das junge, pfiffige Team führt das Lokal mit viel Charme – keine Touristenfalle, sondern ein Ort, an dem auch die Einheimischen gerne essen. Ein echtes Lieblingslokal.
Heute verließen wir die Insel über den Passage du Gois –
Ein unvergesslicher Weg über das Meer
Stellt Euch vor, ihr fahrt über eine Straße, die zweimal täglich vom Meer verschluckt wird – das ist der Passage du Gois. Diese 4,2 Kilometer lange, submersible Straße verbindet die Île de Noirmoutier mit dem Festland bei Beauvoir-sur-Mer und ist nur bei Ebbe passierbar. Während der Flut liegt sie vollständig unter Wasser und wird unsichtbar.
Wenn du den Gois überquerst, erlebst du ein faszinierendes Naturschauspiel. Die Straße taucht aus den Wellen auf und zieht Vögel an, die hier rasten und Nahrung suchen, ebenso wie Strandfischer und neugierige Besucher, die von diesem einzigartigen Ort begeistert sind. Die Überquerung ist ein außergewöhnliches Ereignis, das ihr nicht verpassen solltet.
Man kann das auch zu Fuß oder mit dem Rad machen.
Auf dem Weg nach Beauvoir-sur-Mer kann man am Strand Venusmuscheln, Austern und Herzmuscheln finden. Für den Fall, dass man von der steigenden Flut überrascht wird, gibt es entlang der Straße neun Rettungsinseln, die als Zuflucht dienen bis die Ebbe kommt oder ein Boot Euch rettet.
Bevor Ihr den Gois befahrt, informiert Euch unbedingt über die Gezeitenzeiten, da die Straße nur etwa 1,5 Stunden vor und nach Niedrigwasser sicher passierbar ist.
Diese Informationen findet man auf den Anzeigetafeln vor Ort oder auf der offiziellen Website der Île de Noirmoutier.
Zweimal wurden wir von Beamten nach der Tonnage gefragt – bei 10 Tonnen ist nämlich Schluss.
Es war ein besonderes Erlebnis, auch wenn der Gedanke an das Salzwasser unter dem Morelo etwas beunruhigend war. Im Mai lassen wir den Unterboden sicherheitshalber bei Jan Bauer überprüfen. Der Unterbodenschutz wurde letztes Jahr erneuert.
Auf der Anfahrt zum Platz, war plötzlich Schluss. 20 Meter vorm Ziel mussten wir umkehren. Der Stein war voriges Jahr noch nicht da.
Nun stehen wir auf einem Stellplatz in Préfailles, ruhig und romantisch in der Natur gelegen.
Wir wünschen frohe Ostern und sagen: Tschüss, bis bald!