
03. Mai. 25 Loire-Romantik pur: Zwischen Schlossgärten, Radtouren und Dorfkneipen
Wir sind nicht weit gekommen und haben schon nach 3,5 Kilometern Strecke den nächsten Stellplatz entdeckt.
Das war unsere kürzeste Etappe im Laufe der 5 Jahre.
Die Loire hat es wieder einmal geschafft, uns ganz in ihren Bann zu ziehen. Nach den eindrucksvollen Tagen rund um Villandry machten wir es uns für drei Nächte auf dem kleinen, aber wunderbar gelegenen Stellplatz in Savonnières gemütlich. Der Platz liegt direkt am Ufer des Flusses Le Cher, umgeben von Natur, Vogelgezwitscher und dem ständigen, beruhigenden Plätschern des Wassers. Zwar gibt es dort weder Wasseranschluss noch Abwasserentsorgung, aber dafür etwas viel Wertvolleres: Ruhe, Raum und Romantik.
Matthias hat was schönes gekocht ❤️
Blick von unserem Wohnmobil aufs Dorf.
Der Stellplatz ist ideal für Fahrzeuge bis maximal 10 Meter Länge – größere Mobile haben leider keine Chance auf die recht schmale Zufahrt. Wer aber hineinpasst, findet hier einen echten Geheimtipp. Die nächste Entsorgungsmöglichkeit liegt nur rund 150 Meter entfernt beim Campingplatz, gut erreichbar mit dem Fahrrad oder zu Fuß.
Wir starteten von hier aus eine herrliche Radtour entlang des Cher – rund 14 Kilometer sanftes Dahingleiten durch die flache Flusslandschaft. Der Weg führt erneut am prachtvollen Schloss Villandry vorbei, das wir schon kannten, bevor er uns zum weniger bekannten, aber überaus charmanten Schloss Langeais bringt.
Langeais ist ganz anders als Villandry: Weniger spektakulär, dafür historischer, ruhiger – fast wie ein kleines Museum, das durch seine altehrwürdige Atmosphäre bezaubert. Ein großes Plus: Hunde sind willkommen! Und nicht nur in der Theorie – wir begegneten sogar einem Paar mit einem strahlenden Golden Retriever. Es war schön zu sehen, dass hier auch „echte“ Hunde willkommen sind und nicht nur die Miniaturmodelle, die man sonst oft in Handtaschen sieht.
Da sitzen wir im Schatten und essen ein Steak
Vom Rundgang oben in den Türmen fotografiert
Die Rückfahrt nach Savonnières war genauso angenehm wie der Hinweg – begleitet vom Duft frisch blühender Frühlingsblumen, kleinen Dörfern mit alten Steinhäusern und dem Licht, das am späten Nachmittag golden über die Felder fiel. Ein Tag, der bleibt.
Abends spazierten wir zu Fuß ins Dorf. Nur wenige Minuten vom Stellplatz entfernt liegt der kleine Ortskern – überschaubar, aber mit Herz. Zwei kleine Kneipen laden zum Verweilen ein, und genau das taten wir: Bei einem kühlen Bier in der Abendsonne ließen wir die Seele baumeln und genossen diesen Moment voller französischer Lebensart.
Am letzten Tag machten wir eine Radtour nach Tours und haben ganz schlimmes Sushi gegessen. Na eigentlich haben wir es nicht ganz gegessen, wir berichten nicht weiter, es war grauenhaft auf ganzer Linie, wir werden wohl eine Weile auf Sushi verzichten. Die vielen anderen Restaurants, welche auf unserer Reise für unser leibliches Wohl sorgten, werden uns in bester Erinnerung bleiben.
Jetzt liegen nur noch wenige Tage vor uns – die letzte Woche dieser Reise. Am 10. Mai erreichen wir die Schwäbische Alb, wo wir ein Wochenende bei lieben Freunden verbringen. Danach geht es weiter nach Stuttgart, das Ziel unserer Reise. Noch genießen wir jeden Kilometer, jede Blume am Wegesrand, jeden stillen Morgen am Fluss. Und wir wissen schon jetzt: Diese Etappe entlang des Cher wird einen besonderen Platz in unseren Erinnerungen behalten.