17. -21 April Ausflug nach Pornic und Reise nach Arzon

Reisetagebuch – 17. bis 21. April


17. April – Fahrradausflug nach Pornic

Heute ging’s mit dem Rad nach Pornic – rund 10 Kilometer auf einem traumhaft schönen Radweg durch die Natur. Wir kennen die Gegend noch von 2022, aber vieles hat sich verändert: alte Häuser wurden liebevoll restauriert, der Saisonstart ist in vollem Gange, und die Stadt wirkt belebt, aber nicht überlaufen.



Wieder einmal haben wir ein kleines, besonderes Restaurant entdeckt – geführt von einem jungen Ehepaar und dessen Bruder. Die Familie betreibt auch eine Fischerei, und im Lokal gibt’s eine feine Käsetheke sowie eine schöne Auswahl an Weinen. Nicht am touristischen Hafen, sondern ganz in der Nähe der Kirche – ein echter Geheimtipp.


Matthias hat nach dem Genuss einiger Gläser Rotwein, grosse Freude daran gefunden, an der Landkarte die Standorte der letzten Tage zu erörtern. Auch die Inhaber sind überrascht und erheitert. Wir dürfen aber wiederkommen, versicherte man uns. 😂



Langsam entwickeln wir uns zu Kennern ausgefallener Lokale und genießen diese besonderen Momente in vollen Zügen. Das Essen war köstlich, und natürlich haben wir auch einige Leckereien aus dem kleinen Laden mitgenommen.

Den Nachmittag verbrachten wir ganz allein auf unserem Stellplatz – alle anderen Mobile waren weitergezogen. Eine herrliche Idylle nur für uns.


19. April – Saint-Nazaire und der U-Boot-Bunker

Wir kommen in Saint-Nazaire an, müssen aber feststellen, dass unser gewohnter Stellplatz wegen einer Baustelle gesperrt ist. Nun stehen wir direkt am riesigen U-Boot-Bunker – ein gewaltiges Relikt aus dem Zweiten Weltkrieg, das uns schon letztes Jahr beeindruckt hat.


Darin kann man das französische U-Boot Espadon aus den 60er-Jahren besichtigen – ein spannender Einblick in die Geschichte. Sehr empfehlenswert: das U-Boot liegt noch im Wasser, und man kann es vollständig durchqueren.


Wir sind nicht allein – etwa zehn andere Mobile stehen hier. In zwei davon leben offenbar Menschen dauerhaft. Sie wirken auf den ersten Blick etwas zwielichtig – Bierdose um 11 Uhr vormittags – aber wir haben ein paar Worte gewechselt, wurden freundlich aufgenommen, und einer der Männer versicherte uns: „Hier steht ihr sicher.“ Das hat uns beruhigt.



Abends essen wir im nahegelegenen thailändischen Restaurant – klein, persönlich, und überraschend gut besucht. Der Chef begrüßte uns persönlich und fand noch ein Plätzchen für uns, obwohl eigentlich alles reserviert war. Das Essen war lecker, preiswert – wir würden definitiv wieder hingehen.


Nachts störte nur das tiefe Brummen des großen Frachters vor uns, ansonsten war es ruhig.


Am folgenden Morgen, war der Osterhase da.



20. April – Eine kurvige Herausforderung

Weiter geht’s zum Plage de Kerver.

Navi an – und rein in eine Einfamilienhaussiedlung, obwohl ein Schild „nicht für Busse“ davor stand. Aber wir sind ja kein Bus… dachte Matthias. Die Straße wird immer enger, rechts und links nur noch 10 cm Platz – dann winkt eine Frau: „Hier besser nicht weiterfahren!“


Ein älteres Ehepaar – beide wohl um die 75 – half uns aus der Misere. Sie öffneten uns die Einfahrt eines Nachbarn, aber Wenden klappte trotzdem nicht. Also rückwärts zurück, durch enge Kurven und vorbei an Ästen, die weit in die Straße ragten. Dank der Hilfe der beiden – sie winkten vorne und hinten – kamen wir heil wieder raus. Ein Kasten Pralinen war das Mindeste zum Dank!


Wir fuhren in einem Bogen um die Siedlung, und da war es dann: das richtige Schild zum Stellplatz. Hirn > Navi, mal wieder.


Der Stellplatz direkt am Meer war ein Traum – und bis zum 1. Mai sogar kostenlos. Wir stehen mit Blick auf das Wasser und fühlen uns pudelwohl.



21. April – Radtour nach Arzon (Ostermontag)

Leichter Nieselregen begleitete uns heute auf dem Weg nach Arzon. Unter einem Baum abgewartet, dann in eine Bar an der Kirche geflüchtet. Drinnen war’s rappelvoll – wohl alle direkt nach der Messe zum Frühschoppen.


Wein und Kaffee bei regennasser Stimmung – die Chefin ließ uns weiter sitzen, obwohl offiziell um 12:30 Schluss war. Um 13 Uhr hörte der Regen auf, und es ging weiter Richtung Hafen.


Dort fanden wir einen Imbiss an der Promenade – tolles Entrecôte mit Blick auf segelnde Boote, ein Genussmoment. Der Rückweg führte uns an prächtigen Sommerhäusern und Villen vorbei, mit Blick aufs Meer – pure Postkartenidylle.




Nach rund 10 Kilometern waren wir wieder beim Wohnmobil – ein herrlicher Ostermontag, mit Sonne am Nachmittag und dem guten Gefühl, dass wir hier gerne noch etwas bleiben wollen. Frankreich zeigt sich mal wieder von seiner besten Seite.

Wir werden morgen nicht weiter reisen und mit dem Rad die andere Richtung erkunden.