
Wir fahren nach Saint Junien. Am Rande der Altstadt gibt es einen großen freien Parkplatz. Einfahrt ohne Höhenbeschränkung am unteren Ende des Platzes. Und wer war nun dieser mir unbekannte Père Junien eigentlich?
Die Geschichte von Saint-Junien beginnt etwa mit dem Jahre 500 unserer Zeitrechnung, als Saint-Amand (lat. Amandus: der Liebenswerte), ein Asket ungarischer Herkunft, sich entschied, am nördlichen Ufer der Vienne an einem Ort zu leben, der damals Comodoliac genannt wurde, bei dem Ruricius, 485 bis 507/10 Bischof von Limoges, ihm eine bescheidene Zelle angeboten hatte. Zu ihm gesellte sich ein junger Mann namens Junien (Junian), der aus dem Norden Frankreichs kam, ein Sohn eines Grafen von Cambrai, der seine Familie im Alter von fünfzehn Jahren verlassen hatte, um ein Schüler des Saint-Amand zu werden. Die Legende berichtet, dass er in einer kalten Nacht an die Tür des heiligen Amand klopfte, dieser aber ihm nicht öffnete. Junien musste daraufhin draußen schlafen, wo er wie durch ein Wunder von der Kälte des Schnees verschont worden ist. Er lernte von Amand den christlichen Glauben zu predigen und Krankheiten zu heilen. Nach dem Tode seines Herrn lebte er als Eremit dort, wo heute die Stiftskirche steht. Père Junien übertraf noch den weit reichenden Ruf seines väterlichen Freundes mit seiner eigenen Heilkunst. Er verbrachte an diesem Ort vierzig Jahre bis zu seinem Tod im Jahr 540.
Die ehemalige Stiftskirche (frz. Collégiale) Saint-Junien steht inmitten der gleichnamigen französischen Ortschaft mit knapp 11.000 Einwohnern. Die im Wesentlichen romanische Kirche besitzt ein geräumiges dreischiffiges Langhaus, über dessen erstem Joch sich ein dreitürmiges Westwerk erhebt, ein über dessen Außenwände weit ausladendes Querhaus mit einem Vierungsglockenturm und einem fast gleich großen Chorhaupt, wie das Langhaus, mit einem rechteckigen Umgangschor und einem flachen Ostabschluss. An ihr wurde kontinuierlich von den neunziger Jahren des 11. Jahrhunderts bis fast in die Mitte des 13. Jahrhunderts gebaut. Das Stift Saint-Junien lag an einer der vier Hauptrouten des mittelalterlichen Jakobswegs in Frankreich, der Via Lemovicensis, und profitierte vor allem im 12. Jahrhundert von der Spendenbereitschaft der zahlreichen Pilger.
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Die Brücke Saint Elisabeth aus dem 13 Jh. steht im Westen und überspannt den Glane, eine Vienne Zufluß. Wir machen einen Abstecher zur Brücke. Parkmöglichkeit auf der Saint Julien abgewannten Uferseite des Flusses.
Der Pont Sainte-Élisabeth ist eine historische Steinbrücke über den Fluss Glane in Saint-Junien. Die 44 Meter lange Brücke erhebt sich an der Stelle eines Vorgängerbaus, der Teil einer römischen Salzstraße war. Die heutige Brücke aus drei Spitzbögen wurde im 13. Jahrhundert errichtet. Ihr Name leitet sich von einer nicht erhaltenen Kapelle der heiligen Elisabeth ab. Unter Bezug auf ein nahegelegenes Leprosenheim wurde sie auch Pont des malades (Brücke der Kranken) genannt.
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Nach Besichtigung und Pause fahren wir weiter bis Verneix. Hier gibt es einen kostenlosen Stellplatz (3 Plätze) mit kostenloser Ver- und Entsorgung (Grauwasser, kein Schwarzwasser).
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