
Unser Ziel für heute ist nur einen kleine Viste (es sind nur 100 km) zur Ruine der Moschee in Tinmal, und dann wieder nach Marrakesch zurück. Nur mal schnell, oje. Bis nach Moulay Brahim, wo wir übernachteten, gings ja, aber. Wir sind heute noch nicht weit gefahren, da beginnen die Straßenbauarbeiten an der neuen "N7". Große Felsabtragungen zur Verbreitung der Straße, sehr schlechter Zustand der jetzt befahrbaren Straße, und immer wieder warten auf das beladen eines LKW und das freiräumen der befahrbaren Straße. Für 56 km sagte unser konservatives Camper-NAVI brauchen wir 1,5 Stunden. Das wäre schön gewesen. Gebraucht haben wir 3,5 Stunden, und viele Nerven. Dann die große Überraschung, als wir am Ziel sind. Hier war ein Schwerpunkt der Schäden durch das Erdbeben vor 1,5 Jahren. Auch der Ort Tinmal und die Ruine der Moschee in Tinmal sind schwer getroffen worden. Die Reste der Moschee werden restauriert, und man darf sich nicht ins Restaurationsgebiet, und auch nicht fotografieren. Also wandere ich den angrenzenden Hügel hinauf, um von oben zu fotografieren. Zurück nehme ich den Weg durch den Ort. Hier ist kaum ein Haus stehen geblieben. Und erst jetzt ist der Wiederaufbau in Gang gekommen. Da die Fahrt hierher so holprig und schleppend verlief, entscheiden wir uns, einen andere Route für die Rückfahrt zu nehmen, und fahren weiter nach Süden. Und auf der Weiterfahrt das selbe Bild. Viele zerstörte Häuser und Ortschaften, und der Wiederaufbau kommt jetzt erst in Gang. Und auch die Straße nach Süden wird fleißig ausgebaut. An den Spuren im alten Asphalt, wo er noch vorhanden ist, kann man erkennen, daß große Steinschläge oder Erdrutsche die Straße an mehreren Stellen blockiert hatte. Von beiden Seiten, von Norden wie von Süden. Man konnte die Orte nicht erreichen, nicht mit Hilfsgütern, und auch nicht Baumaterial. Ein Ausbau dieser Straße scheint daher priorisiert, damit Hilfe bei künftigen Vorfällen schneller möglich wird. Die Straße nach Süden führt über den Tizi-n Test -Pass. Dieser hat nichts mit den Bilder zu tun, die man kennt. Der Tizi-n Test -Pass gleicht einer riesigen Baustelle. Fels wird abgetragen, um die Straße zu verbreitern. Entsprechend war auch dieser südliche Teil der Straße nur schwerlich zu befahren. Wir wählen dann die östliche Route, es geht in Richtung Quarzazate. Unterwegs suchen wir uns einen Platz für die Nacht, und verlassen die N10 über die P1745, um auf freiem Feld zu stehen. Leider lassen uns die Kinder, es sind rund ein Dutzend, keine Ruhe, und wir fahren nochmal los um wenig später wird zu parken, in der Hoffung, daß es sich nicht so schnell herumspricht, daß wir immer noch in der Nähe sind. Die Rechnung scheint aufzugehen, die Sonne ist längst untergegangen, und wir stehen noch in Ruhe.
30.4803, -7.7352
Es blieb ruhig in der Nacht. Wir sind am Morgen durch den Ortsteil gefahren, und da lungerten die Redelsführer bereits an der Straße, am Dorfbrunnen, und in einem Hauseingang. Wo wird das hinführen? Bei uns hat die Vertreibung des Fremden ja schon funktioniert. Und beim nächsten mal wird sich die Gang weiter radikalisieren?