Marokko2025_49 - P4704

In der Nacht fegen Böen mit bis zu 70 km/h über uns hinweg, und schaukeln den Canter hin und her. Am Morgen hat sich der Wind gelegt, doch der Himmel ist zugezogen.Wir wollen eine Wanderung unternehmen und entscheiden uns für den etwas südlicher gelegenen Jebl Bouhachem. Wir fahren die N2 südlich, und dann die P4704 nach Südwesten. Unterwegs findet sich eine Wasserstelle, und wir entscheiden hier unser Wasser aufzufüllen. Ich hab das Wasser noch nicht angeschlossen, als ein heller PKW (Dacia Lodgy) aus unserer Richtung kommend ein wenig an uns vorbeifährt, und einen Bub aussteigen läßt. Was macht der hier an einem Montag Morgen, und warum ist er nicht in der Schule? Nun, dieser eilt zur Wasserstelle und spricht … nicht französisch. Aber Französisch hätte ich ja auch nicht verstanden. Dann kommen von oben über den Hang herunter noch 2 kleine Kinder. Und nun wir gefordert – keine Verständigung möglich – für sich und die 2 kleineren Kinder (seine Geschwister?). Er droht den Wasserhahn abzustellen. Ich hab genug davon und drehe den Wasserhahn zu, und packe die Utensilien wieder ein. Dann setze ich einige Meter zurück. Heshmat hat geduscht, ich will noch, und dann (eigentlich) weiter Wasser auffüllen. Doch während ich in der Dusche bin, wir draußen eskaliert. Erst klopfen, dann Schlagen und schließlich Steine werfen. Ich laufen aus dem Wohnaufbau, und hab noch keine Hosen an. Dann kommt ein Motorradfahrer, und ich mache ihn auf unsere Situation aufmerksam. Er bleibt stehen und beginnt mit dem Jungen zu sprechen, und (ich interpretiere, denn ich verstehe nichts) ihm klarzumachen, daß er den Stein in seiner Hand (und das ist ein faustgroßer Stein) fallen lassen soll. Einsicht ist was anderes, der Junge steht oben am Hang, eine gute Position um auf den Canter zu werfen. Und wir stehen auf der Straße, aber der Junge zuckt sich nicht. Der Motorradfahrer bleibt, bis wir soweit zusammengepackt haben, daß wir weiterfahren können. Steine werfende Kinder, die wie es den Anschein hat von Erwachsen (der Autofahrer der ihn gebracht hat) dazu angehalten werden. Eine Erfahrung, die man nicht machen möchte.

35.3082, -5.3788

Wir fahren dann zum Ausgangspunkt unserer Wanderung, aber schon bei der Anfahrt fahren wir teils durch Nebel. Und die höheren Lagen und die Bergspitzen, wie auch der von uns erwählte Berg, sind alle in Nebel getaucht. Wir machen eine kleine Wanderung am Fuß des Jebl Bouhachem. Es gibt dort einen schönen planen Platz, und wir bleiben für die Mittagspause hier.

35.2554 -5.41665

Danach noch ein Spaziergang. Mich faszinieren die vielfältigen Baumstrukturen. Auf den Hängen sind mehrere Gruppen Männer beschäftigt, kleine Hangfelder zu bestellen. Mit 2 Pferden und einer hölzernen Pflugschar, wie man sie bei uns aus dem Heimatmuseum kennt. Dort wo Bäume in größeren Gruppen stehen gibt es Windbruch und an einer Stelle hatte es wohl gebrannt. Die Baumstämme sind verkohlt und die Bäume tragen nur vereinzelt Blätter.

Über die P4704 zum Atlantik nach Westen ist es ein langer Weg, und wir entscheiden uns, zurück zur N2 in Richtung Nordosten zu fahren, und dann wieder neben dem Stausee zu Nächtigen.

35.4693, -5.4157